Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Wie ein Überraschungsei

Hadmut
5.8.2019 21:23

Was zum Beleidigtsein, was zum Verteidigen und was zum Zustechen.

Ich hatte neulich schon eine Meldung gesehen, dass irgendwo irgendwer nach einer Zugfahrt fast abgestochen (lebensgefährlich gemessert) wurde, weil irgendwem sein T-Shirt nicht passte. Anscheinend geht es in diesem Artikel der Stuttgarter um den Fall. Der Fall selbst wird hier beschrieben, aber nun geht es um die Deutung eines Sozialwissenschaftlers.

Da hat einer in einem Zug gesessen und ein T-Shirt mit der Aufschrift „Nürtinger Hurensöhne”.

Er spielt nämlich in der Punk-Band Roidige Hunde, und das ist einer ihrer Songtitel.

Das hat einer, der ihm da irgendwo gegenüber saß, laut Deutung des „Sozialwissenschaftlers” (ihr wisst, was ich von solchen Leuten halte) Kurt Möller gleich als „dreifache Provokation” aufgefasst. (Provokation = Schuld sind die anderen).

Erstens habe er sich in seiner männlichen Ehre angegriffen gefühlt. Hurensohn können man nicht auf sich sitzen lassen. Obwohl er damit nicht gemeint war.

Zweitens habe er sich in seinem Territorium Nürtigen angegriffen gefühlt und geglaubt, es verteidigen zu müssen. Obwohl es nicht seins ist.

Drittens sei das Aussehen des Opfers dazugekommen. Punker. Kann man so nicht lassen. Obwohl ihn das überhaupt nichts angeht.

Schuld sind immer die äußeren Einflüsse. Auf die Idee, dass der Täter (Mazedonier) und seine Mittäter (andere Migranten) sich schlicht und einfach nicht benehmen können und zivilisationsunfähig sind, kommt der nicht, die Umgebung ist schuld.

„All das erklärt aber immer noch nicht, wie es zu dem Messerstich gekommen ist“, sagt Kurt Möller. Es sei vielmehr das Zusammenspiel zahlreicher Faktoren für Gewaltausübung ausschlaggebend. Einen erheblichen Einfluss würden neben Gelegenheitsstrukturen auch die individuellen Dispositionen haben, etwa die aktuelle Stimmung, in der sich jemand befindet, und seine Fähigkeit zur Impulskontrolle bei gefühlten Provokationen.

Wie offenbar wohl auch in diesem Fall könne daneben die Gruppendynamik eine große Rolle spielen. Einer der mutmaßlichen Mittäter soll dem 19-Jährigen ein Messer zugesteckt haben – etwa in einem von ihm so gesehenen „Akt von Solidarität“.

Ach, er kann nichts dafür, irgendwer hat ihm halt das Messer zugesteckt.

Jeder hat Schuld, nur er selbst natürlich nicht. Wie im Feminismus.

„Entscheidend ist das von einer klassischen Gewaltmoral geprägte männliche Selbstverständnis und dessen Weitergabe von Generation zu Generation“, erklärt der Professor. Diese Vorstellungen von maskuliner Ehre gebe es unter einer Vielzahl von Jugendlichen, sie seien aber, wie Studien ausweisen, unter Jugendlichen mit Migrationshintergrund besonders verbreitet. Der 19-Jährige ist Mazedonier, einige der mutmaßlichen Mittäter haben ebenfalls ausländische Wurzeln. Wie durchbricht man diesen Kreislauf? Kurt Möller zufolge kommt es darauf an, „dass wir andere Vorstellungen von Männlichkeit etablieren“.

Ah, ja. So soll das also funktionieren. Wir müssen nur „andere Vorstellungen von Männlichkeit etablieren“ und dann ist alles gut.

Irgendwer schrieb mir neulich, dass schon in den siebziger Jahren der amerikanische Psychologe Daniel G. Freedman an Neugeborenen untersucht haben will, dass deren Temperamente und Reaktionen auf Reize angeboren und genetisch bedingt sein müssen, weil er Säuglinge in den ersten 48 Stunden nach Geburt untersucht habe, sie also noch keine Männlichkeitsvorstellungen eingeredet bekommen haben können, und dass er eindeutige Zusammenhänge mit der Herkunft gefunden haben will. Ich habe es nicht gelesen und es hört sich mal wieder an, also ob wieder mal einer eine Korrelation für eine Kausalität gehalten hat.

Aber interessant wäre es schon.

Das Geschwätz der Sozialwissenschaftler, das auf mich schon immer dumm gewirkt hat, kommt mir immer dümmer und hilfloser vor. Als versuchten die verzweifelt, an ihrem Blödsinn festzuhalten, indem sie ihn wiederholen.

So rein wissenschaftlich betrachtet, würde es mich ja ungemein interessieren (auf Video reicht mir, ich will nicht dabei sein), wie das abläuft, wenn ein Sozialwissenschaftler versucht, solchen Messerjugendlichen oder irgendwelchen Clans andere Vorstellungen von Männlichkeit nahezubringen.

Wäre das nicht letztlich das, was jenes Punkbandmitglied mit seinem T-Shirt unabsichtlich aber faktisch versucht hat?

Ich glaube nicht, dass solche Zusammentreffen unser Problem mit gewalttätigen Migranten lösen würde. Aber es würde ziemlich sicher unser Problem mit Sozialwissenschaftlern lösen, und das wäre doch auch schon mal was.

Eigentlich bringt mich das auf eine Idee.

Sozial- und Geisteswissenschaftler klagen doch immer, dass es ihnen finanziell so schlecht gehe. Was haltet Ihr davon, wenn wir alle mal zusammenlegen, jeder was in den Hut gibt, und wir denen einfach mal ein paar T-Shirts spendieren. Solche mit Aufschriften zu anderen Vorstellungen von Männlichkeit.

Ich denke, der Return of Invest und die Rendite wären beträchtlich.