Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Die Rezo-Fake-News-Kampagne und ein Hintergrund

Hadmut
26.5.2019 0:00

Ach, gar. Ein Leser weist mich auf ein Detail hin. Zusammen mit etwas Recherche und einem alten Blog-Artikel ergibt sich daraus höchstwahrscheinlich das Komplott, das hinter der „Rezo-zerstört-die-CDU”-Kampange steckt.

Ich glaube, das ist der zentrale Schlüssel zum Verständnis und der Grund, warum sich die CDU da so zurückhält.

Zu den Plattformen, die sich schier über den Youtuber Rezo überschlugen, gehört unter anderem T-Online. Die waren da ziemlich aktiv, den zu loben. Findet man gut über Twitter.

Die Pointe kommt ganz am Ende.

(Wer lässt sich eigentlich politisch von dieser Tittenfee beeindrucken?)

Die Pointe

Geht ja nicht nur um die Tweets, die habe ich hier jetzt aufgelistet, weil informativer als Links, sondern auch um die Meldungen.

Heißt: T-Online berichtet über Rezo, und zwar von Anfang an und höchst lobend.

T-Online?

T-Online ist doch Telekom, denkt man da.

Falsch. Das waren sie mal.

T-online.de wurde 2015 – na, so eine Überraschung – an das Werbeunternehmen Ströer verkauft:

Nachdem die Telekom im Jahr 2015 t-online.de an das Medienunternehmen Ströer verkauft hat, arbeiten wir in unserem neuen Newsroom in Berlin am publizistischen Ausbau von t-online.de. Schon jetzt erreicht t-online.de über Desktop, Smartphones, Tablets, Social Media und das Public-Video-Netzwerk von Ströer in Innenstädten, Bahnhöfen und Einkaufszentren 47 Millionen Nutzer pro Monat. Mehr über unsere journalistischen Prinzipien erfahren Sie in unserem Redaktions-Blog. Mehr über unser Mutterunternehmen Ströer erfahren Sie unten.

Die redaktionellen Inhalte für t-online.de werden von der Ströer News Publishing GmbH bereitgestellt, einem Team aus mehr als 70 Redakteurinnen und Redakteuren. Über einen Klick auf die Namen können Sie die Redakteure direkt erreichen. Bitte zögern Sie nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen.

Rezo wird aber von Tube One produziert, und die gehören – Überraschung – Ströer.

Das heißt, dass das eine Kampagne ist, zu der gehört, die Leser zu täuschen und die Eigenwerbung als „Nachrichten” auszugeben, was man ja schon am URL sieht:

https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_85797950/youtuber-rezo-zerlegt-cdu-in-viralem-video-wie-sehr-kann-das-der-partei-schaden-.html

Nachrichten.

Dabei hätte die Meldung als „Werbung” gekennzeichnet sein müssen. Weil sie ja damit für ihre eigene Tochterfirma werben, die Rezo als Mietmaul anbietet.

Das ganze Ding ist ein Riesen-Fake, und Presse und Fernsehen stecken ganz tief drin.

Mittlerweile frage ich mich allerdings, ob das wirklich von jemandem beauftragt wurde, oder ob Ströer da nicht auf eigene Rechnung die Nummer durchzieht, um da ihre Marketing-Nummer hochzujubeln.

Wir hatten das ja vor einiger Zeit schon mal, dass Werbeagenturen in die Parteisuppe verstrickt sind. Ich zitiere mal meinen Artikel von 2016 dazu:

Demnach wären das alles Auswüchse eines Streites zwischen den beiden Werbeagenturen Scholz und Friends und Jung von Matt. Die würden sich sowieso bekriegen und mit Dreck bewerfen, wo es nur geht. (Irgendwie ist mir gerade, als hätte ich von diesem Privatkrieg zweier Hamburger Werbeangenturen schon mal gelesen, aber ich könnte mich beim besten Willen nicht an Namen erinnern.)

