Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Spargel, Sand und Wohnungsnot

Hadmut
12.4.2021 16:37

Zum Geschwätz des ZDF.

Ich weiß nicht, ob es den Lesern ebenso geht, aber ich habe das zunehmende und immer aufdringlichere Gefühl, dass die Medien unter Themenarmut leiden, weil seit Corona eigentlich nichts mehr außer Corona passiert. Selbst das Lebenselixier der Medien, Donald Trump, ist weg. Ich habe den Eindruck, dass seither aus den USA nicht mehr berichtet wird, und sie selbst wenn sie könnten, nicht mehr dürften, und der Ratschlag an die Öffentlichkeit, Biden zu wählen, zwar sozialistisch wertvoll, aber journalistisch suizidal war. Man darbt förmlich ob der Ereignisfreiheit tuberkulöser Homeofficigkeit.

Man hat nichts mehr zu berichten, und noch weniger, worüber man sich noch lustig machen könnte, ohne sich zum mindestens fünften Mal zu wiederholen.

Man merkte das am Freitag schon bei der heute show, als sich „ Gernot Hassknecht” wieder mal aufregte – über den Geschmack von Spargel. Er schmecke ihm nicht, er schmecke nach gar nichts, es sei allein die Sauce Hollandaise, die den Geschmack verleihe. Abgesehen davon, dass ich dem Spargel durchaus einen sehr feinen und sehr wohlschmeckenden Geschmack bestätigen kann, der für die heute show aber einfach zu fein ist, die haben es mehr so mit dem Groben. Denen kann nicht mal eine Sauce Hollandaise noch Geschmack verleihen.

Eine heute show, die es gerade noch so schafft, sich über den Geschmack von Spargel aufzuregen. Da muss die Nachrichtenlagen wirklich völlig bei Null angekommen sein.

Schlimmer noch sah es dann im Anschluss bei Jan Böhmermann aus, soweit man dem überhaupt noch eine Steigerungsform von schlimm zugestehen kann. Böhmermann ist, wenn man gleichzeitig denkt „schlimmer geht’s nicht mehr” und „so schlimm war’s noch nie”.

Der schaffte es nun, eine ganze volle Sendung nur über Sand zu machen. Oder besser gesagt: Mehr ist ihm nicht mehr eingefallen, nachdem ihm die heute show das andere drängende Thema der Woche, den Spargel, schon weggeschnappt hatte.

Und so erzählte Böhmermann eine ganze halbe Stunde lang nur vom Sand. Eigentlich wie Lesch, aber Lesch hält sich zumindest nicht für witzig (obwohl er weit witziger als Böhmermann ist).

Sand, Sand, Sand.

Aber, ach.

Wie nun bringt ein marxistischer Erzprogandist und propagandistischer Erzmarxist wie Böhmermann darin seine Ideologie unter?

Ah, ja.

Einfamilienhäuser und Autofahren sind schuld an der großen Sandnot (deshalb zeigt er dann, weil er sich ja über Dubai so aufregt, die beiden Einfamilienhäuser Burj Khalifa und Burj Al Arab als Beispiele).

Heißt: Wieder mal links-grün, Ihr sollte nicht mehr Autofahren und keine Einfamilienhäuser mehr haben. Nur mal wieder mit anderer Begründung, es ist der Sand. Der Sand wird alle. Das ist zwar im Prinzip sogar richtig, aber noch niemand hat es so dumm gesagt wie Böhmermann.

Aber deswegen bin ich nicht hier.

Ich bin hier wegen dem, was er nicht gesagt hat.

Nämlich, dass wir vor 10 Jahren noch an dem Punkt waren, an dem wir dachten, dass die Deutschen weniger werden, und wir eigentlich gar keine Häuser mehr zu bauen bräuchten, weil wir mehr als genug haben und immer weniger davon brauchen. Man hat sogar Häuser abgerissen und ganze Plattenbauzeilen weggesprengt, weil man dachte, dass man die nie wieder brauchen wird.

In Berlin ist ungefähr – so genau weiß man es ja nicht – ein Drittel der Bevölkerung migrantisch. (Früher sagte man „Ausländer”, aber die Begriffe werden ja ständig ausgetauscht.)

Was dann aber niemand erwähnt: Dass auch ein Drittel des Wohnraums migrantisch belegt ist. Dass man ohne Migration Leerstand hätte und nichts neu bauen müsste, außer Reperaturen zu betreiben.

Man stellt gleichzeitig den Sandverbrauch als großes Umweltproblem hin, und betreibt trotzdem eine grenzenlose und unbegrenzte Migration. Durch die Medien ging gerade letzten Sommer, etwa bei N-TV

Bald leben 85 Millionen Menschen in Deutschland, aber dann ist der Wendepunkt erreicht und wir beginnen zu schrumpfen: Bis zur Jahrhundertwende verlieren wir fast 20 Millionen Einwohner. Das ist schlecht für die Rentenkasse, entspannt aber den Wohnungsmarkt. Teilweise zumindest.

