Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Ein Bärendienst für Pro Asyl

Hadmut
30.9.2020 16:39

Oder: Wer linke Freunde hat, braucht keine Gegner mehr.

Heute bekam ich einen Brief.

Von Pro Asyl.

Ich hätte sie schriftlich ermächtigt, eine Spende von 500 € von einem Konto einzuziehen, selbiges welches hier rechts im Randstreifen meines Blogs als Spendenkonto angegeben ist. Die Lastschrift konnte aber nicht eingelöst werden, was für sie ärgerlich sei, weil dann Bearbeitungsgebühren anfallen. Ob ich das nochmal prüfen und ihnen die richtige Kontonummer angeben könnte.

Ich habe mal nachgefragt.

Denn erstens habe ich sie ganz sicher nicht ermächtigt, von meinem Konto einzuziehen. Insbesondere nicht schriftlich.

Zweitens ganz sicher nicht von diesem Konto. Denn was viele nicht wissen:

Mit der Umstellung von Kontonr/BLZ/Lastschrift auf das europäischen IBAN/SEPA-Verfahren gab es nicht nur andere Nummern und längere Rückbuchungsfristen, sondern auch einen besonderen Kontenschutz: Man kann Konten bezüglich der Lastschriften auch auf Positiv- oder Negativliste stellen oder ganz sperren lassen. Und weil ich in der Anfangszeit unzählige faule Lastschriften hatte, weil alle möglichen Leute diese öffentlich einsehbare Kontonummer für alles mögliche verwendeten um was auch auch immer zu bestellen, bis hin zu Sexspielzeug und Personannahverkehrsmonatskarten in Österreich, wurde mir das schnell zu bunt. Man kann das zwar alles wieder rückbuchen lassen, kostet eigentlich nur zwei Mausklicks und etwas Geduld, aber man muss das halt alles kontrollieren und schauen, ob man jeden erwischt hat und auch alles wieder zurückgekommen ist, und dann kommt manchmal auch eine erstaunte oder wütende Frage rein, warum man bestelle und dann rückbuche. Das ist nicht allen Leuten klar, dass nicht alles stimmt, was irgendwer auf irgendeiner Bestellseite so eingibt. Der Bank war das anfangs auch nicht ganz klar, dass das mit dem neuen SEPA-Zeugs als verpflichtende Konteneigenschaft anzubieten ist, aber nach Insistieren und vor allem dem Überzeugen, dass es in beiderseitigem Interesse ist, weil so eine Rückbuchung für sie ja auch Aufwand ist, haben sie das dann implementiert und seither ist Ruhe. Keine Ahnung, wieviele Leute noch versuchen, da was abzubuchen, ich erfahre davon ja nichts mehr. Weil ich aber selbst veranlasst habe, dass das Konto gegen Lastschriften gesperrt wird, würde ich es ja auch nirgends als Lastschriftkonto angeben.

Wie nun auch ein Mailwechsel und ein Telefonat mit Pro Asyl hervorbrachten, sind sie nun auch überzeugt, dass da jemand falsche Daten eingegeben hat.

Und es da auch methodische Schwächen gibt. Denn in der angeblichen schriftlichen Ermächtigung gibt es zwar ein Unterschriftenfeld, aber zumindest in dem, was sie mir geschickt haben, stand keine gefälschte Unterschrift, sondern einfach gar keine. Man könnte auf den Gendanken kommen, dass sie da ein bisschen hemdsärmelig herunterlastschriften, denn seit SEPA ist das meines Wissens auch so, dass man nicht mehr auf Verdacht einziehen und abwarten kann, ob der andere widerspricht, sondern sich selbst vorher um eine Ermächtigung kümmern muss. Es gelten da nämlich auch unterschiedliche Widerrufsfristen, je nachdem, ob man eine Ermächtigung gegeben hat, aber mit dem Betrag nicht einverstanden ist, oder ob man erst gar keine Ermächtigung erteilt hat. Das ist bei SEPA ein Unterschied. Ich weiß es jetzt gerade nicht mehr auswenig, aber ich glaube, das ging sogar bis etwas über ein Jahr. Und das kann richtig böse enden, wenn man Geld per Lastschrift zieht, es auch schon ausgegeben und verwendet hat, das Geld also weg ist, und dann ein Jahr später die Rückbuchung der Lastschrift erfolgt. Da sie das aber auch leicht über eine Webseite machen wollen, fehlt’s da so ein bisschen an der Unterschrift für Lastschriften.

Jedenfalls hat nach Lage der Dinge irgendeine Deppin da draußen im Internet gemeint, Pro Asyl was Gutes oder mir was Schlechtes tun zu können, indem sie mit meinem Namen, meiner Anschrift, und meiner Kontonummer Pro Asyl 500 Euro von meinem Konto spendet.

Das geht nicht nur schief, weil das Konto eben für Lastschriften aller Art gesperrt ist, sondern es bewirkt auch das Gegenteil: Bei mir wird nichts abgebucht, aber Pro Asyl hat die Kosten für eine abgewiesene Lastschrift (ich weiß nicht, wieviel das kostet, weil von Bank zu Bank unterschiedlich, aber es ist ziemlich happig), ein Schreiben an mich und die Bearbeitung meines Auskunftsersuchens.

Was mich daran erinnert, dass mich Fridays for Future neulich ja auch schon für einen ihrer Spender hielt.

Und die Moral von der Geschicht’: Wer linke Anhänger hat, braucht keine Gegner mehr.