Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Auch eine Klimaerwärmung: Der Krieg gegen abweichende Meinungen kocht heißer

Hadmut
9.5.2019 21:59

Vorne schreien sie alle Pressefreiheit, hintenrum lässt man Leute diffamieren und die Bundesregierung steckt irgendwie mit drin.

Oder: Marburg-Gate und die Geschlechterkrise.

Sciencefiles berichtet über einen Vorgang aus den Gender Studies, der so auch noch nicht da war, der auf eine massive Eskalation hindeutet.

So ganz blicke ich da nicht durch, aber die Sache ist wohl ziemlich undurchsichtig.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung steckt da in der Finanzierung eines Projektes mit dem seltsamen Namen REVERSE, ein Akronym, das ausgeschrieben noch viel seltsamer ist: Forschungsprojekt „KRisE der GeschlechterVERhältnisSE? Anti-Feminismus als Krisenphänomen mit gesellschaftsspaltendem Potenzial“ (REVERSE)

Hört sich an, als hätte man Dachschaden, Mafia und Geldwäsche in einen Topf geworfen und umgerührt.

Angesichts des Wandels der Geschlechterverhältnisse formiert sich in Deutschland ein breites Spektrum gegen staatliche Gleichstellungspolitiken, Genderforschung und die weitere Liberalisierung der Geschlechterverhältnisse. Der Diskurs über den sogenannten ‚Gender-Wahn’ wird zum Teil sehr polemisch geführt. Dies trägt nicht zur sachlichen Auseinandersetzung über Geschlechterpolitik und geschlechtliche bzw. sexuelle Identität bei und bedroht die Akzeptanz von Pluralität als normativen Grundpfeiler einer demokratischen Ordnung.

Das Forschungsvorhaben REVERSE will die anti-feministische Diskursproduktion, ebenso wie deren Akteurs- und Adressat_innen-Gruppen untersuchen. Dabei liegt ein Fokus auf der (De-)Thematisierung sozialer Fragen. Zugleich werden Anrufungen von (Handlungs- und Meinungs-)Freiheit sowie deren Verknüpfung zum subjektiven Erleben rekonstruiert. Fünf Fallstudien erlauben die vertiefende Betrachtung unterschiedlicher Diskursfelder, deren Querverbindungen ebenfalls in den Blick gebracht werden sollen. Das ermöglicht eine genauere Analyse des Phänomens Anti-Feminismus: [..]

Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung

Das heißt, die machen jetzt nicht mehr das, was sie ohnehin noch nie gemacht haben, nämlich mal ihr Thema erforschen und darstellen, sondern es geht (nun) allein um den Angriff auf Kritiker.

Das ist das, was ich schon so oft beschrieben habe, die Geisteswissenschaftlerpest: Sie behaupten, es gäbe keinen Positivismus, und jeder könne behaupten, was er will, es müsse alles als wahr gelten, bis es vom Publikum widerlegt wurde. Macht im Publikum aber einer kritisch den Mund auf, wird er zusammengeschlagen, meist im übertragenen Sinne, manchmal real. Geisteswissenschaft als die Praxis, jedem aufs Maul zu hauen, der nicht zustimmt. Ich kann nicht oft genug wiederholen, wie sehr ich diese Leute verachte. Und die Regierung, die sie finanziert, züchtet, politisch in die Universitäten drückt.

Liest man es genauer, dann findet man durchaus, warum das keinen wissenschaftlichen Gehalt hat und warum die Kritiker angreifen:

Angesichts einer als krisenhaft wahrgenommenen Modernisierung der Geschlechterverhältnisse formiert sich aktuell in Deutschland gegen den sog. „Gender-Wahn“ (Wahlplakat der AfD 2013) ein breites Spektrum, das sich gegen staatliche Gleichstellungspolitiken, Genderforschung und die gesellschaftspolitische Liberalisierung der Geschlechterverhältnisse (Bsp.: Homosexualität) richtet. Zwar adressieren die entsprechenden Diskurse durchaus brisante Fragen in Bezug auf die gesellschaftliche Neuverhandlung der Geschlechterverhältnisse. Zugleich bedrohen sie jedoch den gesellschaftlichen Zusammenhalt, indem Fragen von Geschlechterpolitik und geschlechtlicher bzw. sexueller Identität als neue politische Spaltungslinie verstärkt ideologisch aufgeladen und bisherige Errungenschaften von Gleichstellungspolitik in Frage gestellt werden. […]

Das Gesamtziel des Forschungsvorhabens ist die differenzierte und detaillierte Analyse des Anti-‚Genderismus’-Diskurses anhand exemplarischer Fallstudien und die Entwicklung von Empfehlungen für den produktiven zivilgesellschaftlichen Umgang mit verschiedenen Dimensionen der von diesem Diskurs ausgehenden desintegrierenden Spaltungslinien. […]

Sodann werden Gegendiskurse erschlossen und mit analogen Fragen analysiert. Argumentationsfiguren, zivilgesellschaftliche Praktiken und Maßnahmen werden identifiziert, die solidarisches Zusammenleben und community building stärken können. Ziel ist es, gemeinsam mit den Praxispartner*innen Maßnahmen der politischen Bildung, Wege der Aufklärung sowie Strategien für individuelle und kollektive Akteur*innen zu entwickeln, präventiv oder interventionistisch anti-emanzipatorischen Diskursen entgegenzuwirken und eine demokratische Auseinandersetzung um divergierende Positionen zur Konstitution der Geschlechterverhältnisse, zu Geschlechterrollen,zur Heteronormativität sowie Intersektionalität zu fördern.

