Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Von der Dummheit der Philosophen

Hadmut
21.2.2021 15:49

Man könnte gerade meinen, die FAZ hätte ihre Erwachensphase.

Die FAZ hat einen Gastartikel eines Nico Hoppe, Philosophie-Student aus Leipzig, veröffentlicht, „Neue Kerker des Denkens“, in dem der ziemlich auf diesen strunzdummen Poststrukturalismus schimpft:

Seit einigen Jahren werden an den Universitäten der westlichen Welt jene Konzepte erprobt, die später von Medien, Wirtschaft und Politik übernommen werden. Ob es sich um Inklusionsregeln, die Auflösung des körperlichen Geschlechts oder die Ansicht handelt, der Wert einer Aussage sei an der Herkunft des Sprechers zu messen – sie alle wurden zuerst an Hochschulen populär, bevor sie praktischen Einfluss auf Politik und Gesellschaft nahmen.

Was natürlich die Frage aufwirft, warum Medien, Wirtschaft und Politik überhaupt so dumm sind: Übernehmen sie die Dummheiten oder die Deppen der Geisteswissenschaften? Ist es ein inhaltlicher oder ein körperlicher Transport der Dummheit?

Gemeinsam ist diesen Konzepten auch die Herkunft aus dem französischen Poststrukturalismus und den postmodernen Theorien, die seit den neunziger Jahren an amerikanischen Universitäten Karriere machten. In der Folge errang ein Bündel zunächst randständiger theoretischer Strömungen wie Postkolonialismus, Critical Whiteness und Queer Theory die Deutungshoheit in den akademischen Debatten.

Diese Denkansätze postulieren selbstsicher, kein philosophisches System ausgebildet zu haben und keiner klaren Tradition anzugehören. Das macht es unmöglich, sie durch ihre Gemeinsamkeiten, aber auch ihre inneren Unterschiede, Widersprüche und Paradoxien auf den Begriff zu bringen. Der Poststrukturalismus hat den Nominalismus, also den Glauben an die bloße Konstruiertheit von Allgemeinbegriffen, so sehr auf die Spitze getrieben, dass seine Adepten schon jede Nennung eines Oberbegriffs als totalitäres Unterfangen geißeln.

Da kann ich helfen.

Denn die zwei zentralen Eigenschaften des Marxismus sind ja Gleichheit und Faulheit.

Der Weg des Faulen führt über die Geisteswissenschaften der Universitäten, und die Gleichheit öffnet auch dem dümmsten Faulen die Tür dorthin.

Wie aber verhält man sich am besten, wenn man selbst dumm und faul ist? Man streitet alles ab und sagt, dass doch sowieso alles nur willkürliches Geschwätz und sonst gar nichts wäre, dass man richtig nicht von falsch, gut nicht von schlecht unterscheiden und blubbern könne, was man will. Fertig ist der Doktor.

Selbst kritische Geisteswissenschaftler fragen, wie der Poststrukturalismus entstehen konnte und funktioniert. Dabei ist es ganz banal: Poststrukturalismus ist das Dümmstmögliche unter allem, was wir bisher haben. Dafür muss man wirklich gar nichts können, wissen, denken, kapieren, es ist das hirnloseste Geschwätz, das möglich ist, weil es Hirn komplett verleugnet und darauf verzichtet. Deshalb ist es so wichtig, weil nur das Menschen von der Dummheit der Marxismusgängigkeit die dauerhafte Existenz an der Universität ermöglicht. Dummheit in einem nicht mehr zu tarnenden Ausmaß erhält man aufrecht, indem man sie zum Standard, zur Norm macht. Nur das ist der Weg zur Akademisierung der Antifa.

Es ist einfach der billigste Weg, der des geringsten geistigen Widerstandes. Marxismus, die Gleichheit der Dümmsten.

Mehr ist es nicht. Es ist völlig verfehlt, da nach irgendwelchen Sinnfälligkeiten oder ähnlichem zu suchen. Es geht nur darum, wie man mit dem Minimum an Hirnarbeit nicht nur an Macht, Geld, Posten, Einfluss, Karriere kommt, sondern wirklich alles beschimpfen und beschuldigen kann, was ja der Auftrag der Frankfurter Schule und ihrer „kritischen Theorie” war. Es ist reine Rabulistik.

