Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Regenbogenkrieg?

Hadmut
19.7.2019 23:33

Oh. Manchmal ist es beachtlich, wenn man eine Antwort auf eine Frage bekommt.

Ich hatte ja schon so oft die Frage gestellt, warum sich die Schwulen eigentlich diesen ganzen Queer- und LGTBXYZ-HokusPokus in ihrem Namen gefallen lassen und sich nicht wehren. Habe ich nie verstanden, wie man sich ohne jegliche Gegenwehr von solchen Leuten als Galionsfigur vor den Zweck spannen und sich zur Witzgestalt machen lassen kann.

Und immer, wenn ich gefragt habe, bekam ich als Antwort, dass die meisten Schwulen halt einfach nur friedlich und zurückgezogen wären, ihre Ruhe haben wollten, und keine Lust hätten, sich da einzumischen. Qui tacet, consentire videtur.

Die Berliner Zeitung schreibt nun, leider nur im Anreißer lesbar, weil hinter Paywall, dass in Berlin der Kulturkampf tobe:

In Berlin tobt ein Kulturkampf. Auf der einen Seite da steht der Begriff queer, all jene, die sich sowohl dem Hetero- und Homonormativen aus auch der Dualität der Geschlechter verweigern. Auf der anderen da stehen die alten weißen schwulen Männer. Elmar Kraushaar erklärt, worum es in dem Kampf geht, der sich in der Hauptstadt zuträgt.

Es rumort in der Gemeinde der Lesben und Schwulen und allen angeschlossenen Gruppierungen, die sich widerständig zur herrschenden Heterosexualität definieren. Ganz nach Perspektive geht es Alt gegen Jung, Frauen gegen Männer, queer gegen schwul. Vor allem queer gegen schwul.

Ja, und blubbern sie weiter, queer und schwul seien doch so verbunden gewesen, weil beides von der Mehrheitsgesellschaft eingesetzt würde, um homosexuelle Menschen zu zu beschimpfen und zu beleidigen. Verstehe ich nur zur Hälfte. Sowas wie „Schwule Sau” ist bekannt, hört oder liest man ab und zu, aber von queer als Beleidigung hätte ich noch nie etwas gehört. „Queere Sau”? Unbekannt, denn außer denen selbst verwendet den Begriff eigentlich niemand. Schon daher bezweifle ich diese Aussage, dass die jemals zusammengehörten.

Doch seit geraumer Zeit stehen sich die Begriffe feindlich gegenüber, und niemand sonst hat daran gedreht als die Beteiligten selbst. Queer, das sind jetzt die Modernen und Fortschrittlichen, die sich dem Hetero- wie dem Homonormativen ebenso verweigern wie der Dualität der Geschlechter. Und schwul? Das sind die Altvorderen, alte weiße schwule Männer, unbelehrbar und Ursprung allen Übels.

Die, trotz aller Diskriminierungs- und Verfolgungserfahrung während des Dritten Reiches und den Jahrzehnten danach, immer zu den Privilegierten gehörten und gehören, und als Kumpane der herrschenden heterosexuellen Männer die ersten sind an den Töpfen, wenn Geld und Posten vergeben werden.

So läuft das jetzt. Die Queers setzen die Schwulen mit den Nazis gleich oder ihnen nahe, die Nazifizierung schreitet voran. Das Dritte Reich sei nur eine „Verfolgungserfahrung” gewesen, aber da sie ja ständig „Privilegierte” (Ach…) und Kumpane der Heterosexuellen Männer (Äh…?) seien, seien sie gegenüber den Queers ja bevorzugt worden.

Und überhaupt seien Schwule ja auch nur alte weiße Männer, damit unbelehrbar und Ursprung allen Übels, wärend Queere „modern und fortschrittlich” seien.

Auf die Nummer muss man erst mal kommen. Heißt „Schwule sind unbelehrbar”, dass sie sich weigern, sich heilen zu lassen?

Liest man es genau, dann herrscht im Homosexuellen der im Prinzip gleiche Genderkrieg wie im Heterosexuellen, nämlich Feministinnen (genauer: meist Lesben) gegen den Rest der Welt.

