Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Gerhart Baum und die Digitalisierung

Hadmut
12.12.2019 14:24

Oder: Die Hilflosigkeit des Geschwätzes.

Gerhart Baum schreibt im Tagesspiegel einen Gastbeitrag „Gefahren der Digitalisierung – Bequemlichkeit ist doch kein Argument!”

Und merkt nicht, dass er ein Problem beklagt, das als Folge der Bequemlichkeit der Regierung überhaupt erst entstanden ist. Sehet die Faulen, sprachen die Faulen.

Warum ist unsere Gesellschaft so gleichgültig gegenüber den fundamentalen Bedrohungen der Freiheit durch die Digitalisierung?

Wir werden geradezu überrollt von einem weltweiten Digitalkapitalismus. Wie es seinerzeit im Industriekapitalismus um die Macht des Kapitals ging, haben wir es heute mit der Macht der Daten zu tun.

Gleichgültigkeit, Dein Name ist Politik im Allgemeinen und Merkel im Besonderen. „Neuland” und so. Ich schreibe hier seit 20 Jahren, dass sich unsere aus Prinzip mit Laien besetzten Inkompetenzregierung kein Stück um Fortschritt kümmert. Es ging die letzten 20 Jahre alleine darum, alles kaputt zu schlagen, zu ignorieren, zu verfrauenquoten und als Frauenfördermaßnahme alles runterzuverblöden, bis es für Frauen schon bequem und geistig rollstuhlzugänglich war. Intellektuell alles so ebenerdig. Man hat Leute zu Professorinnen gemacht, die meinten, man müsse die Informatik endlich enttechnisieren, damit sich auch Frauen drin wohl fühlen.

Und jetzt kommt der Baum daher und fragt, warum wir so abgehängt, ausgeplündert und kolonialisiert sind.

Ziel ist, das Verhalten jedes Einzelnen vorauszusehen und zu beeinflussen, den gläsernen Bürger zu schaffen. Die Menschen werden ihrer Selbstbestimmung beraubt, die Gesellschaften werden in ihren Entscheidungen manipuliert. Wer die Daten kontrolliert, nimmt Einfluss auf Strukturen und Meinungen in der Gesellschaft. Der Wahlkampf von US-Präsident Donald Trump und die Brexit-Entscheidung sind Beispiele.

Wir haben uns selbst zum Kolonialvieh gemacht, Pappnase.

Die Digitalisierung ist der Inbegriff der Zeitenwende. Sie verändert die Welt und hat Einfluss auf alle Bereiche unserer Gesellschaft.

Nein.

Sie ist Inbegriff des Kontrollverlusts durch Verschlafen der Zeitenwende.

20, 30 Jahre lang haben wir uns dumm gestellt, wozu Technik, kann man doch alles im Laden kaufen, und die Amis machen das so prima, und nun wundern wir uns wie das Schwein im Schlachthof, dass es ohne Haut im Kühlraum hängend etwas kalt wäre.

Es ist nicht die Zeitenwende oder die Digitalisierung, die die Welt verändern.

Es ist das Gefühl, das sich einstellt, wenn man die Kontrolle über sich selbst verloren hat und ferngesteuert wird, wenn wir inzwischen mehr amerikanischem Recht als unserem eigenen unterliegen.

Der digitale Wandel beeinflusst unsere Persönlichkeit und unser Kommunikationsverhalten. Aber es gibt keinen Weg zurück.

Ja. Deshalb wäre es wichtig gewesen, sich vor 25 Jahren mal drum zu kümmern. Hat man aber nicht. Man hat die Universitäten kaputtgeschlagen, dummes Zeug geredet und alles mit Microsoft-Kleister zugeballert. Und man hat sich von Firmen wie McKinsey und Accenture komplett durchberaten lassen.

Der US-Whistleblower Edward Snowden hat uns die Augen geöffnet für ein weltweites Überwachungssystem, das nicht von den privaten, sondern von staatlichen Stellen aufgebaut worden ist.

Ihr Armleuchter!

