Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Honk Kevin

Hadmut
7.12.2019 19:59

Über Maßstäbe.

Könnt Ihr Euch erinnern, dass Parteien, Medien, Fernsehsendungen die Ossis beschimpft haben, weil sie sich zur Migration äußerten, obwohl es dort doch gar keine Migranten gäbe? So als ob Ossis keine Steuern zahlten und sich nur zu ihren Lokalangelegenheiten, nicht aber zu Bundes- oder Europapolitik oder gar allgemein äußern dürften? Dieselben Leute äußerten sich dann aber gleichzeitig gegen Trump, obwohl sie nicht in den USA wohnen, weil für sie selbst natürlich andere Maßstäbe gelten, udn behaupten längst, es gäbe Meinungsfreiheit.

Die BILD, die sich im allgemeinen Abwärtstrend der Medien zumindest relativ zu den anderen zum Qualitätsmedium mausert, hatte offenbar, aber nicht offen zugänglich, weil hinter paywall, Kritik an Kevin Kühnert als „Möchtegernkanzler” geäußert. Und anscheinend Kritik daran geäußert, dass er keinen Beruf erlernt, keinen Abschluss gemacht, nichts ordentliches gearbeitet hat, aber sich anmaßt, die überragende Weisheit zu haben, alles besser zu wissen und über Arbeit, Steuern und so weiter zu entscheiden, und das besser als andere.

Freilich könnte man jetzt fragen, warum ein Kevin, der keinen Beruf und nicht ernstlich gearbeitet hat, sich zu Arbeit und Steuern äußern dürfen soll, wenn man doch Ossi die Meinung zu Migranten damit verbieten wollte, dass die dort ja keine hätten. Doppelte Maßstäbe und so.

Aber gemäß dem linken, geisteswissenschaftlichen Credo, eine so einzigartig und monopolrichtige Meinung zu haben, dass jede Abweichung davon nur auf tiefsten Ängsten beruhen kann, kommt einer von einem Berliner Think Tank, der aus unerfindlichen Gründen gemeinnützig sein soll, also vom (linken) Fiskus querfinanziert wird, wofür auch immer, und führt die Kritik an Kevin darauf zurück, dass man vor ihm Angst haben müsse:

Als ob man einen, der nichts gelernt und nichts gearbeitet hat, nur aus Angst für kanzlerunfähig halten könnte.

Kaum kritisiert einer den SPD-Honk, kommt sofort ein steuerfinanzierter Thinktank-Heini zur Verteidigung an.

Ist doch seltsam, oder?

Dabei ist nicht mal so richtig klar, was die überhaupt machen, geschweige denn, wie es gemeinnützig sein könnte.

The Global Public Policy Institute (GPPi) is an independent non-profit think tank based in Berlin. Our mission is to improve global governance through research, policy advice and debate.

Komischerweise betrachtet man sowas immer nur genau dann als gemeinnützig, wenn es links ist. Die Finanzämter haben viele Maßstäbe.