Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Die Meta-Verschwörungstheorie

Hadmut
17.5.2020 1:18

Leser fragen – Danisch weiß es auch nicht.

Bei mir mehren sich die Zuschriften und Anfragen einiger Leser mit Bezug auf die Corona-Proteste. Nicht nur, aber gerade, wenn man sowas sieht

(ich hatte das heute retweetet) kommen viele Leser zu der Einschätzung: Nein. So dumm kann man nicht sein. Das kann nicht echt sein.

Gibt es eine Verschwörung von Leuten, die sich verschworen haben, uns Verschwörungstheoretiker vorzugaukeln? Eine Meta-Verschwörungstheorie?

Nach meinen Fronteinsätzen der letzten Jahre sehe ich die Grenzen des Möglichen durchaus elastischer, und meine bevorzugte Verschwörungstheorie bezieht sich auf das gigantische Täuschungsmanöver, dieser Spezies den Namen „homo sapiens” zu geben. Seit ich in Berlin wohne, halte ich schon „homo erectus” für nicht in voller Breite vertretbar und glaubwürdig.

Die Meinungen und Einschätzungen zu den Außengrenzen der menschlichen Psyche und Intelligenz gehen auseinander. Das macht es nicht einfacher, Fragen in Bezug auf derartige Kategorien zu beantworten.

Um den Strom der Zuschriften mal zusammenzufassen und daraus eine zentrale Frage zu formen:

Sind diese Proteste eine False-Flag-Aktion? Sind die inszeniert, um uns Aluhüte vorzutanzen? (Vorhin kam hier im Radio eine – ich hatte den Verdacht, es war satirisch gemeint, aber ich bin mir nicht ganz sicher – nachrichtenartige Meldung, dass wir den Klopapiermangel in den Supermärkten inzwischen langsam überwunden hätten, aber nun ein noch schlimmerer Mangel an Alufolie drohe.)

War der linke Angriff auf die heute-show durch Linke ein Betriebsunfall beim Versuch, einen rechten Angriff vorzutäuschen?

Weiß ich nicht.

Keine Ahnung.

Ich habe keine greifbaren Hinweise darauf.

Aufgefallen ist natürlich, dass die Medien wirklich jedesmal, wenn es irgendwo Reibereien gibt, stets dazusagen, dass da „auch Rechte hingehen”. Welche Absicht dahintersteckt, also es Rechten anzulasten oder eine Art „Diversität” zu stiften, damit man es nicht Linken anlastet, weiß ich auch nicht. Hinweise, dass da „auch Linke hingehen”, sind eher selten.

Aufgefallen ist mir ebenfalls, dass man seit der Corona-Krise einen Mangel an Feindbildern hat. So die üblichen Haudrauf-Ziele wie

  • Klimaleugner
  • Sexisten
  • Diesel-Fahrer
  • SUVs
  • Feinstaubverursacher
  • Bürograpscher und Sexuelle-Belästiger-am-Arbeitsplatz

Zieht ja alles gerade nicht. Und werden wohl auf absehbare Zeit auch nicht ziehen. Selbst Greta hat auf Corona umgesattelt in der Hoffnung, endlich wieder zur Kenntnis genommen zu werden und noch jemanden zu finden, der sich hörbar an ihr stört.

Wir haben eine großen – vor allem eben geisteswissenschaftlichen orientierten – Teil der nicht-wirklich-arbeitenden Bevölkerung wie vor allem Presse und Rundfunk (hatte ich schon erwähnt, dass man die unterscheiden sollte?), vor allem marxistischer Prägung, die es nicht schaffen, für sich selbst einen eigenen, isolierten Standpunkt zu finden, und deren ganzes Weltbild allein aus irgendwelchen Klassenkämpfen (egal worum) und Konflikten besteht, die einen gegen die anderen. Es gibt da Leute, die regelrechte Entzugserscheinungen bekommen und auf Turkey sind, wenn sie nicht irgendwen als Gegner hinstellen und als Idioten vorführen können. Weil sie nichts anderes können.