„Snowden hat uns die Augen geöffnet.” – und was waren sie vorher? Geschlossen? Ja, genau das. Jede Menge Leute haben Euch das gesagt, das war Grundwissen der Sicherheitsheinis in Informatik in den 90er Jahren. Aber wie sagt man so schön? Im eigenen Land gilt der Prophet nichts. Unsere Regierungsdeppen hören gerne auf Propheten aus fernen Ländern wie Snowden oder Greta, McKinsey und Accenture, aber niemals auf Leute aus dem eigenen Laden.

Nun müsste dieser Befund ja eigentlich zünden. Er müsste die Politik aufrütteln, die Gesellschaft müsste aufschreien.

Steh jetzt auf, sprach der Pathologe zur Leiche.

Nein, das müsste er nicht. Wer es vor Snowden schon nicht gemerkt hat, der war schon so inkompetent, ignorant und komatös, dass er Snowden für eine Art Sandmännchen aus dem Vorabendunterhaltungsprogramm hielt. Was kam thematisch nach Snowden? Nichts als Frauenquote. Und Klima. Migration. So Zeugs für linke Seelen.

Aber die meisten Menschen stehen dieser Entwicklung relativ gleichgültig gegenüber.

Die meisten vielleicht. Aber nicht alle. Wir hatten das Thema in den 90er Jahren, aber jeden, der es ansprach, hat man abgesägt. Man hat auf die, die das verstanden hatten, einfach nicht gehört.

An fehlenden Informationen kann es nicht liegen. Sie sind leicht zugänglich sowohl in den Medien als auch in einer Vielzahl wissenschaftlicher Untersuchungen.

Äh hähä, huahahaaa. Wissenschaftliche Untersuchungen. Dissertationen gar.

Ja, genau die gab es. Und die hat mal ignoriert bis totgeschlagen, manchmal samt Autor. Und stattdessen die Professuren mit gehorsamen harmlosen inkompetenten Nulpen geflutet. Und die Politik auch. Da hat man Leute, die nicht ansatzweise verstanden hatten, was Internet ist, Internet-Gesetze machen lassen. Man hat die letzten Clowns und Politaktivisten zu Digitalgremien berufen. Eine Textilkünstlerin zur Internetbotschafterin gemacht. Seit 20 Jahren die dümmsten und inkompetentesten Leute im Regierungszirkus. Alle mit Ahnung, die gewarnt hatten, hat man ignoriert oder als „Verschwörungstheoretiker” abgetan. Nun stehen die Idioten vor der Verschwörung und fragen, wie es dazu kommen konnte.

Woher dann diese Gleichgültigkeit? Vielleicht so: Viele Menschen sehen die Gefahren gar nicht oder beziehen sie nicht auf ihr eigenes Leben.

Das Ergebnis von 20 Jahren Leuten aufs Maul zu hauen. Auch als political correctness bekannt. Jeden, der irgendwas sagte, hat man als Sexist, Nazi, Vergewaltiger, Verschwörungstheoretiker und so weiter niedergemacht. Irgendwann geben die Leute einfahc auf. Dazu eine auf digitaldumm abgerichtete junge Generation, fertig ist der Digitalschaden. Gehört Gerhart Baum nicht zur FDP? Schreit die FDP nicht gerade, dass die Schulen nicht digital genug wären? Denkt mal drüber nach.

Aus Bequemlichkeit nehmen sie diese Gefahren sogar in Kauf. Ein wichtiger und auch nachvollziehbarer Grund ist sicherlich der, dass die Menschen von der Digitalisierung profitieren.

Falsch.

Aus Bequemlichkeit nutzen wir Digitalisierung, aber dass Digitalisierung mit Gefahren verbunden ist, liegt vor allem am totalen Regierungsversagen einer Kanzlertrulla und ideologisch-inkompetenter Ministerriege.

Die Angst vor staatlichen Übergriffen, wie sie noch durch die vergleichsweise harmlose Volkszählung in den 1980er Jahren ausgelöst wurde, ist Vergangenheit.

Denkt mal drüber nach, wer die Ursache dafür war.

Dabei ist unsere Freiheit inzwischen anderen Gefahren ausgesetzt. Ich denke an den Rechtsextremismus und die rechtsextremistische Gewalt in einer bisher nicht bekannten Dimension.

Ja. Träum weiter. Wundert mich, dass man aus diesem Koma heraus noch Texte schreiben kann. Redet davon, dass wir digital übernommen werden, und denkt dabei zuerst an Rechtsextremismus. Völliger Tunnelblick, tiefeninkompetent.

