Ansichten eines Informatikers

Die feministische postkoloniale Marxistifizierung der Geographie

Hadmut
7.8.2020 2:25

Es geht um die Verblödung aller Professoren. Soweit noch nicht geschehen.

Ich gebe es ja zu: Ich war in der Schule in Geographie lausig – weil der Geographieunterricht lausig war. Irgendwelche Zahlenkolonnen auswendig lernen. Ich habe das Kotzen schon bekommen, als ich von der Grundschule auf das Gymnasium kam. Schon am ersten Tag. Ich war in Rheinland-Pfalz auf dem Gymnasium, wo man von je her seine Schulbücher selbst kaufen musste und schon lange vor dem ersten Schultag eine Liste mit Büchern bekam, die man gefälligst zu beschaffen hatte. Was jetzt zwar sehr teuer, aber nicht unbedingt so schwierig war, weil die Buchhandlungen der Stadt, die sich als Schulbuchhandlungen darstellten, das Zeug vorrätig hatten, weil die Schulen auch die Buchläden unterrichteten, welche Bücher sie verlangten. Im Prinzip reichte es, in den Laden zu gehen und zu sagen, welche Schule, welche Klassenstufe, und dann stellten die einem das zusammen.

Fast.

Damals war gerade der neue Diercke Schulatlas herausgekommen, der erste, der außen bunt war. Und innen auch. Ich fand den total klasse, weil ich ja schon vor Schulanfang wissen wollte, was in den Büchern stand, die ich ja schon vorher hatte. Erster Tag Erdkunde: Die Hälfte der Kinder hatte den neuen, bunten Atlas, die anderen Hälfte noch eine Auflage älter, den großen, hässlichen, braunen mit dem Stoffumschlag. Och, dachte ich, wie gut, dass ich den Neuen habe. Nun hatte der Lehrer aber keine Lust, sich einen neuen Atlas zu kaufen und seinen Unterricht auf das neue Exemplar umzustellen, also mussten wir alle den neuen in der Buchhandlung gegen das alte Exemplar umtauschen, was ich nicht nur hässlich fand, sondern das in meinen Schulranzen nicht passte. Ich hätte kotzen können. Weiß ich noch heute. Und genau so borniert ging es dann im Unterricht rum, man musste die verschiedenen Karten auswenig lernen, auf denen dann stand, wieviele Niederschläge es in der Wüste von Sowieso gab, wie hoch das Gebirge hinter dem anderen ist, oder welche Bodenschätze es in Sonstwo gibt. Meines damaligen und heutigen Erachtens völlig untauglich, um Interesse an Geographie zu wecken, genauso grottig, wie der Geschichtsunterricht (Jahreszahlen und Namen auswendig lernen).

Der einzige Lichtblick war, dass mein großer brauner alter Diercke-Atlas auch noch schlecht gebunden war, alsbald auseinander fiel und zu meinem Gefallen mein Problem löste, weil ich dann nur noch die Kartenblätter mitnahm, die gerade dran waren.

Spaß, großen Spaß, habe ich an der Geographie erst lange nach der Schule gefunden. Nämlich mit dem Reisen, dem Fliegen, dem Zelten bei Pfadfindern, GPS, Navigation, USA, Afrika, Australien, Asien. So als Globetrotter. Und vor allem mit Satellitenbildern, Google Maps und dergleichen. Und Fernsehserien über andere Länder. Geographie ist sagenhaft. Nur nicht in der Schule, weil es reines Zahlenkolonnenauswendiglernen war, ohne jeglichen Geozusammenhang. Schon der Umstand, dass ich über Jahre hinweg damit rumgekommen bin, immer nur ein paar Seiten aus meinem auseinandergefallenen Diercke-Atlas mitzunehmen zeigt ja schon, dass die die Zusammenhänge überhaupt nicht interessierten. Wir haben auswendig gelernt, welche Messwerte man in der Wüste X findet, aber nicht, wo die Wüste X ist, warum, und was es damit auf sich hat. Als ich auf La Reunion war, hatte ich Euch doch beschrieben, dass ich eigentlich nach Hawaii wollte, und mir die Frau aus dem Reisebüro sagte, das sei wie Hawaii, nur billiger und in der EU, weil selber Breitengrad. Südhalbkugel halt. Auch vulkanisch. Bauähnlich. Sowas hätte ich im Unterricht nie gelernt. Kontinente wie Australien oder Afrika kann man ohne Geographie nicht verstehen. Für viele Teile Europas reichten eigentlich die früher noch üblichen Straßenkarten.