Dieser Streit zwischen den Queeren und den Schwulen hat sich tief eingegraben in die Gemeinde und lässt sich exemplarisch zurückverfolgen an selbst geschaffenen Einrichtungen. Wie beispielsweise die Zeitschrift Siegessäule, 1984 gegründet aus der politischen Schwulenbewegung als „Berlins Monatsblatt für Schwule“, wurde vor einigen Jahren gekapert von einigen Lesben, heißt jetzt im Untertitel „We are queer Berlin“ und hat die einstige Zielgruppe längst aus dem Blick verloren. Schwule Männer kommen kaum noch vor, dafür viel Lesbisch-Queer-Feministisches, Dragqueens ohne Ende und was sonst noch an Glamour anfällt in der Hauptstadt.

Tja, liebe Schwule, hättet Ihr Euch mal um Euren Kram gekümmert. Und mein Blog gelesen. Ich habe Euch frühzeitig vor dieser Gefahr gewarnt.

Noch deutlicher tritt der Zwist im Schwulen Museum zutage. Auch dieses Projekt, 1985 gegründet von schwulen Aktivisten, wird jetzt queer-feministisch dominiert. Für den Übergang heißt die etablierte Einrichtung in der Schöneberger Lützowstraße SMU, bis sie demnächst neu auferstehen soll als Queeres Museum.

Ist mir vor einiger Zeit schon aufgefallen. Ich war mal in einer langen Nacht der Museen im Schwulen Museum und da fiel mir schon auf, da wunderte ich mich schon, dass da fast nichts schwul, aber fast alles Gender war.

Die Logik für diese Übernahme ist schlichten Gemüts: „Das Schwule Museum ist aber nicht Privatbesitz (…) Finanziert werden wir aus öffentlichen Mitteln und deshalb gehört das Museum allen Queers in der Stadt“, erklärte dazu Birgit Bosold, die tonangebende Frau im Vorstand, kürzlich in der Taz.

Ich einfach gestrickter Tropf hätte ja gedacht, dass ein „Schwules Museum” den Schwulen gehört, aber die Schwulen waren halt so doof und wehrlos, dass sie sich, ohne es zu merken, eine Frauenquote haben unterjubeln lassen, und dann geht’s immer bergab. Großprinzip Wikipedia. Die machen nie ihr eigenes Ding. Die wollen immer an den Leistungen anderer „teilhaben” und „teilhaben” verstehen die so wie bei Scheidungen, die wollen und nehmen alles.

Und dann lassen die sich auch noch versklaven:

Ungeachtet der Tatsache, dass das Haus wie gewohnt am Leben gehalten wird von rund 60 ehrenamtlichen Mitarbeitern, allesamt schwule Männer, die ihren Dienst tun an der Kasse und im Café, im Archiv und in der Bibliothek, aber ohne Einfluss auf die inhaltliche Gestaltung der Ausstellungen.

Tut mir leid, dass Ihr es von mir erfahren müsst, aber: Ihr seid doof. Und selbst dran schuld. Lasst Euch das Museum klauen und hockt noch als Diener drin.

Und dann läuft das wie in den Parteien, wie damals bei den Piraten und allen noch bestehenden Parteien:

Diese Aufgaben liegen fest in queer-feministischer Hand, und als im vergangenen Herbst der Vorstand im Verein des Museums neu zu wählen war, wurden rund 50 neue Mitglieder aus dem Hut gezaubert, um die Queerness zu sichern. Wie weit die Abneigung gegen alles Schwule geht, zeigte sich bereits Ende 2017, als die Räume, in denen gerade eine Ausstellung über den Sexualwissenschaftler und Schwulenaktivisten Martin Dannecker stattfand sowie eine über die Klappe, die öffentliche Toilette als Ort schwuler Sexualität, in einem magischen Ritual von männlichen Energien gereinigt wurden.

Boah, habt Ihr Euch verarschen lassen. Ein Schwules Museum im magischen Ritual von männlichen Energien gereinigt.

(Hört sich an, als hätte man das Haus vom Strom abgeklemmt, denn Elektriker und Kraftwerkstechniker sind ja alle männlich.)

Der weiße schwule Mann soll seinen Platz aus dieser Geschichte räumen.

Huahahahaa.

Tja, Leute, da seid Ihr selbst dran schuld.

Ich habe schon vor Jahren davor gewarnt. Mit den Piraten und dem Bundesverfassungsgericht haben sie es ja genauso gemacht.