Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Steatopygie

Hadmut
12.8.2020 0:10

Nein, das ist keine Spezialdisziplin der Kryptographie und keine Weiterentwicklung der Steganographie.

Ich werde gerade belehrt, dass der vornehme Fachbegriff für „Hottentottenarsch” Steatopygie lautet. Wikipedia schreibt dazu:

In der deutschen Sprache wurde der Begriff in der Zeit des Kolonialismus geprägt, so definierte Brockhaus’ Kleines Konversations-Lexikon 1911:

„Steatopygīe (grch.), Fettsteiß, übermäßige Fettanhäufung am Gesäß der Hottentottinnen und Buschweiber.“[3]

sowie Meyers Großes Konversations-Lexikon 1909:

„Steatopygīe (griech.), übermäßige Fettanhäufung am Gesäß bei verschiedenen Rassen, namentlich den weiblichen Hottentotten […], soll nach Piette auch den vorgeschichtlichen Bewohnern Frankreichs (Solutrézeit) eigentümlich gewesen sein. […]“[4]

Otto Dornblüth definierte Steatopygie in seinem klinischen Wörterbuch 1927 als:

„die bei Frauen ohnehin schon vorhandene Neigung zu Fettansatz an dieser Stelle findet sich bei manchen wilden Stämmen (Hottentotten- und Buschweibern) ganz bes. entwickelt. Aber auch an e. Elfenbeinfigürchen der Urmenschen von Moustiers (alt. Steinzeit), genannt Venus von Moustiers.“

– Otto Dornblüth: Klinisches Wörterbuch. 13./14. Auflage. 1927.[5]

Als ob die Kolonialisten da schuld dran wären und das erfunden haben (so wie Trump nun schuld dran ist, dass die in den USA nicht abnehmen).

Pracht- und Anschauungsexemplar für Europa war eine gewisse Sarah Baartman

Der Anatom Georges Cuvier führte eine Sektion durch. Skelett, Gehirn und Geschlechtsteil wurden konserviert, nachdem vom Körper ein Gipsabdruck angefertigt worden war. Der bemalte Gipsabdruck und das Skelett wurden im Muséum national d’histoire naturelle ausgestellt, aus dem später das heute im Palais de Chaillot untergebrachte Musée de l’Homme wurde.

Wahrscheinlich kommen jetzt die Soziologen und Philosphen und meinen, dass sei gemäß dem Poststrukturalismus und dem Sprechaktkrampf nach dem Philosphen-Leithammel Foucoult (bescheuert, wie er war, angeblich der am häufigsten zitierte „Wissenschaftler”, weil sich eben so viele akademische Deppen auf den beziehen) ein Stück Realität, das erst durch den Sprachakt geschaffen wäre.

Man wird also der Meinung sein, dass die Steatopygie gemäß deren Sprechakthokuspokus dort unbemerkt war und erst entstanden sei, als der erste Europäer da ankam und meinte „Boah, Günther, schau mal, hat die einen fetten…”

Man findet ja auch immer wieder die Behauptung und den Standpunkt, dass Leute gar nicht dick, fett, schwer wären, sondern das alles nur die Schuld derer sei, die da einfach ankommen und irgendeinen willkürlichen Maßstab als Schönheitsideal festlegen und sie erst dadurch zu „Fetten” erklären.

Ich habe deshalb wenig Zweifel, dass es da bereits Literatur gibt (oder spätestens demnächst gibt), die „Fat Shaming” als Kollonialismus einstuft.

Vermutlich bin ich dann in deren Logik auch dran schuld, dass die Soziologen so dumm sind. Weil ich sie dumm nenne. Sprechakt.

Also, wenn das dann so ist … dann werden die sich noch auf den ein oder anderen Sprechakt von mir einstellen müssen.