Nun, die Geographie ist kaputt.

Wenn ich bei Amazon die Beschreibung des aktuellen Diercke-Atlas lese, finde ich

Der Universalatlas vermittelt räumliche Orientierung und thematisiert die Fragen der modernen Gesellschaft, wie Nachhaltigkeit, globale Herstellungsketten, Religionsgemeinschaften, soziale Gerechtigkeit uvm. Er stellt Zusammenhänge dar und vergleicht die ökologischen und ökonomischen Gegebenheiten in den unterschiedlichen Teilen der Welt.

Dabei zeigt der Diercke Drei in seinen zahlreichen Geschichtskarten, woraus moderne Strukturen entstanden sind und wie sich heutige Gesellschaften historisch entwickelt haben.

Der Umgang mit dem Atlas ist sogar für noch unerfahrene Atlasnutzer problemlos möglich: Die Karten führen den Schüler selbstständig durch das Unterrichtsthema, ergänzen sich inhaltlich und verweisen aufeinander.

Der Diercke Drei differenziert seine Karten nach den Niveaustufen Grundorientierung, Erweiterung und Fokussierung und vermittelt in kleinen Exkursen alle wichtigen Methoden und Kompetenzen.

*Würg*

Soziale Gerechtigkeit. Und statt Mercator-Projektion die „sternförmige Planisphäre”.

Politscheiße. Da waren mir selbst die Zahlenkolonnen noch lieber.

Nun macht mich einer auf eine Stellenausschreibung für eine Professur aufmerksam: Im Fachbereich Geowissenschaften der Westfälische Wilhelms-Universität Münster ist im Institut für Geographie zum 01.10.2021 eine W3-Professur Humangeographie mit Schwerpunkt Wirtschaftsgeographie und Globalisierungsforschung

Die Beschreibung verursacht schon Übelkeit.

Die/Der zukünftige Stelleninhaber*in ist in der Erforschung von Geographien der translokalen und globalen Ökonomie aus einer kritischen und heterodoxen Perspektive ausgewiesen.

„Die Erforschung der globalen Ökonomie aus einer kritischen und heterodoxen Perspektive” – wenn ich so einen Scheiß schon höre. Es gab mal eine Zeit, da wollten Wissenschaftler objektiv sein und unabhängig vom eigenen Standpunkt arbeiten. Heute wird subjektiven Schrott zu labern schon zur formalen Einstellungsvoraussetzung in Ausschreibungen.

In ihrer/seiner bisherigen Forschung muss sie/er durch eine Pluralität aktueller gesellschaftstheoretisch ausgerichteter wirtschaftsgeographischer Ansätze exzellent ausgewiesen sein (vorzugsweise neomarxistische Ansätze, postkoloniale Ansätze, feministische Ansätze, New Materialism oder Assemblage- Ansätze).

Lest Euch das bitte dreimal durch.

Wer eine Professur für Geographie will, der muss gesellschaftstheoretisch drauf sein, bevorzugt neomarxistische, postkoloniale, feministische Ansätze.

Wir haben DDR 2.0. Man bekommt die Professur nur, wenn man entsprechend in Marxismus-Leninismus ausgebildet ist. Hieß zwischendrin mal Genderismus-Feminismus, jetzt Marxismus-Feminismus.

Aus diesem Blickwinkel hat sie/er Forschungsbeiträge zu denjenigen raumrelevanten Strömen, Netzwerken und Machtwirkungen der Globalisierung vorgelegt, die maßgeblich durch den weltweit agierenden Kapitalismus in unterschiedlichen inhaltlichen Feldern vorangetrieben werden.

