Ansichten eines Informatikers

Zur Lage der EU

Hadmut
17.7.2019 9:46

Das ganze Elend in drei Meldungen.

Eigentlich mag ich den ja nicht so, aber die Zusammenfassung von Martin Sonneborn (wobei mir nicht klar ist, ob diese Rede echt gehalten wurde oder nur so aussieht als ob) charakterisiert diese EU schon recht gut:

Was mich auch ankotzt ist diese Opportunitätsspontanität, dieses plötzliche „Eigentlich war ich im Herzen ja schon immer…” wenn sich gerade eine Gelegenheit bietet:

Und unsere bekloppte Presse meint dann auch, von der Leyen sei Europäerin, weil sie in Brüssel geboren sei. Na, und? Ist jemand, der in Bottrop geboren ist, deshalb weniger Europäer oder liegt das auch in Europa?

Erstaunlich übrigens, dass man bei von der Leyen sagt, sie sei Europäerin, weil sie in Brüssel geboren sei, aber jeden als fremdenfeindlichen islamophoben Nazi an die Wand nagelt, der etwa einer sagt, sie sei Afghanin, wenn sie in Kabul geboren wurde, oder Afrikanerin, weil in Mombasa und so weiter. Wie man’s gerade braucht ( … die doppelten Maßstäbe … )

Dass uns da ein übles und kompetenzloses Moments-Opportunitäts-Geschwätz samt blindwütigem Aktionismus genau wie damals bei der Kinderpornosperre droht, zeigt schon die erste Meldung zu ihren Vorhaben (bei Heise):

Als die zwei ganz großen Herausforderungen hat von der Leyen in ihren politischen Leitlinien für das Spitzenamt sowie ihrer gut halbstündigen Rede im Plenum in Straßburg am Vormittag den Klimaschutz und die Digitalisierung benannt. Sie werde einen “grünen Deal für Europa” vorschlagen in den ersten 100 Tagen ihrer Amtszeit und dafür ein “erstes europäisches Klimagesetz” vorlegen, betonte die bisherige Bundesverteidigungsministerin. Europa solle bis 2050 der weltweit “erste klimaneutrale Kontinent” werden. […]

Die künftige Präsidentin stellte eine Reduktion der Emission von Schadstoffen wie CO2 “um 50 Prozent, wenn nicht 55 Prozent” gegenüber 1990 in Aussicht.

Oh, ja, das kennen wir, mit Versprechungen und Zahlenwerfen ist sie immer heiß dabei, großes Maul und dann kommt inhaltlich nichts. Zumal ja in der Zeitung irgendwo stand, dass sie „die Rede ihres Lebens” wohl von ihren 5 Beratern hat schreiben lassen (ihre Dissertation war ja wohl auch in weiten Stellen abgeschrieben), und so kann als sicher gelten, dass es da bald sehr viele, sehr hoch bezahlte Berater und Ghostwriter geben wird, die uns den Klimakram aus den USA diktieren und damit einen Wirtschaftskonkurrenten eliminieren, als Brüller mit einer Präsidentin, die das dann noch als ihr Werk ausgibt.

Bei der “zweiten große Aufgabe” der Digitalisierung will von der Leyen ebenfalls binnen der ersten 100 Amtstage eine Gesetzesinitiative für einen “koordinierten Ansatz für die menschlichen und ethischen Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz” (KI) auf den Weg bringen. Umfangreiche Vorarbeiten gibt es etwa mit einschlägigen Leitlinien einer Expertengruppe bereits. Im Blick behalten will die Christdemokratin dabei, “wie wir Big Data für Innovationen nutzen können, die Wohlstand für unsere Gesellschaften und unsere Unternehmen schaffen”.

Die hat ja schon bei der Kinderpornosperre unter Beweis gestellt, dass sie von IT wirklich gar keine Ahnung hat und lieber alles kaputt macht, als sich beraten zu lassen (ausgerechnet die, die ein Riesen-Heer von Beratern beauftragt, vielleicht lag’s daran, dass ich damals keine Rechnung geschickt habe).

Wenn ich schon den Titel höre: „Gesetzesinitiative für einen koordinierten Ansatz für die menschlichen und ethischen Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz”

Waren wohl nicht die besten Berater, von denen sie sich das hat schreiben lassen. Ein Ansatz für die Auswirkungen. So’n Quatsch. Und dafür noch eine Gesetzesinitiative. Weil Leute, die wirklich gar nicht wissen, wovon sie reden, dann halt gerne von „menschlich und ethisch” faseln.

Kinderpornosperre reloaded.