Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Political-Correctness-Meinungs-Gebashe tötet Meinungsumfragen

Hadmut
19.5.2019 12:15

Sozialistische Gesellschaft im Frühstadium.

Überraschung in Australien.

Da waren gerade Wahlen und die Medien hatten fest mit einem Sieg der Linken gerechnet, die waren fest gebucht, aber die Australier haben das Mitte-Rechts-Bündnis gewählt. Man reibt sich verwundert die Augen.

Die WELT schreibt dazu:

So groß bei Morrison (Spitzname: „ScoMo“) nun die Freude ist, so groß ist bei Labor die Enttäuschung. Bis zum Wahltag hatte die Partei zweieinhalb Jahre lang in allen Umfragen vorn gelegen. Selbst die erste Hochrechnung sah sie noch in Führung. Dann aber wurden die Zahlen von Stunde zu Stunde schlechter. Bis Shorten vor seine Anhänger ging, die Niederlage zugab und auch seinen Rücktritt ankündigte. „Ich weiß, ihr leidet alle. Ich auch.“

Etwas deutlicher formuliert es der australische Nachrichtensender 9news: Wrong polls blindsided nation, but ‘Shorten knew all along’ und sie schreiben:

As Scott Morrison charged to victory yesterday, seemingly defying all odds, Australians were left scratching their heads about how the polls could have got it so wrong.

In the past two years leading up to last night’s election, the Coalition did not win a single Newspoll.

Even as late as Friday night, Newspoll, YouGov/Galaxy, Ipsos and ReachTEL polls had Labor ahead 51-49 on the two-party preferred vote.

Although traditionally more accurate, the exit polls were also disastrously wrong, with Nine’s YouGov Galaxy Exit Poll pointing to a decisive ALP victory with a swing away from the government of 2.4 per cent.

But, while the public remained in the dark about the election bombshell that lay ahead, there are growing suggestions that both Bill Shorten and Scott Morrison were taken far less by surprise.

Speaking this morning on the ABC’s Insiders program, columnist Nikki Savva said internal polling done by both Labor and the Coalition showed very different results to the public polls.

Sie sagen zwar einerseits, dass die öffentlichen Umfragen ziemlich falsch waren und das Gegenteil dessen gewählt wurde, was alle öffentlichen Umfragen ergeben hatten, andererseits die internen Umfragen der Parteien selbst ein ganz anderes, richtigeres Bild ergeben hätten. Warum können die das besser als die öffentlichen?

“The published polls were certainly very different from the internal polling the Liberal Party were doing … it was picking up big swings in Queensland,” she said.

ABC journalist Patricia Karvelas agreed. “They could see what was happening. It just wasn’t being reflected in the public polls,” she said.

Sie ziehen zwar Vergleiche zur Trump-Wahl, wo die Umfragen ebenfalls falsch lagen, sehen hier aber viel größere Fehler, ähnlich wie bei den Wahlen in Großbritannien:

Tasmanian election analyst Kevin Bonham wrote on Saturday night that the polling failures were different to Donald Trump’s 2016 election win, where the national polls were correct but there were serious local errors.
“This is a national total polling failure more similar to Brexit or to recent UK national elections,” he said.
“Betting markets failed as well – initially expecting Labor to win by more than Labor’s leads at the time showed.”

Und sie ziehen das Fazit, dass Meinungsumfragen zu nichts mehr zu gebrauchen sind, nichts mehr wert sind:

Treasurer Josh Frydenberg says the polling fail follows a global trend.

“Pollsters got it wrong with Brexit, they got it wrong with Trump, and now they’ve got it wrong at the federal election here in Australia,” he told ABC Radio on Sunday.
Greens leader Richard Di Natale said it was time for a change.

“What it does show is that the era of opinion polls I think is over. They can’t be trusted,” he said.

Was meines Erachtens richtig ist, aber analytisch nicht weit genug geht.

Wenn nämlich Journalisten Bürger befragen, und das Ergebnis nicht stimmt, könnte die Fehlerursache ja bei beiden liegen:

  • Es könnte sein, dass die Bürger auf Fragen nicht mehr wahrheitsgemäß antworten, weil sie Angst vor Repressalien haben. Dieser Effekt wurde auch in Deutschland schon beobachtet. Die Leute wählen rechts, geben es aber aus Angst vor Verfolgung, Ausgrenzung, Nachteilen, Stigmatisierung bis zu Gewalt nicht zu.
  • Oder es liegt an den Journalisten und den Meinungsinstituten.

    Vielleicht schlichte handwerkliche Fehler im Rahmen der generellen Verblödung der Bevölkerung im Allgemeinen und der Soziofächer im Besonderen. Auswertungsfehler wie Simpson-Fehler.

    Vielleicht das, was man im Englischen als „biased” bezeichnet, suggestives Fragen oder tendenziöses auswerten. Der Hang, in allem und jedem eine Bestätigung für links zu sehen, wo keine ist. Die Fragen so zu stellen, dass man die Ergebnisse bekommt, die man haben will.

    Vielleicht der Fehler einer nicht repräsentativen Auswahl: Ach, gehen wir doch lieber in das linke Stadtviertel, da wohnen und essen wir ja selbst…

    Vielleicht auch einfach gelogen. Vielleicht haben diese Umfragen so nicht stattgefunden, vielleicht ist ein Teil der Antworten schlicht erfunden. Oder gefälscht.

    Vielleicht selektive Berichterstattung. Vielleicht gab es viele Umfragen, die sogar richtige Werte ergaben, aber die Berichterstattung bevorzugte die mit den „schönen” Ergebnissen.

    Alles Fehler, die man bei uns dazu schon beobachten konnte.

Der Punkt ist: Sämtliche dieser Fehler gehen auf das Konto linker Ideologie.

Dieser ganze linke Komplex beruht darauf, dass

  1. ein enormer Konformitätsdruck aufgebaut wird, und jede Abweichung durch die Allgemeinheit sozial sanktioniert wird, also quasi jeder gegen jeden kämpft, so eine Blockwart- oder Stasi-Mentalität. Der Bürger sagt nicht mehr die Wahrheit.
  2. Presse und alles rund um Soziologie sind so ideologisch ausgerichtet, dass sie – ob auf Druck oder eigener Überzeugung – nicht sachlich, sondern politisch korrekte Ergebnisse liefern. (Der Plan wurde auch in diesem Jahr wieder erfüllt und übertroffen…)

    Es wird zunehmend alles durch die sozialistische Brille und mit Hinblick auf den Sieg im Klassenkampf betrachtet.

  3. Die Presse lügt, weil sie nicht mehr sagt, was ist, sondern was das Volk glauben soll. Poststrukturalismus: Die gewünschte Realität einfach herbeireden.
  4. Propaganda und Desinformation: Wenn man sagt, dass die Linken sowieso gewinnen, demotiviert man damit Mitte-Rechts-Wähler, noch zur Wahl zu gehen. Glaubt man zumindest.

Für mich sind Meinungsumfragen, die – ob nun so oder so – ein unwahres Bild ergeben und zeichnen ein Symptom einer degenerierten Gesellschaft, einer, in der man sich gegenseitig nicht mehr traut und glaubt. Sozialismus im nicht mehr ersten Anfangsstadium.