Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Haben die US-Demokraten gerade ihre Vorwahlen sabotiert?

Hadmut
2.5.2020 12:32

Interessante Frage.

Mehrere Leser meinen, hinter den Sex-Vorwürfen gegen Joe Biden einen ganz anderen Plot zu entdecken.

Ich habe auch Zuschriften bekommen, wonach eben diese Vorwürfe schon früher geäußert wurde, es gab sogar einen (angeblichen, wer kann da schon aus unserer Sicht hier prüfen, ob der Mitschnitt echt oder der Ton ausgetauscht ist) Mitschnitt einer alten Talkshow, angeblich ganz plötzlich aus den Portalen verschwunden und nur noch in den Seitenarmen zu finden, in der eine Anruferin die Vorwürfe damals schon geäußert haben soll, und auch sonst sollen die Vorgänge schon früher so bekannt gewesen sein, dass sie zumindest nicht ad hoc aus der Luft gegriffen sein könnten. Ob nun wahr oder nicht, sie seien zumindest nicht neu. Und es gäbe nicht wenige Videomitschnitte von öffentlichen Wahlkampfauftritten, in denen man deutlich sehen könne, wie er junge Frauen und Mädchen begrabbelt („Creepy Joe Biden”, etwa hier und hier). Und da fällt mir ein (ich hatte gerade vorgestern erst jemandem erzählt, dass mich längst nicht mehr an alle meine eigenen Artikel erinnern kann), dass ich das schon mal im Blog hatte. Ich hatte 2016 schon mal geschrieben, dass ausgerechnet der Demokraten-Politiker Biden ein ganz lieber netter und frauenfördernder Onkel ist und sich ganz fürsorglich um kleine Mädchen kümmert. Und an seinen Mitarbeiterinnen scheint er auch öfters herumzubasteln und zu -schrauben.

Man kann natürlich die Gedanken nicht übergehen, dass die Republikaner gewartet haben, bis die Demokraten sich durch ihre Vor-Wahlen auf einen Kandidaten festgenagelt haben und die anderen schon ausgeschieden und damit gefühlte „Verlierer” sind, um dann durch einen gezielten Schlag den verbliebenen Spitzenkandidaten noch umzulegen. Das würde passen.

Was aber nicht passen würde: Warum sollte eine so feministisch indoktrinierte, männermordende und genderdiktatorische Partei wie die Demokraten einen als ihren Spitzenkandidaten aufstellen, vom dem bekannt sei, dass er Mitarbeiterinnen in den Honigtopf fingert. Ausgerechnet die Partei, die da den Feminismus und die Männerhatz veranstaltet, reihenweise Männer umlegt und Harvey Weinstein auf dem #MeToo-Grill gebraten hat, ausgerechnet die soll einen Fummler und keine Frau aufstellen?

Und warum überhaupt hieß es bei denen neulich noch, das müsse alles weiblich sein, und jetzt tritt wieder eine Männer-Riege an?

Nun kenne ich mich mit den Einzelheiten der US-Präsidentenwahl auch nicht so besonders aus, mein bescheidener Wissensstand ist, dass die in den Vor-Wahlen für jede Partei aus deren Bewerbern einen Präsidentschaftskandidaten wählen und die Gewinner dann in der Hauptwahl gegeneinander antreten.

Manche Leser meinen, darin liege der Plot für die Sache mit Joe Biden versteckt. Biden sei umgelegt worden, aber nicht von den Republikanern, sondern von der eigenen Partei.

Der Punkt sei nämlich – und das ist weit jenseits meines Wissens zu den US-Wahlangelegenheiten – dass wenn deren Kandidat nach den Vor-Wahlen ausscheidet, sie auch jemanden als Ersatz nominieren können, der an den Vor-Wahlen nicht teilgenommen hat, nicht gewählt wurde. Ansonsten nämlich seien sie an die Vor-Wahlen gebunden.

Es dränge sich nun die Frage auf, ob man Joe Biden gerade deshalb aufgestellt hat, weil er als Zugpferd zunächst mal gut funktioniert und durch die Vor-Wahlen kommt, diese auch gewinnt, aber dann zuverlässig abgesägt werden kann, um dann eine Frau als Kandidatin aufzustellen – Hillary Clinton, Michelle Obama oder jemanden in der Art – die die Vor-Wahlen nicht oder nicht sicher gewonnen hätte, um die nicht durch einen Vor-Wahl-Misserfolg zu verlieren oder vorzeitig abzunutzen. Und den Aufbau einer Gegenkampagne zu erschweren.

Außerdem hätte das einen rhetorischen Vorteil: Zu einer Vor-Wahl muss man selbst antreten, Wahlkampf machen, sich bewerben. Da muss man aus eigenem Antrieb hingehen und sagen „Ich will Präsident werden”. Führt man aber eine solche Crash-Situation herbei (mal angenommen, das stimmt rechtlich, was die Leser mir schreiben, ich weiß es nicht), dann würde die Person nicht als Bewerber auftreten, sondern könnte sich bitten lassen. Das könnte insbesondere für Figuren wie Hillary Clinton, die ja schon mal gescheitert ist, oder Michelle Obama, die schon öfters gesagt hatte, dass sie keinerlei Absichten habe, Präsidentin zu werden, taktisch-rhetorisch überaus wichtig sein, nicht die Emanze zu geben, die sich ein Amt greifen will, sondern die Retterin, die einer Partei in Not auf deren Hilferuf hin hilft.

Es ist also eine interessante Frage, ob die „Demokraten” dort durch einen Schein-Kandidaten Biden gerade systematisch das US-amerikanische demokratische Verfahren sabotiert und ausgehebelt haben.

Wir werden sehen.