Es liest sich wie die Beschreibung einer bestimmten Person, als hätte man die Ausschreibung von vornherein so gebaut, dass sie auf irgendeine Gendertussi passt, die von Geographie keine Ahnung hat, aber genau sowas schon geschrieben hat. Als hätte man direkt den Titel bestehender Texte in die Ausschreibung übernommen.

Sie/Er hat die Neuverhandlung der Grenzen zwischen Ökonomie, Gesellschaft und Umwelt insbesondere in Bereichen wie Arbeit, Arbeitsmigration, kulturelle Ökonomie(n), Care, Entwicklung/ Globale Ungleichheiten oder Technologien erforscht, adressiert damit die Pluralität von Wirtschaftsgeographien im Sinne der diverse economies und nimmt mit ihren/seinen einschlägigen Arbeiten Bezug auf entsprechende international prominente Debatten.

Als hätte man das an der Literaturliste einer tiefenunfähigen, aber zu bevorzugenden Wunschkandidatin entlanggeschrieben, damit die dann ihr marxistisches Dummschwätz verbeamten lassen kann.

Die/Der Bewerber*in soll vorzugsweise Geographie studiert haben. Denkbar ist auch ein Studium in einem verwandten Fach (Politikwissenschaften, Ethnologie, Anthropologie, Sozialwissenschaften).

Man muss keine Ahnung von Geographie haben, sie nehmen jeden linken Diplomschwätzer. Politik, Sozialwissenschaften, egal, Hauptsache Marx.

Sie/Er muss eine Dissertation in der Humangeographie vorgelegt haben.

Was mir als Begriff noch nicht untergekommen ist, aber Wikipedia meint dazu „Die Humangeographie, auch Anthropogeographie (altgriechisch ἄνθρωπος ánthropos „Mensch“) oder Kulturgeographie ist neben der physischen Geographie der zweite große Teilbereich der Allgemeinen Geographie und beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Raum und Mensch – oder genauer – mit der räumlichen Organisation menschlichen Handelns. ” Also im Prinzip die Fortführung der Soziologie unter Plünderung der Forschungsgelder anderer Fakultäten – wie in der Informatik.

Wie kann man so einen Schwachsinn ausschreiben?

Antwort aus der Ausschreibung:

Die WWU Münster tritt für die Geschlechtergerechtigkeit ein und strebt eine Erhöhung des Anteils von Frauen in Forschung und Lehre an. Bewerbungen von Frauen sind daher ausdrücklich erwünscht; Frauen werden bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung bevorzugt berücksichtigt, sofern nicht in der Person eines Mitbewerbers liegende Gründe überwiegen.

Aus rechtlichen Gründen kann man Frauen bei schlechterer Befähigung nicht berücksichtigen, und erfahrungsgemäß sind die weiblichen Bewerber bei vielen Professuren nicht konkurrenzfähig und schlicht unbefähigt. Deshalb sucht man sich zuerst die Kandidatin und schreibt dann die Ausschreibung an deren Literaturliste entlang, und schreibt noch dazu, dass es nicht wichtig ist, ob sie Ahnung von Geographie hat. Damit von vornherein feststeht, wer gewinnt.

Hochschulkriminalität

Ich schreibe das Blog Forschungsmafia schon länger nicht mehr, aber da hätte das voll reingepasst.

Hier sieht man ein Paradebeispiel für Untreue, Nepotismus, Verfassungsbruch durch manipulierte und hingebogene Ausschreibungen.

Marxistische Kriminelle, die sich wieder mal eine Stelle samt Finanzierung und Einfluss unter den Nagel reißen, um sie für marxistische Zwecke zu missbrauchen.

Eigentlich müsste man mal abwarten, bis einen schönen Tages alle Professoren in der Uni sind, dann schnell die Türen zuschweißen, die Fenster vergittern und „Gefängnis” dranschreiben, denn das Ausmaß an Kriminalität bei Professoren hat einen katastrophalen Umfang erreicht.

Was, glaubt Ihr, könnte man an so einer Klapsmühle in Geographie überhaupt noch lernen?

Es wird in Zukunft dann nur noch zwei Wissensbereiche geben: Marxismus-Leninismus und Koran.

Geographie könnt Ihr abhaken.