Schade, dass Adorno, Horkheimer, Macuse tot sind und Habermas ein Greis ist. Ich hätte denen zu gerne (aber wegen Empfängerdummheit wohl erfolglos) gesagt, was für Vollidioten sie sind und wie leer und willkürlich ihr saudummes und haltloses Geschwätz ist. Ich habe ja gedacht, ich kriege zuviel, als ich in einer Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht saß und der Richter anfing, sich auf Habermas zu beziehen. Deppenpriester statt Gesetzgeber als Maßstab.

Allerdings sagten mir Geisteswissenschaftler, und das ist auch in der Literatur zur Frankfurter Schule zu lesen, dass erst deren Anhänger so richtig durchgeknallt sind, und die sich selbst mit denen stritten. Der Gender-Schwachsinn soll ja auch auf den Schnapsideen und Vorstellungen von Sigmund Freud bestehen, aber nicht von ihm, sondern von einem Schüler, der noch viel schräger drauf war, in die Frankfurter Schule getragen worden sein, um Marxismus auch ohne Antikapitalismus spielen zu können.

Am schlimmsten ist aber, dass diese Leute überhaupt keinen, wirklich gar keinen wissenschaftlichen Anspruch haben, sondern willkürliches Geschwätz zur Anleitung ihrer Gesellschaftssabotage und intriganten Unterwanderung machen, sie also im Kern ihres Verhaltens sozialschädlich sind. In freier Natur mit Evolution und sowas würden solche Leute erst gar nicht entstehen.

Man muss sich diese gequirlte Scheiße mal durchlesen, die da produziert wird. Sprachlich so verschwurbelt, dass man sehr viel Übung braucht um zu merken und zu verstehen, dass sie entweder gar nichts sagen oder nur den letzten Blödsinn daherschwafeln. Dass ist reine Tarnrhetorik. Und die Leute beten sie an, weil sie so schreiben, dass man keine drei Worte hinterheinander zusammenhängend versteht.

Diese Leute sind keine Wissenschaftler. Denn die zentrale Eigenschaft von Wissenschaft ist, Wissen verständlich, überprüfbar, nachvollziehbar, inhaltlich darstellen zu können. Diese Leute können nicht mal verständlich „guten Morgen” sagen. Die sind mit nichts anderem als ihrer Dummheitscamouflage beschäftigt, und haben sich da so reingesteigert, dass sie ihre eigene Dummheit schon so gut und so erfolgreich vor sich selbst getarnt haben, dass sie die Rolle ihrer Anhänger einnehmen und sich selbst für schlau halten, weil sie sich schon selbst nicht mehr verstehen. Praktischer Nutzen: Null. Ich habe Bücher von Philosophen über die Frankfurter Schule gelesen. Und hinterher weiß man immer noch nicht, was die eigentlich hervorgebracht haben wollen. Es sind Leute, die – wie Marx – einfach nur auf Kosten anderer leben ohne jemals irgendetwas erarbeitet zu haben, was irgendeinen Wert hätte, was man gegen Nahrung eintauschen könnte. Freilich verdienen sie monströs mit ihren Büchern, aber nur, weil die Käufer dem Dummheitskult verfallen sind. Das ist ja gerade die Technik, zu kassieren ohne zu leisten.

Was hält diese Strömungen also zusammen? Einer der Leitsätze des Poststrukturalismus lautet, es gelte, die in sich geschlossenen Entwürfe und Metaerzählungen der Aufklärung und der Moderne hinter sich zu lassen. Die Begriffe des Wissens, der (Fortschritts-)Geschichte und des Menschen (Michel Foucault und Jean-François Lyotard), der Rationalität und der Psychoanalyse (Gilles Deleuze und Félix Guattari), des Subjekts (Jacques Derrida) sowie der Identität und des Körpers (Judith Butler) sollen als konstruierte Narrative entlarvt und dekonstruiert werden.

