Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Schach

Hadmut
17.1.2020 23:10

Leser fragen – Danisch weiß es auch nicht.

Ein Leser fragt an, warum es Schach überhaupt noch gibt und warum man das noch spielen, darf, wenn es doch zutiefst rassistisch ist: Schwarz und Weiß sind Gegner, andere kommen nicht vor, und Weiß hat den ersten Zug. Schwarze und weiße Felder.

Weiß ich nicht.

Der Leser hat aber übersehen, dass es auch zutiefst sexistisch ist. Es gibt 8 Bauern, zwei Läufer, zwei Türme, zwei Springer, einen König, aber nur eine Dame. Frauenquote bei 6,25 %. Und über den Spielgewinn entscheiden nur die Könige.

Man wird dringend die Figuren und die Regeln ändern müssen. 50% Damenquote, davon die Hälfte in den Vorstand, der über Gewinn und Niederlage entscheidet, am besten eine Doppelspitze. Eine Läuferin, eine Türmerin, eine Springerin, und insgesamt 8 Bäuer*Innen gemischter Religionen.

Man braucht eine Doppelspitze, aber nicht nur aus König und Dame, das würde Homosexuelle ausgrenzen. Es müssen auch schwule Könige und lesbische Damen als Homopaare eine Doppelspitze eröffnen dürfen.

Die gegnerischen Mannschaften müssen diversitär werden und alle Farben aufweisen, die gesamte Bandbreite der Farben aufweisen und bunt gemischt sein, am besten in Regenbogenfarben.

Es darf auch keine Figur mehr geschlagen werden, weil es nicht nur ausgrenzend, sondern gewaltverherrlichend ist. Alle Figuren müssen im Spiel bleiben.

Auch die Regeln, wonach jede Figur nur bestimmte Züge ausführen darf, sind ausgrenzend, rassistisch und diskriminierend. Jede Figur muss sich frei bewegen können und an jeden Ort des Spielfeldes ziehen dürfen.

Der ganze konfrontative Charakter des Spiels muss abgeschafft werden, es müssen alle gewinnen. Es darf auch nicht auf die 16 Figuren beschränkt bleiben, mit denen das Spiel anfängt. Das Spiel muss weltoffen sein, auch andere Figuren, etwa von Mensch-Ärgere-Dich-Nicht, müssen mitspielen können. Insbesondere für Kapitalismus-Flüchtlinge aus Monopoly muss der Zugang frei sein.

Zumal es ungerecht ist, wenn es 64 Felder gibt, aber nur 32 davon belegt sind, das ist Wohnraumverschwendung. Man muss gegen die Leerstände vorgehen. Außerdem sollten Singlewohnungen zugunsten von WGs aufgelöst werden, also zumindest bei den Schachfiguren im Rentenalter Feld-WGs gebildet werden, um den Zuzug weiterer Spielfiguren zu ermöglichen.

Zudem muss man sich von überkommenen Vorstellungen rechteckiger und begrenzter Spielfelder in zwei Farben, die die veraltete zweigeschlechtliche Weltordnung stereotypisch reproduzieren, lösen. Das Spielfeld muss grenzenlos, klassenlos, positionslos sein und einen fließenden Übergang von Regenbogenfarben ermöglichen.

Ja, ich glaub’, so könnt’s gehen.