Irgendwer hat mal gesagt, dass es normal sei, dass Politiker eigentlich nichts Normales können, weil das einzige, was ein Politiker können muss, ist, den politischen Gegner zu bekämpfen. Dazu braucht man einen.

Ich hatte diese Woche im Blog beschrieben, dass Medienfritzen vom diesem Rechercheverbund WDR-NDR-Süddeutsche, besonders penetrant vom WDR, bei den Gesundheitsämtern rumlungern und die drangsalieren, nicht mal um eine bestimmte polistische Strategie zu verfolgen, sondern einfach nur, um jeglichen Stunk zu machen und Skandal zu kochen, egal worum.

Oder anders gesagt: Ein, zwei Monate ohne irgendeine Nachricht außerhalb der täglichen Wiederholung der immer selben Corona-Sondersendung im Murmeltiertagstil halten die nicht aus. Da platzen die.

Ich kann mich erinnern, vor Jahren mal davon gelesen zu haben, dass Medienforscher irgendeinen Tag in den 50er oder 60er Jahren gefunden haben, den einzigen Tag der Mediengeschichte, an dem nichts, oder zumindest am allerwenigsten passiert ist, einen einzelnen Tag ohne jegliche Nachrichten. Da ist einfach nichts Besonderes passiert. Gar nichts. Außer natürlich dem schrecklichen Trauma, das das bei den Medien damals schon hinterlassen hat.

Und nun haben wir schon zweieinhalb Monate, seit Anfang März, in denen nichts passiert ist.

Keine Ahnung, wie die am Jahresende einen Jahresrückblick machen wollen. Werden sie wohl auf 2021 verschieben.

Die Medienbranche, die Klassenkämpfer, die Leugner-Krieger und so weiter zucken längst irgendwo zwischen Halluzinationen und Delirium.

Oder anders gesagt: Ich weiß zwar nicht, ob wir damit das Corona-Virus ausrotten können, aber wenn wir es schaffen, noch bis Juli zuhause zu bleiben, haben wir zumindest die Medienbranche ausgehungert und ausgerottet. Auch nicht schlecht. Das wäre es wert. Schaffen wir es bis August, fangen die Marxisten an, ihre Füße zu fressen um sich selbst zu beklassenkämpfen. Das war bei Marx nicht vorgesehen, dass die Leute alle zuhause bleiben und Home Office machen. Naja, war mit Dampfmaschine auch etwas schwieriger.

Ich hatte ja auch schon öfters berichtet, dass man herausgefunden hatte, dass die meiste Hakenkreuze von Linken geschmiert werden, weil die die Sichtbarkeit ihres (echten oder fiktiven) Gegners zur eigenen Daseinsberechtigung und Finanzierung brauchen.

Momentan haben wir aber nur ein Thema, also ist die einzig konstruierbare Gegenfraktion der Corona-Leugner. Wobei das mit dem Leugnen ja nicht immer ganz einfach ist, bei Gender ging es ja auf der politisch korrekten Seite schon um das Geschlechter-Leugnen, die Gegner waren deshalb die Leugnungs-Leugner. So die Sache mit der doppelten Verneinung.

Ist Euch aufgefallen, dass die heute show in der zweiten Sendung nach dem Angriff den Tag gar nicht mehr erwähnt hat? Was hätten die eigentlich gemacht, wenn sie nicht angegriffen worden wären? War die Ausbeute an dem Tag vielleicht total mies? Keinen einzigen Fisch gefangen?

Mehrere Leser waren der Auffassung, der oben gezeigte Tanzaffe sei nicht echt, sondern künstlich aufgestellt, um überhaupt noch irgendetwas berichten zu können. Womit wir wieder bei dem Thema wären, dass der Rundfunk das, worüber er berichtet, selbst mitbringt und aufstellt. Die Audiovisuelle Wirkung und Beeinflussung.

Ich weiß es nicht.