Ja.

Die Vokalen „entlarven” verwenden sie ständig und unentwegt, aber es bedeutet nur diffamieren, verleumden, beschimpfen.

Ich habe in diesem Gender-Schwachsinn tausende Male gelesen, dass sie irgendwas „entlarven” wollen, aber nicht ein einziges Mal auch nur den Hauch eines Beleges. So, wie sie „hinterfragen” und nirgends eine Frage steht. Diese Leute sind einfach nur Lügner, Betrüger, Täuscher, intellektuelle Kotzbrocken.

Sie verwenden die Vokabel aber so gerne, weil man damit noch den allerletzten Blödsinn auf einer Meta-Ebene als die aufdeckte Wahrheit und den anderen als Täuscher hinstellen kann, und das ist ja auch etwas, was ich so oft beobachte: Sie entziehen sich jeglicher inhaltlicher Auseinandersetzung. Sie versuchen immer, sich auf eine diagnostische, pathologisierende Meta-Ebene über den anderen zu setzen. Ein durchaus wirksamer, aber eben auch – wenn man ihn einmal verstanden hat – leicht zu durchschauender Rabulistik-Kniff. Sagt man, dass das falsch ist, was sie sagen, sagen sie, „das sagt der nur, weil…”, ohne sich auf die Frage einzulassen, ob das stimmt oder nicht.

Das ist nicht nur da so. Das habe ich zuerst auch bei Informatik-Professoren, vor allem den unfähigen, beobachtet: Trägt man fachliche Kritik vor, beweist man fachlich, mathematisch, dass sie Mist reden, argumentieren sie nicht auf Sachebene, sondern diffamieren einen und unterstellen einem, dies nur aus bösen Absichten zu äußern. Wissenschaftlich wäre das weitgehend egal, aus welcher Absicht ein Beweis vorgetragen wird. Ein mathematischer Gegenbeweis ist auch dann gültig, wenn er vom schlimmsten Mörder in der finstersten Absicht vorgetragen würde.

Damit aber trifft man diese Leute in ihrer intellektuellen Insuffizienz und Wehrlosigkeit. Sie verlagern den Kriegsschauplatz immer auf eine Metaebene. Deshalb „entlarven” sie etwas, und widerlegen es nicht, und deshalb ist jeder ein „Nazi”, der sich nicht unterwirft, weil nicht gefragt wird, ob der Recht haben könnte, oder versucht wird, ihn inhaltlich zu widerlegen, sondern es nur darum geht, ihm finstere Absichten zu unterstellen und ihn damit dann zu „delegitimieren” und zu „dekonstruieren”.

Bei Licht betrachtet bestehen die Geisteswissenschaften schon lange nur noch aus den rabulistischen Kampftechniken der Dummen. Und wenn es rabulistisch nicht mehr geht, geht’s dann eben mit Gewalt weiter.

Die beiden Todfeinde sind Metaphysik und Essentialismus, worunter schon die Annahme eines Wesens im Gegensatz zur Erscheinung fällt. Immer wiederkehrende Schlüsselbegriffe sind der alles bestimmende Diskurs nebst der unhintergehbaren Macht, die er über die Subjekte ausübt. Der Begriff der Wahrheit wird dem Recht des Stärkeren geopfert: Geltung ersetzt Objektivität.

Genau deshalb und mit dieser Begründung hatte ich ja gegenüber dem Landtag Sachsen ausgeführt, dass Journalisten nicht mehr wahrheitsfähig sind.

Sie sind Poststrukturalisten, und für sie gibt es keine Wahrheit mehr, sondern nur noch den Diskurs des Stärkeren.

Deshalb sind Journalisten, die von den Geisteswissenschaften kommen, krankhafte Berufslügner.

Das Verhältnis von Poststrukturalisten gegenüber Wissenschaftlern ist das selbe wie das eines Verbrechers zum Ehrlichen: Die Ablehnung von Regeln und das Recht des Stärkeren.

