Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Klimakrämpfe und Politik im Wandel der Uhrzeit

Hadmut
27.12.2019 23:29

Eben noch so, und jetzt gleich wieder ganz anders.

Oder: Die Bundesumweltverarsche.

Kennt Ihr LiMux?

Das ist/war das Münchner Projekt, die Stadtverwaltung auf Linux statt Windows zu betreiben.

Hat man abgesägt. Dazu hieß es im Februar 2017 etwa bei Golem:

SPD und CSU: Münchner Stadtrat will Limux rückabwickeln

Bis 2021 soll in München die Nutzung von Linux als Client-System beendet werden. Stattdessen soll wieder komplett auf Windows gesetzt werden. Das fordern die regierenden Stadtratsfraktionen von CSU und SPD in der bayerischen Landeshauptstadt und könnten damit das Ende von Limux besiegeln.

Gut, aber 2017, das war jetzt vor Greta, alte Zeitrechnung sozusagen. Das war noch nach Christus, anno domini und so.

Nun aber begab es sich, dass sich die Jünger der neuen Zeit in Leipzig versammelten, und von zwei weisen Frauen besorgt feststellen ließen, wie Heise schreibt:

36C3: Blauer Engel gegen aufgeblähte Software segelt 2020 heran

Die Jury “Umweltzeichen” hat die Indikatoren des Umweltbundesamtes für den Blauen Engel für Software befürwortet, sodass das Siegel bald vergeben werden kann.

Die Bundesregierung will von 2020 an energieineffizienter, kurzlebiger und aufgeblähter Software den Kampf ansagen. Vom kommenden Jahr an werde das offizielle Umweltzeichen auch für Computerprogramme erhältlich sein, kündigte Marina Köhn, Green-IT-Verantwortliche im Umweltbundesamt (UBA) am Freitag auf dem 36. Chaos Communication Congress (36C3) in Leipzig an. […]

Software trage dazu bei, dass mit seltenen Metallen gespickte Hardware “obsolet wird”, begründete Köhn die Initiative. Sie verwies auf eine “heftige Entwicklung” etwa beim Wandel der Grundvoraussetzungen einzelner Betriebssysteme. So habe Windows 95 noch einen Arbeitsspeicher von 4 Megabyte bei einer Festplatte mit einem Fassungsvermögen von 50 MB benötigt. Windows 10 beanspruche dagegen 1 Gigabyte Arbeitsspeicher und 16 Gigabyte Platz auf der Platte. Dazu komme das Phänomen “Software Blowing”: Programme enthielten immer mehr Funktionen: so könne man mit einer Tabellenkalkulation nun auch Bilder bearbeiten.

Eine der Folgen ist laut der Informatikerin, dass Hardware “vorzeitig in den Ruhestand geschickt” werden müsse. Zudem sei Software vermehrt für “sehr dicke Datenformate verantwortlich” und verhindere etwa, dass Set-Top-Boxen in den Stromsparmodus wechselten. Immer mehr Haushaltsgeräte würden vernetzt und drohten kurzlebig zu werden wegen der aufgespielten Programme.

Die Hellste ist sie offenbar nicht. Die Schnellste auch nicht.

Aber was soll’s, Hey, sie ist Frau und sie spricht vor Presse und Zeitgeistjüngern.

Denn erstens wissen und sagen Informatiker das schon seit 20 Jahren. Schon lange werden Rechner mit Ablauf der Windows-Wartung verschrottet, weil der Microsoft-Scheiß immer aufgeblähter wird, und seit 20 Jahren ist es so, dass Linux-Rechner mit deutlich weniger Resourcen und älteren Rechnern auskommen. Unzählige Fälle sind mir untergekommen, in denen man alte Rechner, die für Windows nicht mehr zu gebrauchen waren, mit einem frischen kleinen Linux mit schlankem Desktop, Lubuntu oder sowas, noch jahrelang prächtig betreiben konnte.

Momentan geht es gerade nicht so gut, weil die Linux-Distributionen weitgehend auf reinen 64-Bit-Betrieb umstellen und deshalb Rechner, die nur 32 Bit unterstützten und nur 2 GB RAM haben, nicht mehr so toll oder von manchen Distributionen auch gar nicht mehr unterstützt werden. Ich hatte mich deshalb vor einigen Tagen von einem Atom-Notebook verabschiedet, das ich 2008 (!) gekauft hatte. Vor ein paar Monaten ging ein Notebook von ca 2006 aus dem Reservebestand.

