Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Herrmann

Hadmut
16.9.2020 17:57

Vom Zustand Berlins am Beispiel Friedrichshain-Kreuzberg und seiner Bürgermeisterin Monika Herrmann.

Aus dem Text:

In den Grünanlagen Friedrichshain-Kreuzbergs liegt immer mehr Müll, die Bezirksbürgermeisterin beklagt eine Verwahrlosung des öffentlichen Raums. Das betrifft auch zeltende Obdachlose.

Heißt es nicht ständig, gerade eben zum abgebrannten Lager Moria, wir hätten hier genug Platz für alle, wir sollten immer mehr Leute reinholen?

“Wir schlafen hier zu dritt, manchmal zu viert”, sagt Kader, ein Obdachloser aus Burkina Faso auf Englisch, als er das Innere seines selbstgebauten Zelts zeigt. Er campiere seit vier Monaten an dieser Stelle. “Dieser Platz hier ist scheiße. Ich mag dieses Leben nicht”, sagt er. Je öfter Menschen draußen schliefen, umso gestresster seien sie.

Und doch heißt es, wir sollten alle aufnahmen, weil doch genug Platz da sei.

Denn unübersehbar ist auch der Müll rund um die Fläche, auf der die Obdachlosen ihre Zelte gestellt haben. Kader gibt an, den Müll hätten andere dahin gestellt – das Ordnungsamt solle ihn wegräumen.

Lühmann zufolgge hat die Müllmenge und Verschmutzung der Grünanlagen im Bezirk – unabhängig von der Obdachlosen-Thematik – massiv zugenommen. Die Reinigung der Grünanlagen würden die Bezirksverwaltung deshalb immer mehr Geld kosten: 2016 habe der Bezirk etwa 450.000 Euro dafür ausgegeben, in diesem Jahr würden es ungefähr 900.000 Euro sein.

Ich bin alt genug, um mich noch an Zeiten zu erinnern, als das nahezu gar nichts gekostet hat, weil das früher in den meisten Teilen, oder eigentlich überall, schlicht nicht gab, dass man seinen Müll in den Parks abgeladen hat. Ich kenne das aus meiner Kindheit und Jugend eigentlich nicht, dass das ein Regelzustand wäre, dass die Leute ihren Müll einfach irgendwohin abladen. Das waren noch so konservative Erziehungsmethoden, die man ja abgeschafft hat, bei denen man noch Benehmen und Verhalten und sowas lernte, und dass man seinen Dreck wegräumt bzw. erst gar nicht macht.

Heute ist die Generation Umweltschutz dran und alles wird erst mal durchvermüllt.

Die vergangenen Monate des coronabedingten sogenannten Lockdowns hätten gezeigt, dass Vermüllung nicht wie – auch von ihr – lange angenommen, vor allem von Partytouristen im Bezirk ausgehe, sagte sie. “Das Müllaufkommen war in der Zeit keinesfalls geringer”, so Herrmann in einer Pressekonferenz. Mit all dem zusätzlichen Müll fertigzuwerden übersteige das Budget der Bezirksverwaltung. Deshalb fordere sie, dass die BSR die Reinigung des gesamten öffentlichen Raums übernehme.

Muss man sich mal klarmachen: „Mit all dem zusätzlichen Müll fertigzuwerden übersteige das Budget der Bezirksverwaltung.”

Und trotzdem dachte man (Grüne), dass das hier alles nur gute Leute seien, der Dreck nur von den Partytouristen käme. Mit Corona blieben die Touristen weg, der Dreck blieb, und man merkte plötzlich, dass Friedrichshain-Kreuzberg einfach von selbst eine Müllhalde ist.

Und zwar so stark selbstvermüllt, dass sie sich nun schon selbst die Müllabfuhr nicht mehr leisten können.

Trommelwirbel, Brüller, Tusch!

Um mehr Sicherheit und besseren Schutz vor Vandalismus zu erreichen, brauche der Bezirk eine andere Polizeiarbeit als bisher, mit mehr Präsenz und Streifen auf der Straße und mit einer Rückkehr zur Idee des Kontaktbereichsbeamten. Von den Verantwortlichen höre sie auf diesen Wunsch hin allerdings, “dass dies die Kapazitäten übersteigert, die die Polizei hat”.

Hatte man nicht eben noch nach amerikanischem Schema „defund the police” gefordert, Polizei abschaffen? Und jetzt kommt heraus, dass sie dringend mehr Polizei bräuchten, aber sich soviel Polizei nicht leisten können wie sie bräuchten, um die Selbstzerstörung aufzuhalten, nachdem sie sich schon die Müllabfuhr für die Selbstvermüllung nicht leisten können?

Sonst noch Probleme?

Auch die Drogenpolitik des Senats funktioniere nicht.

Ach. Echt? Wer hätte das gedacht?

Das fährt gerade alles so richtig gegen die Wand.

Das sozialistische Paradies, dass dieselbe Bürgermeisterin aber an die Wand malt (Einer kommentierte, das sehe aus, wie die Bildchen im Wachtturm der Jehovas), sieht dagegen so aus:

Ach ja: Sie hat nicht nur mit Polizei und Müllabfuhr Probleme, mit der Feuerwehr legt sie sich auch gerade an:

Die legen ja nun den Autoverkehr lahm, indem sie breite Radwege anlegen und die Parkstreifen für Autos dazu so in Richtung Fahrbahn verlegen, dass nur noch ein Fahrstreifen übrig bleibt.

Nun kommt die Feuerwehr und sagt, das geht so nicht, weil sie nicht mehr durchkommen. Die Straßen würden dadurch so verengt, dass die Autofahrer keine Rettungsgasse mehr bilden und die Einsatzfahrzeuge nicht mehr vorbeilassen können. Und wegen der nun vorne parkenden Autos kämen sie auch nicht mehr an die Gebäude ran. Monika Herrmann habe die Feuerwehr verhöhnt, heißt es.

Mal sehen.