Die nächsten 15 Jahre wird es noch ein bisschen enger, dann aber deutlich luftiger: Ab 2035 beginnt die Bevölkerungszahl zu schrumpfen. Dramatisch, im Jahr 2100 leben voraussichtlich nur noch 66 Millionen Menschen in Deutschland, hat ein internationales Forscherteam berechnet. Deutschland gehöre zu den ersten Ländern, die den demografischen Wachstumspfad verlassen, sagt Manuel Slupina vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung. Das habe den Grund, dass die Kinderzahlen in Deutschland deutlich gesunken sind: “Jede Generation ist rund ein Viertel kleiner als ihre Elterngeneration.”

Diese Entwicklung ist kein rein deutsches Phänomen. In den Industrienationen ist die Geburtenrate schon vor Jahrzehnten unter das sogenannte “bestandserhaltende Niveau” gefallen. Mittelfristig können sie den Schrumpfkurs noch durch Zuwanderung auffangen, langfristig aber nicht. In ihrer Studie kommen die Forscher zu dem Ergebnis, dass die Bevölkerungszahl bis zum Ende des Jahrhunderts in 183 von 195 Ländern sinken wird. Mehr als 20 Länder wie Japan, Spanien, Italien und Polen werden demnach sogar um mehr als die Hälfte schrumpfen. Auch China wird im Jahr 2100 mit rund 730 Millionen Einwohner nur noch knapp halb so viele wie heute haben.

Glaube ich beim besten Willen nicht, wenn wir nicht noch ein paar Pandemien hinkriegen. Wir pumpen das Land mit Leuten voll, die Kinder am liebsten im Dutzend bekommen, und behaupten dann, die Bevölkerung nähme nur noch 15 Jahre zu und dann ab. Mehr als 85 Millionen würden wir nicht werden.

Wie soll das gehen?

Verlässt man sich darauf, dass sich in 15 Jahren keiner mehr an die Studie erinnert?

Noch 2016 nämlich hieß es, etwa in der ZEIT: 93 Millionen werden wir sein

Durch Zuwanderung werden in 50 Jahren mehr Menschen in Deutschland leben denn je. Das ist eine ökonomische Chance.

Was denn nun? Mehr oder weniger?

Immerhin dürfte es die Baubranche freuen, so von wegen ökonomische Chance. Der Punkt ist nämlich:

Nicht nur die Kaufpreise und Mieten explodieren, auch das Bauen wird immer teurer, weil die Rohstoffe teurer werden.

Zuletzt hieß es, dass sich der Anstieg der Immobilienpreise womöglich verlangsamen könnte. Jetzt jedoch macht die Entwicklung bei den Kosten für Baumaterial diese Rechnung zunichte. Die Steigerungsraten für Holz, Beton oder auch Stahl liegen inzwischen im zweistelligen Bereich.
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Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr – ganz so schlimm, wie Rilke es in seinem Gedicht „Herbsttag“ prophezeit, wird es wohl nicht kommen. Aber einfacher wird die Lage für die Bauherren auch nicht. Es grummelt an der Materialbasis. Seit einigen Monaten sind die Preise für wichtige Baustoffe ins Laufen gekommen.

Allein zwischen September 2020 und Februar 2021 hat sich Holz nach Daten des Statistischen Bundesamtes um 13 Prozent verteuert, Betonstahl um mehr als 21 Prozent, Bitumen um 15 Prozent. Dämmstoffe für Fassaden kosten derzeit gut 25 Prozent mehr als noch im Dezember, meldet die Bauwirtschaft. Der Trend zieht sich quer durch die Materialpalette, vom Diesel für den Bagger bis zum Kanalrohr, das er zu verlegen hilft.

Und wenn dann noch der Sand knapp wird…

Aber wir wollen, dass unbegrenzt Leute zuziehen, und skandieren #WirHabenPlatz, weil wir hier doch unbegrenzt Platz hätten und auch unbegrenzt Geld. Und unbegrenzte Rentenkassen und so. Erst hieß es, wir bräuchten die Migration für die Rentenkassen. Jetzt heißt es, man müsse das Rentenalter anheben, weil wir nun auch noch die Migranten mitbezahlen müssen.

Was war vor 6 Jahren? Ach ja, da war 2015.

Wie können innerhalb von 6 Jahren die Hauspreise so steigen, wenn wir doch angeblich weniger wurden?

Migration und EU-Geldflut, die beiden sozialistischen Segnungen.

Und nun werden nicht nur die Häuser knapp, wir laufen auch in das Problem, dass wir keinen neuen Häuser mehr bauen können, weil der Sand ausgeht.

Und deshalb erzählt Euch das ZDF, dass Ihr bitte alles zu unterlassen habt – wohnen, autofahren und sowas – was Sand braucht.

Weil wir gerade in die sozialistische Mängelwirtschaft laufen.

Interessanterweise hat im Migrationsjubel von 2015 niemand gefragt, ob auch genug Sand da ist.

Wäre man böse, würde man jetzt mit dem Hashtag #WirHabenSand kommen.