Aber nicht, weil das grundsätzlich nicht mehr ginge, da kann man durchaus noch brauchbar Linux drauf installieren, aber ich brauch’s halt dann so alt auch nicht mehr. Und ATA-Platten als Ersatzteile (oder passende Speicherkartenadapter) bekommt man auch nicht mehr so. Es lohnt sich dann nicht mehr so. Aber: Ich hatte auf beiden Rechnern noch ein dünnes, aber aktuelles und funktionierendes Linux.

Jahrelang hat die Regierung auf Windows, Word, Excel und so’n Scheiß bestanden, hat man riesige und immer fetter wachsende Monsterdateien durch die Gegend gepumpt, und hatte nicht Excel mal einen ganzen Flugsimulator als Spaß eingebaut?

Und jetzt plötzlich kommen Leute von derselben Regierung und verkünden, Windows 10 sei zu speicherhungrig.

Man brauche ein Umweltsiegel.

Und die angeblich so tollen Gesellschafsexperten (kam ja vorhin im Fernsehen, dass CCC keine Computer- oder IT-Konferenz mehr ist, sondern eine Gesellschaftskonferenz, was auch immer das sein mag) jubeln darüber, dass ihnen gesagt wird, was seit 20 Jahren jeder weiß, aber keiner hören wollte.

Exorbitanter Resourcenverbrauch

Ich zitiere nocheinmal:

So habe Windows 95 noch einen Arbeitsspeicher von 4 Megabyte bei einer Festplatte mit einem Fassungsvermögen von 50 MB benötigt. Windows 10 beanspruche dagegen 1 Gigabyte Arbeitsspeicher und 16 Gigabyte Platz auf der Platte.

Ja, Saperlott noch eins!

Denkt eigentlich irgendwer mal nach?

Erstens ist Windows 95 von … lasst mich nachdenken … von … ja, von 1995. Man vergleicht 2015 (Folie bei 06:23) den aktuellen Bedarf mit dem von 1995.

Sind die noch ganz frisch?

Leute, denkt mal drüber nach: 1 GB RAM und 16 GB Speicher. So einen Winz-Rechner bekommt Ihr heute (außer einen Raspberry für 35 Euro) schon gar nicht mehr. Sowas würde man heute in Armbanduhren einbauen.

Sie nennen das zwar „heftige Entwicklungen” (6:45)

Maßeinheiten

Und die messen den Umweltverbrauch in Byte.

Richtig wäre, etwa in Chipfläche oder Stromverbrauch zu messen.

Mir kommen diese Aussagen enorm inkompetent vor, da wird Politik mal eben zusammengegoogelt.

Denkt mal drüber nach. Könnt Ihr Euch noch erinnern, wie so um 1995 ein PC aussah?

Das waren Riesen-Kästen, und die hatten Netzteile von der Größe einer Küchenmaschine. Noch dazu mit lausigem Wirkungsgrad. Ich war damals noch Mitarbeiter an der Uni, habe auch die Rechner mitadministriert, wir hatten schon die damals schicken kleinen Sun-Sparc-Schuhkartons, aber die Monitore waren noch große schwere Röhrenmonitore, die besseren mit Metallgehäuse zur Kühlung, über denen man dann vor Hitze die Luft flimmern sah.

Heute benutze ich Rechner mit mindestens 16GB RAM und SSD im Terabyte-Bereich, aber es sind – wenn ich nicht gerade Video-Rendering oder Bildbearbeitung treibe – kleine Minirechner, die entweder als All-in-One in den Bildschirm mit eingebaut sind oder (NUC-Größe) als handtellergroßes Kistchen auf dem Tisch stehen und mit einem externen Steckernetzteil auskommen.

Nur weil die Zahl in Byte und GHz gestiegen ist, heißt das noch lange nicht, dass der Resourcenverbrauch gestiegen ist. Im Gegenteil, durch die modernen Netzteile und die durch viel winzigere Strukturen geringere Verlustleistung sind die Rechner drastisch effizienter.

Oder anders gesagt: Die neueste Generation des Raspberry Pi hat (größte Stufe) 4GB RAM, ordentlich Rechenleistung, und kommt mit einem USB-Netzteil aus. Und packt man da ein Raspbian drauf, ist das Ding ziemlich leistungsfähig. Würden die das Ding noch ein wenig aufbohren, auf 8 oder 16 GB RAM und statt der labbrigen MicroSD eine M.2-SSD draufpacken, was jetzt wirklich kein großer Schritt mehr wäre, hätte man die meisten Durchschnittsanforderungen damit locker abgedeckt. Das Ding ist so groß wie eine Zigarettenschachtel. Beim China-Mann habe ich mir neulich für kleines Geld zu Testzwecken einen tragbaren dünnen externen FullHDMonitor gekauft, der ebenfalls per USB mit Strom versorgt wird.