Auslöser des ganzen soll sein, dass Angela Merkel im November Jung von Matt mit der Wahlkampfkampagne beauftragt habe, was Scholz & Friends sauer aufgestoßen sei, weil die sonst Muttis Liebling gewesen wären.

Deshalb nun habe Scholz & Friends angefangen, gegen Jung von Matt zu sabotieren, und deshalb die absurde Nazi-Kampagne gegen den Edeka-Spot lanciert, weil der Edeka-Spot vom Konkurrenten Jung von Matt hergestellt worden sei. Man versuchte, den Konkurrenten in die Nazi-Ecke zu schieben, um denen den Merkel-Auftrag abzujagen.

Auch Tagesspiegel und Süddeutsche hätten bei der Intrige geholfen. Also bewusst und gewollt „Fake News” verbreitet. […]

Am gleichen Tag startet Gerald Hensel von Scholz & Denunzianten auf seinem „privaten Blog” davaidavai.com die Kampagne #KeinGeldFuerRechts. Davaidavai.com hat sich inzwischen hinter einem Passwort verschanzt. Unter „#keingeldfuerrechts“ werden Anzeigenkunden mit Rufmord bedroht und gedrängt, ihre Buchungen auf Achgut.com zurückzuziehen. […]

Außerdem gehört Scholz & Friends zu den Unterstützern der Neo-Stasi-Seite netz-gegen-nazis.de, hinter dem ja die Amadeu-Antonio-Stiftung und die ZEIT stecken. Wieder die Achse Hamburg-Berlin.

Möglicherweise steckt da also nicht mal eine Partei oder ein zahlender Auftraggeber dahinter, sondern die Werbebranche selbst.

Es stellt sich die Frage, ob es eine Verbindung zwischen Ströer und Scholz & Friends gibt. Die gibt es sicherlich, weil die einen eine Reklamefirma ist, die die Werbung anderer aushängt, und die andere eine Firma, die Werbung entwirft. Die müssen quasi zusammenarbeiten. Man findet bei Ströer aber auffällig viele Meldungen darüber, was
Scholz & Friends wieder Tolles macht:

Aha. Scholz & Friends ist eine Werbeagentur, die auch für Parteien tätig wird, und die führen also aus verschmähter Liebe einen Privatkrieg gegen CDU und rechts. Und Ströer ist mit Scholz & Friends dicke zusammen, wenn sie so fleißig über die berichten.

Mehr noch: Scholz & Friends schreibt über sich selbst:

Scholz & Friends ist Teil der WPP-Gruppe – des weltweit führenden Kommunikations-Netzwerkes. Wir arbeiten international mit den besten Kreativ- und Spezialagenturen zusammen und können unseren Kunden maßgeschneiderte Lösungen in jedem Markt bieten.

Die WPP-Gruppe. Hat Ströer etwas mit WPP zu tun?

Aber ja:

Ströer macht Christian Schmalzl zum Co-CEO

Bei Ströer nimmt Christian Schmalzl jetzt neben Udo Müller als Co-CEO Platz. Wie die Kölner die Beförderung begründen. […]

Der neue Co-CEO Schmalzl war Ende 2012 als Chief Operating Officer und damit verantwortlich fürs Tagesgeschäft in den Ströer-Vorstand gewechselt. Zuvor hatte er 13 Jahre in der WPP-Gruppe für Mediacom gewirkt, unter anderem drei Jahre als Deutschland-CEO.

Ich denke, damit sind weite Teile des Rätels um diesen Rezo gelöst.

Das ganze Ding ist eine von der Werbebranche durchgeführte Attacke gegen die CDU, die man als Youtube-Dings und Klima-Schwurbel getarnt hat.

Man könnte es auch als ordinäre Schutzgeldpressung ansehen.

Nachtrag: Das könnte auch erklären, warum die Presse auf diesen Mist aufgesprungen ist. Die sind ja inzwischen alle von der Werbung abhängig und erpressbar. Schon eine ganze Reihe von Leuten aus dem Presseumfeld haben mir erklärt, dass längst die Werbekunden maßgeblich bestimmen, was gedruckt wird und was nicht.