Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

De-Mail 2.0: Jetzt kommt Gaia-X

Hadmut
23.8.2019 12:29

Hört sich an wie: a) die Geier kreisen schon und b) die Geier wurden zu Gaia-X gegendert.

Unser keineswegs allseits beliebter Wirtschaftsminister Peter Altmaier kommt mit einem neuen Plan um die Ecke: Gaia-X, benannt nach der griechischen Göttin Gaia, die für die Erde steht. Ich hatte zwar mal griechisch in der Schule, aber ihre Rolle in der Mythologie und Sagenwelt ist so randwertig, dass ich mich jetzt spontan gar nicht erinnern konnte, was die eigentlich gemacht oder welche Rolle die gespielt hat (mir fallen da zuerst Zeus, Apollo, Athene, Aphrodite, Poseidon, Hermes, Herakles, Hades, Pan und solche Leute ein). Aber da die Frauenförderung und -quote ja auch vor der Mythologie nicht halt macht, kommt es nicht mehr darauf an, was sie kann und was sie geleistet hat.

Die FAZ schreibt hinter Paywall und die Epochtimes frei zugänglich daraus ab:

Die Pläne von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) für eine europäische Datencloud werden konkreter. „Gaia-X“ soll die Cloud heißen, die Gespräche mit den beteiligten Unternehmen sollten in der kommenden Woche abgeschlossen werden, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ unter Berufung auf eigene Informationen. Geplant sei ein Netzwerk von Cloud-Anbietern, das US-Konzernen wie Amazon, Google und Microsoft Konkurrenz machen soll.

Dazu spreche Altmaier mit den Unternehmen, die in der Plattform Industrie 4.0 organisiert sind, berichtet die Zeitung. Dazu zählen Konzerne wie Siemens, Festo, SAP und die Deutsche Telekom. Für das Projekt soll eine neue Organisation gegründet werden, die Technik und Regelwerk der Cloud steuert.

Altmaier störe sich schon seit Längerem daran, dass deutsche Unternehmen derzeit auf die Dienste von US-Unternehmen zurückgreifen müssen.

Also, im Prinzip hat er ja Recht. Wir müssen von dem Industriediktat der Amis weg und endlich selbst mal was bauen.

Dummerweise beauftragt er damit die Unfähigsten, die wir dafür haben: Sich selbst und die Bundesregierung.

Die haben ja schon De-Mail und diverse andere Projekte gegen die Wand gefahren, und De-Mail war in den Ministerien auch so ein Frauenförderding. Nachhaltig verbockt und fehlkonstruiert. Weil De-Mail nie darauf ausgelegt war, tatsächlich für den Nachrichtenversand verwendet zu werden, sondern um Projekt-Aktionismus zu zeigen und Frauen in Führungspositionen zu drücken.

Und wenn die hier jetzt schon mit „Gaia” anfangen …

Hatten die nich schon mal was nach einer Neben-Tussi aus der griechischen Mythologie benannt? Ach, ja, richtig, Calliope, den Lern-Rechner. Große Posaune, aber letztlich gehört habe ich davon vor allem, weil da krumme Finanzierungsgeschäfte gelaufen seien und die eine, die es empfohlen hat, mit dem anderen, der es verkauft hat, liiert oder verheiratet oder sowas war. Wieder so ein Frauenförderding. Große Taten habe ich davon noch nicht erfahren. Ich habe so ein Ding im Schrank liegen, und ein Kollege hatte mal so ein Ding dabei, weil er sagte, dass seine Tochter das ganz toll finde, aber so richtig was draus geworden ist da ja wohl auch nicht, außer dass die ein oder andere Tasche jetzt voller ist als vorher.

Allzu große Chancen rechne ich einer deutschen Cloud-Industrie nicht aus. Wir haben zwar einige gute Cloud-Anbieter, aber die kämpfen mit den hohen Stromkosten und Abgaben, die sind auf verlorenem Posten, was die Konkurrenzfähigkeit angeht. Noch dazu ist das klimatisch bei uns nicht der Brüller, bei 40° ist das mit der Kühlung auch nicht ganz einfach.

Ich war mal vor Jahren auf einer Werbeveranstaltung, auf der Andreas von Bechtolsheim die Produkte seiner neuen Firma vorstellte, Switche und Router speziell für Cloud-Rechenzentren, und der da mal auch etwas weniger offiziell vorgerechnet hat, wie die Kostenstruktur zwischen abgelegeneren Gegenden der USA und Deutschland aussieht. Da gibt es Gegenden, die haben einfach beliebig viel Platz, da muss man nicht erst Grundstücke suchen, finden, teuer kaufen, und der Strom kostet einen Bruchteil. Personal hire and fire.

Fridays for Future ist ja auch ein Zersetzungsprogramm. Wehe, wenn die herausfinden, wieviel Strom ein Rechenzentrum braucht und dass die alle Notstromdiesel haben.

Ob wir hier überhaupt noch eine ausreichend stabile Stromversorgung gewährleisten können? Glaube ich nicht.

Und wenn man sich dann noch die Zusatzbelastungen durch die Absurditäten einer DSGVO anschaut, dann kann man eigentlich nur zu dem Schluss kommen, dass Deutschland/Europa schlicht der falsche Standort für sowas ist. Osteuropa geht vielleicht noch.

Der Brüller ist dann aber das:

„Wir brauchen eine europäische Dateninfrastruktur gerade auch als Grundlage für einen Datenpool für Künstliche Intelligenz. Wir stehen hier kurz vor dem Durchbruch. Ich bin zuversichtlich, dass wir in den nächsten Tagen hierzu konkrete Umsetzungsschritte bekanntgeben können“, sagte Altmaier der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Der will an die Daten ran.

Der will, dass die „KI” da alles auswerten kann, damit also auch politische Personenprofile, ähnlich wie in China.

Mir schwant Übles.