Dazu haben wir die ganzen Tablets und so weiter.

Wenn man also behauptet, dass Rechenzentren heute mehr Strom verbrauchen, dann stimmt das, weil sie viel mehr rechnen, aber wenn man es an der Entwicklung von Desktops festmacht, dann stimmt es eben nicht.

Es ist zwar richtig, dass für Gamer und so weiter die Netzteile immer stärker wurden, einst war ein 200-Watt-Netzteil ein Hammer, längst gibt es auch 800-Watt- oder mehr-Netzteile, und ein Kumpel, der sich neulich einen Threadripper gebaut hat, hat da auch gleich ein Umspannwerk eingebaut. Das ändert aber nichts daran, dass (außer meinen Bildbearbeitungshobel) alle meine Desktoprechner mit 20 bis 40 Watt auskommen, meist aber weit drunter bleiben, weil Idle und Bildschirmschoner. Während ich hier gerade blogge macht der Prozessor die allermeiste Zeit einfach gar nichts.

Videos und Cursorblinken

Und besonders das Beispiel (ca. 0:17:00), das sie dann für Mediaplayer bringen, nämlich einen normalen PC bei Video-Streaming zu messen, halte ich für knalledoof. Denn gerade beim Abspielen von Videos kommt es sehr darauf an, ob der Prozessor das unter Vollast und in Software rechnen muss, oder ob moderne Hardware das selbst und stromsparend macht und der Prozessor dabei fast schläft. Merkt man beim Raspberry und ist der Grund, warum wir uns mit einem Tablet-Computer in den Flieger oder Zug setzen und mit einer Akku-Ladung stundenlang Videos gucken können. Und die meisten meiner Rechner können bei Video-Stream auch keine 80 Watt ziehen, weil sie kein 80-Watt-Netzteil haben.

Und verschiedene Mediaplayer-Software zu vergleichen ist eine ziemlich beknackte Aussage, solange sie nicht sagen, welche Hardware (Video-Beschleuniger?) sie haben und ob der Graphikkartentreiber richtig installiert ist.

Oder anders gesagt: Wenn man bei einem PC beim Abspielen, Anhalten, Vor- und Rückspulen in einem Video solche eklatanten Leistungsunterschiede misst und der 70 Watt zieht, um ein Video anzuzeigen, dann ist daran total was vermurkst oder veraltet, denn das sollte bei gehöriger Hardware und Installation längst in Hardware gehen und nur sehr geringe Leistungsaufnahmen und -unterschiede verursachen.

Insofern wäre es auch viel sinnvoller, statt nur von „Video” zu labern, zu sagen, welches Format und welches Kompressionsverfahren mit welchen Parametern eingesetzt wurde. Nicht alle werden nämlich von Hardware-Decodern unterstützt. Viel Hardware kann H.264, aber geht man auf das neuere H.265, kann das nur neuere Hardware, und ohne dass man es merkt, hat man plötzlich viel mehr Strom verbraucht, weil es der Prozessor dann selbst rechnen muss.

Was ja wieder selbstwidersprüchlich und absurd ist, weil sie auf der anderen Seite ja darüber schimpfen, dass alte Hardware obsolet wird und durch neue ersetzt werden muss. Sie kapieren dann aber nicht, dass neue Hardware stark stromsparend sein kann, weil sie dann eben Hardware-Decoder für moderne Videokompressionsverfahren beeinhaltet. Soweit denken sie aber nicht.

Und wenn sie dann zu Ergebnissen kommen, dass die Software in Peaks viel Strom braucht, weil sie den Cursor blinken lässt, und der Fehler daran liegt, dass die Software für langsamere Systeme geschrieben ist, und man vergessen hat, die Bibliothek gegen eine schnellere Cursor-Bibliothek auszutauschen, dann komme ich mir tiefenverarscht vor. Das ganze Große sehen sie nicht, aber beißen sich am Cursor-Blinken fest.

Und dann der Aufruf an das Publikum, auf äquivalente, stromgünstigere Bibliotheken umzusteigen. Da muss man sich künftig schon genauer überlegen, welche der vielen Cursor-Blink-Bibliotheken man tatsächlich einsetzen will. (Das war Sarkasmus.)

