Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Die „Verteilungsfrage” und das „Gemeinwohl”

Hadmut
12.1.2020 18:44

Die SPD setzt unter Esken zum sozialistischen Generalraub an.

Es wird immer alles mit Gerechtigkeit begründet, aber nie gesagt, was man unter „gerecht” versteht. Ein Nebelbegriff, der nie erklärt wird. Eigentlich heißt es nur „marxistisch”. Andere Ziele haben und kennen die nicht mehr.

Was heißt das, „an die Verteilungsfrage ran”? Das große „Umverteilen”, Euphemismus für Diebstahl und Raub im marxistischen Universum?

Ja, sorry, aber: Welche Kleidung man trägt, was man zum Mittagessen bekommt, welche Bücher man liest, wohin man in Urlaub fährt, welches Auto man bekommt, hängt auch vom Geldbeutel der Eltern ab. Will man Eltern verbieten, ihr Geld dem eigenen Sprössling zu geben? Wie will man den Lebenslauf des Kindes von den Eltern entkoppeln? Kinder gleich nach der Geburt abgeben und im sozialistischen Einheitskindergarten aufziehen?

Oder mal anders gefragt: Ist der Zusammenhang mit dem Geldbeutel der Eltern kausal oder nur eine Korrelation? Ist es vielleicht umgekehrt? Ist es so, dass die Eltern mehr Geld haben, weil sie schlauer und gebildeter sind, und nicht der Bildungserfolg vom Geldbeutel, sondern der Geldbeutel vom Bildungserfolg abhängt?

Was versteht die SPD überhaupt unter Bildungserfolg? Doktor in Sozialwissenschaften, aber nicht in der Lage, den Hartz-IV-Antrag auszufüllen?

Wir haben doch jetzt schon Geisteswissenschaftler auf Sozialhalde, mit denen wir nicht wissen, wohin. Was sollen wir noch damit, was die SPD für „Bildungserfolg” hält?

Glaubt die ernsthaft, man könnte Fachkräfte, MINT-Absolventen erschaffen, indem man intellektuellen Blindgängern das Studium finanziert? Als ich damals studiert habe, waren nach dem zweiten Semester fast die Hälfte weg, dem dem vierten deutlich weniger als die Hälfte der Leute noch übrig. Ich könnte mich nicht erinnern, dass einer aus finanziellen Gründen abgesprungen ist, Studieren war damals wirklich billig. Ich habe damals auch kaum Geld gehabt, damals weniger als 700 DM im Monat. Insgesamt, mit allem, plus Krankenversicherung über die Familie. Aber das hat (damals) gereicht. Die sind damals alles aus anderen als finanziellen Gründen abgesprungen. Die Leute waren schlicht überfordert. Viele dachten, sie könnten in der Schule mit Mathe Grundkurs durchkommen und dann trotzdem Informatik studieren. Oder dachten, das hat so’n bisschen mit Computer streicheln zu tun. Schaut man sich an, was heute in den Schulen los ist, dann wird Geld daran auch nichts ändern.

Nochmal Eskens Satz: „von der Herkunft, vom Geldbeutel der Eltern und dem der Kommune ab, in der man lebt….Wir müssen an die Verteilungsfrage ran, wenn wir das ändern wollen”.

Also, was Geld umzuverteilen ist, das weiß ich. Steht in meinem Steuerbescheid.

Aber was meint sie damit, die Herkunft und die Kommune, in der man lebt, umzuverteilen?

Sollen wir jetzt alle mal die Kinder untereinander tauschen? Kinder umverteilen?

Was Gerechtigkeit sein soll, erfahren wir nicht. Aber zu Gemeinwohl sagt sie was.

Alle Kinder zu souveränen Persönlichkeiten heranwachsen. Also solchen, die brav befolgen, was die Partei ihnen sagt. Und die den Wert von Solidarität und Gerechtigkeit kennen. Was schwierig ist, wenn niemand sagen kann, was Gerechtigkeit ist.

Halten wir fest: Das zentrale Bildungsziel und das Gemeinwohl sind, wenn alle Kinder zu guten, überzeugten Sozialisten erzogen werden. Alles andere ist nicht so wichtig.

Die Frage der Fragen, ob die Gleichmacherei die Bildungsspanne wirklich wie versprochen am unteren Ende oder doch nur am oberen Ende kappt, wird nicht erörtert.

Bisher war es noch jedesmal so, dass wenn man alle auf das gleiche Niveau brachte, alle auf dem gemeinsamen, also dem untersten Niveau landeten.

Wer soll eigentlich noch Infrastruktur, Umweltschutz, Digitalisierung, Medizin entwickeln, wenn alle denselben Bildungserfolg haben, als gerade so mühsam lesen können?

Das muss man der SPD lassen: Da haben sie sich so eine echte Granate, so eine richtige Kapazität gewählt.