„Die soziale Frage“, sagte Ralf Dahrendorf vor mehr als 20 Jahren voraus, „wird zu einer Herausforderung der Freiheit in der globalisierten Welt“. So ist es gekommen.

Ralf Dahrendorf. Ein Soziologe. Ausgerechnet auf einen Soziologen hört er.

Hätten sie mal drauf gehört, was Leute wie Danisch (Informatiker) ihnen vor 20 Jahren gesagt haben. Dann wäre es heute anders gekommen.

Wenn ich diesen Schwachsinn schon höre. Baum beklagt, dass wir in digitale Abhängigkeit geraten sind. Und merkt, dass in den letzten 20 Jahren was schief lief. Und alles, was ihm dazu einfällt, ist einen Soziologen zu zitieren. Soziologen. Wie dämlich kann man eigentlich sein? Merken diese Leute überhaupt noch irgendwas? Und dann wundert man sich, warum wir in Technik abgehängt werden. Während man sich an Soziologen orientiert.

Soziologen.

Ich fass’ es nicht.

Es herrscht Unsicherheit und Angst. Angst vor Veränderungen, Angst vor Weltoffenheit.

Ja. Wenn man wirklich gar nichts verstanden hat, redet man halt mal von Angst. Das tun sie alle, das geht immer.

Viele Entwicklungen neben der Digitalisierung – wie die Finanzmärkte, die Flüchtlingsströme oder der Terrorismus – geraten weltweit außer Kontrolle.

„Geraten außer Kontrolle”? Ihr hatten sie doch nie unter Kontrolle. Sie waren nie unter Kontrolle. Merkel – „Neulannd”. Von der Leyen – „Kinderpornosperre”. Wer von diesen Totalignoraten will denn jemals Kontrolle gehabt haben?

Da wäre es an der Zeit, über Konzepte nachzudenken, wie sich zumindest der Bereich der Digitalisierung kontrollieren und regeln lässt.

„Du brauchst mehr Bewegung, Bewegung ist gesund”, sprach der Pathologe zur Leiche. Jetzt wäre es mal an der Zeit, über Konzepte nachzudenken, meint der Baum.

Hat der eigentlich schon mitgekriegt, dass der Erste Weltkrieg vorbei und der Kaiser tot ist?

Es bedarf Regeln, die Macht der Konzerne zu bändigen, etwa durch Steuern und Wettbewerbsrecht.

Nee, Nachtwächter von einem Juristen. Wir brauchen keine Leute mehr, für die alles wie ein Nagel aussieht, weil sie nur den Hammer kennen. Wir brauchen auch keine Leute mehr, die glauben, man könnte alles mit Polithüpfen wie Steuern und Recht ändern. Das funktioniert so wenig wie der Glaube, Wohnungsknappheit durch Mietendeckel zu lindern. Wir brauchen eine eigene IT. Vor allem müssen wir endlich solche Dummschwätzer loswerden.

Die Fragen der Digitalisierung – vielfach angesprochen auf Parteitagen – müssen zu einem zentralen Thema liberaler Politik werden. Zu Recht soll Digitalisierung als Fortschrittsmotor gestärkt werden.

Aha. Ja. Mit 30 Jahren Verspätung. Und wie wollen sie das machen, so mit Juristen und Soziologen und Quotenweibchen?

Wir müssen lernen, uns selbst zu schützen. Aber das allein reicht nicht. Der Staat muss die Schutzaufträge erfüllen, die ihm von der Verfassung und vom Bundesverfassungsgericht aufgegeben sind.

Dazu müssten wir halt auch mal selbst was bauen und nicht immer nur maulen, dass wir alles von anderen haben wollen, aber bitte so, dass es uns gefällt.

Baum ist so richtig symptomatisch und prototypisch für Leute, die das Problem sind und sich für die Lösung halten.

Das ist so die Sorte von Schwätzer, die es so richtig verbockt hat und meint, nur sie könnte es mit einem „Weiter so” aber ganz anders noch retten.

Steuern, Wettbewerbsrecht und Soziologen.

Wenn ich so einen inkompetenten hilfslosen Mist schon höre…