Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

E-Autos im Frost

Hadmut
9.2.2021 17:21

Leser fragen – Danisch weiß es auch nicht.

Ein Leser verweist auf einen Spiegel-Artikel über Leute, die gerade viele Stunden lang bei heftigen Minusgraden im Schnee feststeckten und zitiert

Fortmeier: Die Menschen haben natürlich die Motoren ihrer Autos angelassen. Deshalb wurden die Verkehrsteilnehmer mit Kraftstoff versorgt, damit sie sich aufwärmen können. Ohne Kraftstoffreserven kann man das nicht so einfach aussitzen.

Der Leser fragt, wie das dann mit e-Autos gehen soll.

Weiß ich nicht.

Im den Fernsehnachrichten kommt gerade, dass viele auf der A2 bis zu 15 Stunden bei zweistelligen Minus-Graden ausharren mussten. Gerade bringen sie, wie ein Fahrer eines Abschleppwagens eine völlig ausgefrorene Familie erst mal in das Fahrerhaus seines LKW verfrachtete, damit sie sich wieder aufwärmen können, weil die völlig am Ende waren. Vom ADAC geben sie als Ratschlag, dass man nur mit vollem Tank losfahren solle. Manchen bringen sie Treibstoff. Oder heiße Würstchen und andere Verpflegung. Geht aber auch nicht, weil wieder zu viele zu blöd sind, eine Rettungsgasse zu bilden.

Und ein Zentralproblem sei, dass jede Menge LKW trotz LKW-Verbot in die Autobahn einfuhren, weil sie aus sprachlichen Gründen die Durchsagen nicht verstehen oder weil sie schlicht lateinische Schrift nicht lesen können.

Kein Wort dazu, was eigentlich e-Auto-Fahrer machen sollen.

Ich war glücklicherweise erst einmal in so einer Situation. Als ich noch ab un zu zwischen Karlsruhe und Dresden hin- und hergefahren bin, hatte ich einige Male übelste Schneeverhältnisse, war auch mal statt der optimalen 5-6 Stunden volle 15 Stunden unterwegs, allerdings in Bewegung. Und einmal – ich glaube, das war irgendwo A9/A72 – auf der Autobahn festgesteckt. Da ging es nicht mehr vor und zurück, bei Minus 10 Grad oder sowas in dem Bereich. Das wurde richtig kalt, und da musste man wirklich den Motor fast durchlaufen lassen, weil so ein Auto wirklich verdammt schnell auskühlt und man den Motor auch nicht zu sehr auskühlen lassen sollte. Ging auch nur, weil ich genug im Tank hatte. Ich hatte mal bei der Polizei angerufen und gefragt, warum sie die Autos nicht wie so üblich nach hinten zurückfahren lassen und über die nächste Ausfahrt evakuieren, weil im Radio berichtet wurde, dass vorne dran ein großer schwerer Unfall stattgefunden hatte und das noch lange Zeit nicht durchgehen würde. Denn in den Nachbarfahrzeugen bekamen die richtig Probleme.

Die Polizei sagte, das würden sie gerne und das machten sie auch schon, aber ich hätte das Pech (oder Glück, wie man es nimmt) genau zwischen zwei Großunfällen stecken geblieben zu sein, weshalb es weder nach vorne, noch nach hinten ginge.

Allerdings hatte die eisige Kälte und eben dieser Umstand, dass viele komplett feststeckten, dazu geführt, dass die bei dem Unfall voraus die Wracks mit Gewalt und schweren Seilwinden brachial zur Seite gezogen hatten, um wenigstens eine Fahrspur freizukriegen. Irgendwann ging das dann zumindest langsam wieder voran, und das reicht dann, damit der Motor wieder genug Wärme produziert.