Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Virologinnen

Hadmut
14.5.2020 11:57

Über Anspruch, Realität und Widerspruch.

Der Anspruch

Die Forderung:

Der Verein ProQuote Medien sieht in der Medienberichterstattung zur Corona-Krise derzeit ein Ungleichgewicht an zu vielen männlichen Experten. „Wir wollen mehr Virologinnen, Infektiologinnen, Epidemiologinnen oder Intensivmedizinerinnen sehen, die für uns die Pandemie einordnen und erklären“, sagte die Vorsitzende des Vereins ProQuote Medien, Edith Heitkämper. Der Verein, der sich seit seiner Gründung im Jahr 2012 dafür einsetzt, dass mehr Frauen in Führungspositionen im Journalismus kommen, schob zugleich eine Kampagne an, bei der unter dem Hashtag #Coronaexpertin in Sozialen Medien Namen von Spezialistinnen gesammelt werden. Zudem will der Verein Kliniken und Forschungsinstitute ansprechen und eine größere weibliche Expertenliste erstellen.

(Vielleicht sollte ihnen mal irgendwer erklären, dass Virologie, Intensivmedizin und solche Dinge nicht zum Journalismus gehören, auch dann nicht, wenn sie in den Medien als „Experten” auftauchen.)

Die Realität

So sieht es dann aus: Der weltweit agierende Nachrichtensender CNN lädt die renommierte und erfahrene Virologin und Epidemiologin Greta Thunberg zum Gespräch.

Auch auf ihrer Webseite schreiben sie, ihnen reiche es, bei ihnen könnte man Corona-Expertinnen finden.

Der Widerspruch

Eben genau diesen Propagandaverein ProQuote habe ich auf Journalistenkonferenzen schon öfters live erlebt. Zutiefst im feministischen Dummsumpf verstrickt, hatten sie sich voll auf diesen geisteswissenschaftlichen Käse eingelassen und jahrelang an dieser Hatz auf Männer und deren geschlechtsstiftende Wissenschaft beteiligt und gefordert, dass Frauen ihre Posten qualifikationsunabhängig per Quote (drum nennen sie sich ja auch so, „ProQuote”) bekommen müssten, weil Qualifikation ja alles nur Ausrede sei, um Frauen auszugrenzen. Und natürlich tief in dieser bekloppten geisteswissenschaftlich-poststrukturalistischen Denkweise, voll auf Gender und Feminismus.

Und jetzt wundern sie sich über das Ergebnis ihres eigenen Wirkens, nämlich darüber, dass man dann, wenn es ernst wird, besonders auf die Männer zugreift.

Geliefert wie bestellt. Der ganze Quotendruck hat überall vor allem dazu geführt, dass man Frauen vorrangig oder nur noch als Quotenartefakt wahrnimmt und immer mindestens unterschwellig denkt, dass die den Job auch nur hat, weil man ihn ihr geben musste und nicht mehr anders konnte. Und dass dieser Schuss nach hinten losgeht. Hatte ich schon vor Jahren gepredigt, haben sie mir nicht geglaubt.

Auf ihrer Webseite listen sie 17 Virologinnen.

Was sie nicht sagen: Wieviele Männer gibt es da? Wie hoch ist der Anteil der Frauen in diesem Fachbereich insgesamt? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, eine Frau zu erwischen, wenn man da willkürlich-zufällig jemanden herausgreift?

Warum haben wir inzwischen einen Anteil von Frauen im Medizinstudium, der von manchen als etwa 70% beschrieben wird, und trotzdem bekommen sie nur 17 Leute auf ihre Liste?

Hat man geklärt, ob die überhaupt ins Fernsehen wollen? Wie man hört, ist Drosten inzwischen ziemlich sauer und extrem genervt vom Gebaren und Schreiben der Journalisten. Das ist ja bekannt, dass es viel Zeit, Nerven und manchmal Ansehen kostet, sich mit dieser Meute einzulassen. Vielleicht wollten die das ja gar nicht.