Ansichten eines Informatikers

„Keine Zugangsvoraussetzungen”

Hadmut
25.5.2020 13:43

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„Keine Zugangsvoraussetzungen” – heißt: Wir nehmen auch die dümmste Kartoffel, man muss gar nichts mehr können, um in der Presse zu schreiben.

„lerne bei uns Schreiben, Online, Video, TV, Audio, Social”

Grammatik ist auch schon nicht mehr dabei. Lerne bei uns TV. Lerne bei uns Social. Wie bei Horst Schlämmer: „Ich habe Rücken.”

Beachtlich steht sowas wie Recherche, Recht, Pflichten, Haftung, Objektivität, Logik, Fairness auch nicht dabei.

Quintessenz ist: Wir suchen junge Frauen, Hirninhalt egal, Hirnkapazität auch, muss nicht viel rein, die eine Knipse drücken und blubbern lernen.

Bewirb Dich damit bei der Springer Akademie, die sich in Ihrem Profil da so anpreist: „Deutschlands fortschrittlichste Journalistenschule / Germany’s most progressive school of journalism”

Ja, das Gefühl habe ich auch. Was man heute halt so unter fortschrittlich, progressiv versteht.

Schaut man dann allerdings auf deren Bewerbungsseite, dann steht da:

Wenn Sie es in die zweite Runde des Auswahlverfahrens geschafft haben, laden wir Sie im Juli 2020 zu einem Testtag nach Berlin ein, Sie schreiben wieder eine Reportage und legen einen Wissenstest ab.

Äh … Moment mal. Oben hieß es noch „Keine Zugangsvoraussetzungen” und im Kleingedruckten kommen sie dann mit „Wissenstest”?

Der würde mich ja mal interessieren.