Und darin findet sich dann auch der Grund für das Zusammenpassen mit den Marxisten: Es stützt den Bolschewisten-Ansatz. „Richtig” ist das, was die gewaltätig Stärkeren durchsetzen. So kann Wahrheit eingeprügelt werden. Indem man erst per Diskurshoheit und Poststrukturalismus willkürlich festsetzt, was „wahr” ist, und dann per Unterstellung böser Absichten in der zweiten Stufe diese „Wahrheit” gewaltsam durchsetzt.

So funktioniert Marxismus.

So funktionieren die Geisteswissenschaften unserer Zeit.

Davon zeugt die Selbstbezüglichkeit, die beliebige Phänomene immer wieder an jene schemenhaften Ursachen kettet: Sexualität beispielsweise wird als reiner Diskurseffekt und nicht als Wechselwirkung biologischer und gesellschaftlicher Elemente verstanden.

Blanke, brachiale Dummheit.

In Deutschland verbeamtet und mit Promotionsrecht ausgestattet, samt Karriereweg in die Politik.

Dummheit als Kult:

Für solche willkürlichen Setzungen braucht es tatsächlich die radikale Abkehr von der verhassten Übermacht der Vernunft, die bei Derrida im Begriff des Logozentrismus Ausdruck findet. Dabei bietet der Logozentrismus, der in verabsolutierter Form durchaus Kritik verdient, immerhin noch die Möglichkeit, sich seiner selbst zu besinnen und rational über das erstarrte Rationale und dadurch Irrationale in ihm selbst zu walten. Der Poststrukturalismus erhebt demgegenüber das zur Richtschnur, was der Rationalität vollkommen unzugänglich ist. Dann besteht der reflexive Notausgang nicht mehr: Das Irrationale kann sich nicht durch noch mehr Irrationalität retten, die Dekonstruktion dekonstruiert sich niemals selbst.

Womit wir wieder bei meiner Beobachtung wären, die ich schon so oft beschrieben habe:

Diese Leute wirken auf mich, als sei ihnen ein Teil des Gehirns nicht gewachsen, als fehlte da der entscheidende Teil im Denken. Und dazu hatte ich ja schon auf viele Hinweise und Belege verwiesen, und die Amygdala beschrieben.

Wenn der hier nun aber von einem „Logozentrismus” redet, und man sich dieses ganze Gerede genauer anschaut, entsteht dann nicht der Eindruck, dass es keine einfache Dummheit als Mangel von Intellekt ist, sondern wirklich eine hirnorganische (womöglich antrainierte) Fehlfunktion, nämlich dass sich das Rudelverhalten der Amygdala direkt mit dem Sprachzentrum als Sozialfunktion koppelt und der Intellekt da keine Rolle mehr spielt?

Finden die Philosophen für den Poststrukturalismus und den Niedergang der Geisteswissenschaften vielleicht deshalb keine Begründung, weil die Ursache keine Idee, sondern schlicht und einfach ein neuropathologischer Befund ist, es wirklich eine Ausfallerscheinung des Gehirns ist?

Ich hatte das ja schon beschrieben, etwa von feministischen Veranstaltungen der damaligen Piraten, dass die regelrechte Auditings und Psychothereapiesitzungen machen wie die Scientologen, um sich in ihren Mist hineinzusteigern. Sind es so eine Art medidativer Übungen, um Teile des Gehirns stillzulegen oder zumindest deren „Machtverhältnisse” zu verändern, sich also selbst in so ein Soziomonster zu verwandeln? Viele Gender-Ideologinnen werden ja ernsthaft psychisch krank und leiden dann unter Psychosen, Neurosen, Angszuständen, Depressionen, Verfolgungswahn, Suizid. Von Mathematikerinnen wäre solches nicht bekannt.

Ist das geisteswissenschaftliche Studium nur noch die mehrsemestrige Übung, die Teile des Gehirns zu lähmen, die den normalvernünfigen Menschen daran hindern, Marxist zu werden?

