Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Die Angst geht um in der Politik – die blanke Angst

Hadmut
19.7.2019 1:15

Ist Euch mal das dumme Dauergrinsen aufgefallen, was vor allem die Frauen in unserer Politik in den letzten Tagen ständig in die Kamera halten?

Es scheint, als sähe die Realität doch deutlich anders aus, als wäre da einigen das Lachen vergangen.

Vor ein paar Tagen ging ja schon die Meldung rum, dass die GSG9 in Berlin eine Filiale eröffnet hat. Einen Service-Point, wenn man so will.

Schon da war ja klar, dass da wohl irgendwer in der Bundespolitik ziemlich Angst haben muss und sich die Truppe vor Ort holt, damit die in Berlin schnell eingreifen können.

Heute der nächste Brüller: Die wollen um den Bundestag einen Burggraben ziehen. Ursprünglich Berliner Zeitung hinter Paywall, ohne Paywall in der Morgenpost.

10 Meter breit, 2,50 Meter tief.

Und damit keiner drin schwimmt, Zaun auf beiden Seiten.

Offenbar haben die da im Bundestag jetzt so richtig Angst. Während wir Normalsterbliche immer weniger geschützt werden, verstärken die da jetzt ihre Gated Community. Aber wehe dem, der sich sowas auch bauen würde.

Ich fand das ja schon frappierend, wie da die Sicherheitsabsperrungen jetzt schon sind. Ich war neulich mit Freunden in der Bundestagskuppel, da musste man sich schon vorher anmelden und pünktlich durch die Kontrollen und sich filzen lassen.

Als ich vor einigen Jahren das erste Mal (damals alleine) in der Kuppel war (ich weiß nicht mehr genau, wann das war, müsste ich nachsehen, wohl um 2010 herum), da gab es das alles noch nicht. Kein Zaun, keine Sicherheitskontrollen, nichts. Da konnte man sich als gewöhnlicher Tourist einfach auf die Treppe zum Gebäude setzen und vespern, musste auch kaum anstehen, und man ging halt einfach so in den Fahrstuhl, um hochzufahren. Da stand einer und achtete darauf, dass sich nicht zuviel in einen Fahrstuhl quetschen.

Ich kann mich auch erinnern, dass ich damals, als ich noch in Dresden zu tun hatte (also vor 2008) öfters mal in Berlin zu tun hatte und da mal zwischen Bundestag und dem benachbarten großen Abgeordnetengebäude in dieser Straße geparkt hatte. Ich hatte damals einen Notebook-Computer gekauft, bei dem als Dreingabe ein PCMCIA-DVB-T-Empfänger dabei war, und weil es DVB-T damals in Dresden nicht gab, aber gerade zum Test in der Innenstadt von Berlin, hatte ich mich da hingestellt, um das im Auto zu testen. Ich kann mich noch gut dran erinnern, auch wie ich damals dachte „Wow”, wo kann man schon direkt am Parlamentsgebäude des Staates parken (und obendrein kostenlos)?

[Antwort: Im australischen Canberra habe ich in der Tiefgarage unter dem Parlament geparkt, aber ich bin mir nicht mehr sicher, ob das was gekostet hat.]

Da dachte ich noch, uns geht’s gut, wenn da jeder ein Auto voll Sprengstoff hinstellen könnte.

Ich finde das beachtlich und bedenklich, dass derselbe Bundestag, der uns immer vorgaukelt, es wäre ja alles so toll und sicher und wunderbar, seine eigenen Sicherheitsmaßnahmen so deftig derbe hochdreht.

Offenbar haben dieselben Leute, die uns immer erzählen, Diversität und Vielfalt wäre nur gut und so wichtig, selbst enorme Angst.

Selbstverständlich ist so ein Graben eine wichtige Sicherheitsmaßnahme. Mir fällt gerade partout nicht mehr ein, wo das war, aber irgendwo bin ich auch mal zu einem gesicherten Gebäude gefahren, dass quasi auf einer künstlichen Insel lag, an das man, wenn die die Zufahrt sperrten, nicht mehr hinfahren konnte. Mir fällt nur nicht mehr ein, wo das war.

Grundsätzlich ist so ein Graben eine sehr gute und wirksame Methode, um sich gegen heranrasende LKW, Kettenfahrzeuge und dergleichen zu schützen. Da, wo normaler Panzerpfosten nicht stark genug sind. 10 Meter Breite ist ein Stück, das ist kaum zu überwinden ohne soweit zu fallen, dass man gegenüberliegend gegen die Grabenwand knallt.
Bin mal gespannt, was als nächstes kommt.

Eine Zugbrücke?

Ein Folterkeller?

Oder solche Speier für siedendes Öl wie in Klöckner von Notre Dame?

Was allerdings machen die, wenn die Angreifer Katapulte und Onager aufstellen?

Oder neudeutsch: Granatwerfer?