Video

Ich habe den Vortrag gerade auf Youtube entdeckt, aber nicht ganz vollständig angesehen, nur mal durchgezappt (deshalb oben ein paar Zeitangaben):

Bewertung

Strunzdoof. Schütteldumm. Regierungsangemessen.

Wie ich so oft geschrieben habe, dumme Politiker, die keine Ahnung haben aber irgendwie Aktivismus zeigen wollen, kommen mit irgendwelchen „Gütesiegeln” daher. Hat man von nichts eine Ahnung, schwafelt man von „Gütesiegeln”.

Und dann beauftragt man die Quotentussis mit „Informatikerin”-Label, sie sollen mal irgendwas mit Klima und Computern machen, und dann blubbern die da in tiefster Ahnungslosigkeit und Inkompetenz drauf los, erzählen einen Haufen naiven Blödsinns, haben weder Technik noch Problem verstanden. Glauben, sie könnten sich einfach irgendeinen Blödsinns-PC hernehmen, ohne zu überlegen, was da drin ist oder sich (wie sie sagen) um das Betriebssystem zu kümmern, probieren verschiedene Programme durch Mausklicken aus und halten dass dann für eine Messung.

Wie laienhaft kann man eigentlich sein? Von was für Leuten werden wir da eigentlich regiert?

Das wurde dann in der Fragestunde noch besser, das Publikum war nämlich adäquat dämlich.

Ich hätte ja erwartet, das die die da wegen ihrer Naivität und systematischen Fehlerhaftigkeit zerreißen. Aber nein, denen gefällt’s nicht nur, der erste fragt dann gleich, warum man nicht auch den Stromverbrauch der Fernüberwachung durch Microsoft noch mitgemessen hat.

Und bei 41:14 sagt sie dann auch noch, dass sie wissen und gemessen haben, dass Rechenzentren eine CPU-Auslastung von knapp 15% haben. Das würde man sich auf Zukunft nicht leisten können, wenn man Digitaliserung wolle. Ich wage gerade nicht darüber zu spekulieren, ob sie eine höhere oder niedrigere Auslastung will, aber wie ein Rechner so funktioniert und was die Dinger in Rechenzentren so treiben, das hat sie nicht verstanden.

Die reden da von „Informatikerin”, aber das ist alles so total laienhaft. Sowas wie Speicher- und Netzwerkdurchsatz, Leistungsreserve, Messungenauigkeiten, kommt bei der überhaupt nicht vor. Auslastungen in diesem Bereich sind nicht nur normal, sondern richtig und zwingend. Was erwartet die? CPUs, die permanent auf 60% drehen? Und so an der Überlastkante sind wie unsere Stromnetz?

Und bei 49:25 wirft sie noch die Frage auf, ob wir es nicht schaffen können, dass ein Computer in einen Niedrigenergiemodus fallen könnte. Ich weiß nicht mehr, seit wann genau, aber das ist so seit größenordnungsmäßig etwa 20 Jahren Stand der Technik. Die beiden Uralt-Rechner, die ich erwähnt und rausgeworfen habe, hatten das schon längst. Die haben Idle- und Suspend-Modi und irgendwann hatten die auch variable Taktzyklen. Bei Tablet-Prozessoren ist das längst gängig, dafür sogar unterschiedlich schnelle Prozessoren zusammenzuschalten. Den Rechner, an dem ich für gewöhnlich blogge, schalte ich nie ab. Der ist so eingestellt, dass der sich bei Nichtgebrauch schlafen legt, Lüfter aus, Bildschirm aus, alles aus, aber auf Tastendruck sofort anspringt. Nicht selten ist es nämlich so, dass ich schon im Bett liege, mir noch eine Idee kommt und ich dann nachts um 2 noch schnell was blogge. Müsste das Ding erst hochfahren, wäre der Gedanke weg. Taste drücken, zwei Sekunden später ist der Browser voll da. Wohlgemerkt: Ein All-in-one-Rechner den ich zum zweimal heruntergesetzten Billigstschleuderpreis 2012 als Ladenhüter bei Aldi gekauft und unter Anwendung leichter Gewalt bestimmungswidrig geöffnet und mit mehr RAM und SSD ausgestattet habe, bereitet mir sehr viel Freude, ein exzellenter Kauf. Funktioniert wunderbar, supergut zum Browsen und Bloggen. Guter Klang obendrein. Und der kann längst alles, was die hier jetzt neu in die Rechnertechnik einführen wollen. Und zieht auch keine 70 Watt. Kleines externes effizientes Notebook-Netzteil für Bildschirm und Rechner zusammen. Platz spart er auch noch. Und einen eingebauten DVB-T-Empfänger hat er obendrein, stromsparend Fernsehen konnte man damit auch noch, es gibt nur kein DVB-T mehr. Und dann nudeln die da mit irgendso einem dummen ranzigen Muff-PC herum. An anderer Stelle setze ich einen ASRock BeeBox ein, die gab es als Barebone mit der schwächsten CPU mal für 140 Euro, noch RAM und SSD rein, und fertig ist ein sehr energiesparender billiger kleiner Minirechner für einfache Grundaufgaben, prima zum Surfen und Video gucken (mit Spielen und Videokompression aber überlastet) kommt mit einem winzigen Steckernetzteilchen aus. Und dann kommen diese Behördentrantüten und messen da irgendeinem Brauchtums-PC, von dem sie nicht wissen, was da eigentlich drin und drauf ist, den Stromverbrauch von Software.