Philosophie mit der Abrissbirne

Dekonstruiert werden dagegen die Subjekte, als Träger der schlechten Vernunft. Postmoderne Theorie entledigt sich des Subjekts zwar nicht, aber sie beschreibt es als fragmentiert, fremdbestimmt und durch den Diskurs und die Macht erzeugtes Objekt. Diese Feststellung dient wohlgemerkt nicht der Kritik dieses fragilen Subjektstatus, sondern schwört auf ihn ein. Besonders deutlich drückt sich der konformistische Zug im Werk von Judith Butler aus: Das übergeordnete Ziel von Butlers moralphilosophischen Überlegungen ist die Forderung nach der „Identifizierung mit dem Leiden selbst“. Weil der Mensch stets gefährdet und von Gewalt unterjocht sei, ermögliche allein die Anerkennung des eigenen Leids und nicht dessen Abschaffung ein Ende des Schmerzes.

Das liest sich doch schon nach Psychoklempner.

Leid „anerkennen”, auch wo keines ist, damit eines da ist. Man braucht den „Leidenden”. Deshalb hatten wir damals „Ice in the Sunshine” und die heute Heulkrämpfe bei Romeo und Julia.

Gender war schon ein Fortschritt, damit konnte man der Hälfte der Menschheit Leid einreden. Rassismus auch.

Aber erst mit der Klimakatastrophe unterliegen wir alle dem Leid.

Die identitätspolitische Konversion der Linken verschafft Butlers Ideologie der Unterwerfung heute praktische politische Durchschlagskraft. Auch bei der Identitätspolitik geht es nicht mehr um die Befreiung von Unterdrückung, sondern um deren Erhöhung zum Identitätsmerkmal, aus dem spezielle Ansprüche erwachsen sollen.

Ziel ist nicht, dass Du frei von Leid bist, sondern umgekehrt, dass Du ständig Leid spürst.

Deshalb leiden die alle.

Und schreien vor Schmerzen, wenn einer Shakespeare liest.

Ein Ende der Diskriminierung darf es in diesem Sinn nicht geben, weil das der gemeinschaftlichen Sinnstiftung namens Antirassismus die Existenzgrundlage nehmen würde – ein Albtraum für ein akademisches Korrektheitsbeamtentum, das auf der Empörung über sprachmagische Ausschlüsse und die unterschwellige Gewalt des Sprechorts basiert.

Genau das.

Der Poststrukturalismus erliegt dem Missverständnis, der Bruch mit der Tradition und die Dekonstruktion des Überkommenen seien allein schon progressiv.

Das ist kein Missverständnis. Es ist die Erhöhung der Dummheit zum höchsten Gut und anzustrebenden Zustand.

Dummheit im Sinne von Betäubung der für den Intellekt zuständigen Teile des Gehirns. Falls man sie überhaupt je hatte.

Die Ersetzung der alten Oberbegriffe von Wahrheit und Vernunft durch unzugängliche Prinzipien wie die Differenz schafft nur neue Kerker des Denkens.

Und Verfassungsrichterinnen mit überdemokratischer Macht. „Quality is a myth”, Qualität und Vernunft dienten nur der Ausgrenzung von Frauen und seien deshalb strikt abzulehnen.

Der Reflex, alles als konstruiert und künstlich auszuweisen und das zu Rettende innerhalb des Kritisierten zu übergehen, um es leichter dekonstruieren zu können, hat sich ausgehend von der poststrukturalistischen Theorie längst verbreitet. Man erliegt dem Faszinosum des Umbruchs und gefällt sich auch außerhalb der Universität im blinden Zuschütten des scheinbar Überkommenen (von Familie, Nation, Staat und Religion über tradierte Sprache bis hin zum bürgerlichen Ideal zivilisierter Distanziertheit), ohne zur Kenntnis zu nehmen, dass gerade die kulturrevolutionäre Raserei gegen die Tradition stetes Attribut faschistischer Bewegungen war.

Ja. Der Zustand heißt SPD und Grüne. Die Veränderung als solche, egal wohin, als Verbesserung und das – in 100.000 Jahren Geschaffene – Bestehene per se als schlecht anzusehen.

Der Autor studiert Philosophie in Leipzig.

Nein.

Wir sollten aufhören, sowas „studieren” zu nennen.

Er erleidet Philosophie in Leipzig.