Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Ein „Freund” beschwert sich…

Hadmut
9.3.2020 13:43

Tja.

Mir schrieb jemand über einen anonymous remailer ohne Antwortmöglichkeit

Subject: Sehr geehrter Herr Hadmut

ich möchte mich bei Ihnen beschweren. So viel Scheixxxe zu verbreiten.

hören Sie bitte damit auf!

MfG
ein Freund

(Vollständig, außer den Werbehinweisen des Remailers fehlt nichts.)

Manche Leute haben eine seltsame Vorstellung des Begriffs „Freund”. Würde mich interessieren, wie die dann mit ihren Feinden umgehen.

Und wenn man nun auch so gar nicht erkennen kann, worauf sich das eigentlich bezieht und was nun überhaupt Inhalt der Bitte oder Beschwerde oder was auch immer ist, dann fällt das schwer. Und wenn auch nicht erkennbar ist, was eigentlich der Grund für die Geringschätzung ist, was der Absender nun eigentlich will, und wieviel „Scheixxxe” nun eine angemessene Menge und nicht „viel” wäre, weiß man nicht mal, welches Verhalten oder Unterlassen überhaupt begehrt wird.

Mir ist auch nicht klar, warum der Absender es nicht einfach dabei belassen kann, mein Blog halt nicht zu lesen. Würde das nicht reichen? Oder will er anderen das Lesen unmöglich machen?

Soviel ist sicher: Die Schulbildung hat stark nachgelassen. Zu meiner Zeit haben wir noch gelernt, uns auch in inhaltlich vollständigen und verständlichen Aussagen zu artikulieren. Und das macht auf mich nicht den Eindruck, als würde ein Fremdsprachler schreiben, der einfach noch nicht mehr deutsch gelernt hat. Die schreiben nicht „möchte mich bei Ihnen beschweren”. Das ist typisch deutsch.

Dass es Leute gibt, denen mein Blog nicht gefällt, ist nicht nur naheliegend, es ist erforderlich. Sonst wäre es sinn- und nutzlos. Dann könnte ich es bleiben lassen.

Aber dass Leute so ungelenk, so bruchstückhaft darin sind, sich auszudrücken. Das ist doch ein Armutszeugnis.