Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Frau, Antifrau und Videokonferenz

Hadmut
5.2.2021 20:50

Eine Leserin schreibt, sie leide wie ein Hund darunter.

Nun wäre mir zwar nicht bekannt, dass Hunde explizit Probleme mit Videokonferenzen hätten (und werde sicherlich bald darüber von Lesern eines Besseren belehrt), aber soviel kann ich sagen, dass meine Versuche, mit dem Graupapagei einer Freundin per Videokonferenz zu kommunizieren beim Federvieh auf gar keine Gegenliebe und ebensowenig Interesse stieß, obwohl auf Youtube Aufnahmen von kleineren Papageien zu finden sind, die mit Wonne Musikvideos auf Handys gucken und sogar weiterwischen.

Die Leserin schreibt mir nun:

Lieber Herr Danisch,

der Wunsch von Aspergern, nicht zu viele Informationen zu bekommen, werden bei Videoschalten fast perfekt erfüllt, (zumindest, wenn man die Augen schließt).

Ich habe seit Corona ständig an Videokonferenzen (überwiegend mit Männern) wahrzunehmen.

Den Männern gefällt das ausnehmend gut, weil sie zuhause rumlungern können, auf einfachste Weise die für sie notwendigen Informationen austauschen können.

Ich, als Frau, leide wie Hund, weil mir der Großteil der Kommunikationsinformationen fehlt. Worte und Mimik werden zeitlich im Versatz gesendet, die Gestik fällt komplett weg, es fehlt der Augenkontakt, gleichzeitig ist es wegen des zeitlichen Auseinanderfallens der Kommunikationskanäle und der zusätzlichen Leistung, zu versuchen, diese in Übereinstimmung zu bringen, anstrengender, als nur zu telefonieren.

Auch das würde meine Vermutung bestätigen. Nämlich dass Frauen eben sehr stark auf diesen Sozialkanal nicht nur abfahren, sondern angewiesen sind. Was wiederum exakt zum Genderistengezeter über männliches Laborverhalten entspräche, nämlich dass Männer ihre Persönlichkeit, ihr „Geschlecht” draußen vor dem Labor an den Kleiderhaken hängen und drinnen völlig von sich selbst abstrahieren und nüchtern und neutral agieren, was frauendiskriminierend und -ausgrenzend sei, weil Frauen das nicht könnten.

Diese Zuschrift passt da genau hinein.

So gesehen wäre eine Aspergerin damit die perfekte Antifrau. Wenn man den Mann als den göttlichen Nullpunkt betrachtet, wäre eine Aspergerin damit das symmetrische Gegenstück zu dem, was eine Frau ist, wie Materie und Antimaterie. Als in genau die gegenteilige Richtung verlagert: Normalfrau kann ohne den ganzen Sozialkram nichts anfangen, Antifrau kann mit dem ganzen Sozialkram nichts anfangen.

Ich hatte mal auf einer Reise für ein paar Tage im Hotel eine rassige, verdammt gut aussehende Italienerin (wie die in der Fiat-500-Werbung, die ich neulich getwittert habe), leider als Paar zusammen mit ihrem Typen da, ansonsten aber sehr nett, mit sagenhaftem Temperament und mediterraner Gestik, ihr hättet echt hören sollen, wie die „Mamma Mia!” geschimpft hat. Der blanke Wahnsinn. Die kam auch keine drei Worte weit, ohne dazu mit dem gesamten Körper mitzureden.

Die Amerikaner haben ja auch sowas, dass die zu Gedichten und Vorträgen (teils mit getrennten Personen wie Gebärdendolmetschern) so komische Handbewegungen machen, die das irgendwie alles unterstreichen sollen. Kam sogar im Film Sister Act II dran und Amanda Gorman hat bei der Inauguration Bidens auch sowas in der Art rumgefuchtelt.

Das scheint wirklich ein Sozialkommunikationskanal zu sein. Und die Emotionalsynchronisatin aus Namibia hatte ich ja schon oft genug erwähnt.