Man will Professoren ermuntern, ihr Wissen weiterzugeben.

Ja, Wissensweitergabe täte Not. Dringend. Ob nach 20 Jahren Genderei es ausgerechnet die „Professoren” (Ihr kennt meine Meinung zu dem Thema) sind, von denen viele ein Rechenzentrum nicht von einem Rummelplatz unterscheiden können, von denen das Wissen kommen soll, ist eine andere Frage. Warum fragt sie dann nicht mal Betreiber von Rechenzentren? (Weil sie doof wie’n Frühstücksei ist…)

Gesellschaftliche Verblödung

Da haut’s einen echt aus den Socken. Was für einen Blödsinn die da auftischen – und das Publikum (soweit es zu Wort kommt) macht mit. Ich frage mich, was da eigentlich schlimmer ist: Solche Naivlinge in einem Ministerium oder solche Pappnasen in einem Publikum. (bei 46:40 merkt immerhin einer, dass Computer effizienter geworden sind).

Das ist ja nicht nur strunzedoof, das ist ja auch noch ein Konsens darüber.

Immerhin wissen wir jetzt, worauf das „weibliche Programmieren” künftig hinauslaufen wird. Es heißt ja seit Jahren, die Informatik bräuchte ganz dringend Frauen, man wusste nur nie, wozu eigentlich. Es gab vor vielen Jahren ja mal den Ansatz zu behaupten, dass Männer zu rechteckig denken und ihre Benutzerschnittstellen alle eckig und deshalb nur für Männer bauen. (Naja, so’n Bildschirm ist halt auch eckig.) Man hatte mal ein weibliches Benutzerkonzept entwickelt, in dem alles rund war und alle Benutzerelemente und Beschriftungen im Kreis herum draufgeschrieben, so für Frauen. Dann hatte man ohne Angaben dazu zufällige Leute gefragt, wie es ihnen gefällt, und die haben sich zu dem Rundscheiß ohne Kenntnis der Hintergründe so ablehnend und schimpfend geäußert, dass man das sofort aufgegeben hatte und seither nicht mehr wusste, wozu Frauen denn nun eigentlich nötig sein sollten.

Die Antwort ist gefunden: Klimafreundliches Programmieren. CO2-schonendes Cursor-Blinken, das mit 4MB RAM auskommt. Das geheime Wissen darüber, welche der alternativen Bibliotheken man verwenden muss, damit das Klima geschont wird. Jede Wette, das heißt bald, dass nur Frauen klimafreundlich programmieren können. Und wir werden Bugs erleben, die wir uns in unseren kühnsten Gehässigkeiten nicht erdenken können.

Und damit wollen sie dann alles digitalisieren und auf KI umstellen.

Und dann werden wir alle von irgendwelchen KI-Systemen regiert, die – man weiß es nicht – mit 4 MB RAM auskommen und bei klimasparenden 80% CPU-Auslastung drehen werden.

Das wird noch lustig mit der Digitalisierung, wenn die gerade so flächenmäßig durchverblöden.

Den Rückstand bekommen wir auch nicht mehr aufgeholt. Hat viel mit Frauenquoten zu tun.

Und die machen uns die Klima- und Bundespolitik und die Gesetze und Vorschriften.

Machen wir uns einen Spaß draus, verweisen auf deren Erkenntnisse und werfen ihnen bei jeder Gelegenheit vor, dass sie überall Windows einsetzen.

Und nicht vergessen: Diese Veranstaltung geben die Medien als das Stelldichein der besten Experten aus.