Es ist nicht wissenschaftlich, weil es nie wissenschaftlich sein sollte. Es ging immer nur um politische Kriegführung zur Durchsetzung linker Ideologien, um eine Umgestaltung der Gesellschaft. Es ging immer nur darum, die Gesellschaft demokratiewidrig zu täuschen und ideologischen Wahn als Ergebnis von Wissenschaft auszugeben. Das ist das, was wir mindestens in den letzten 20, vermutlich 50 Jahren als Zersetzung der Wissenschaft erlebt haben. Der Missbrauch wissenschaftlicher Institutionen, Einrichtungen, Bezeichnungen, Titel, Stellen, Gelder zur gesellschaftlichen Durchsetzung einer durchgeknallten Ideologie.

Genau das, was ich in der Causa Verfassungsrichterin Baer an der Humboldt-Universität beobachtet habe: Politische Agitation, die in Universitäten versteckt und vordergründig als Wissenschaft ausgegeben wird, die Aktivisten mit Beamtenstellen versorgt und noch die Forschungsgelder dafür wäscht und veruntreut. Immer dasselbe Prinzip.

Und dann wird jeder angegriffen, der Kritik daran äußert. Antifa hier, Münklerwatch da und so weiter. Der ganz große Betrug, mit hunderten Beamtenstellen und Milliarden Steuereuros. Ein riesiges Mafia-System.

Zurück zu ScienceFiles.

ScienceFiles ist bekanntlich ebenfalls ein Kritiker der Gender Studies.

Im Gegensatz zu mir – ich werde offiziell praktisch nicht zur Kenntnis genommen, ohne Doktor ist man da ein Niemand, aber ich weiß von einigen Insidern, dass das auch damit zusammenhängt, dass viele an dem Versuch scheitern, mich zu kategorisieren, und ohne Kategorisierung sind sie hilflos – werden die Autoren von ScienceFiles zumindest teilweise durchaus als existent wahrgenommen, weil promoviert, habilitiert, geisteswissenschaftlich und vor allem weiblich: Heike Diefenbach. Und im Gegensatz zu mir kann man sie auch nicht als alten weißen Mann wegkategorisieren.

Anscheinend nun, zumindest schreibt ScienceFiles es so, wird nun in diesem REVERSE-Projekt unter Finanzierung durch das BMBF systematisch verleumdet. Die sollen da wohl die Legende aufgebaut haben, Diefenbach baue da irgendwie an einem rechten Netzwerk, und als Beleg habe man da irgendwelche Texte angeführt, die aber wohl alle nicht von Diefenbach stammten – das wäre Verleumdung.

Anscheinend geht die jetzt juristisch auf einander los.

Was mich jetzt zu der Frage bringt, wie und warum das so gelaufen ist.

ScienceFiles spricht da von einer Art Abschussliste. Es riecht zumindest danach, dass die Zuwendungen des BMBF in Zusammenhang mit dieser Liste stehen, dass es da eher um eine Art Kopfgeldliste geht und die da Steckbriefe abzuarbeiten haben. Ob das mit den Texten nun Schlamperei, Böswilligkeit oder schlichte Verzweiflung um die Erfüllung dieses Paktes mit dem Teufel war, wäre die Frage.

Keine Frage ist, dass sich das Hochschul-Klima ziemlich erwärmt.

Krise

Ich glaube, der zentrale Dreh- und Angelpunkt ist das Wort „Krise”.

Sie unterstellen zwar, dass die Geschlechterverhältnisse (also irgendwie die anderen) in einer Krise wären. Aber mal ehrlich: Wer den Gegner in einer Krise sähe, würde nicht so hektisch nach Gegenmaßnahmen suchen und alle Mittel aufbieten wollen.

Es kann nur heißen, dass der Gendersumpf in einer Krise steckt und denen der Kittel brennt vor Angst.

Ich glaube, der Genderquatsch wird zusammenbrechen.

Denn erstens hat das inzwischen fast jeder gemerkt, dass Gender frei erfundener Blödsinn ist, zumal sie ständig behaupten zu forschen, aber nichts anderes machen als in einer Endlosschleife die immer selben Sprüche klopfen.

Zweitens ist die Wichtigkeit längst von Migration und Islam verdrängt.

Drittens hängt’s nun wirklich jedem zum Hals raus.

Viertens hat die Politik gerade eine große Finanzierungslücke.

Die kämpfen ums Überleben, und sie kämpfen mit allen Mitteln.

Eine seltsame Querverbindung

Dass die Sache mit dem Regierungskomplex in Verbindung steht, darauf deutet eine Personalie hin, die ScienceFiles da erläutert.

Denn laut ScienceFiles lassen sich die Marburger nun – als ob es in Deutschland und Berlin nicht Anwälte wie Sand am Meer gäbe – durch einen – im wahrsten Sinne des Wortes fernliegenden – Berliner Anwalt vertreten, der in Verbindung zur Amadeu-Antonio-Stiftung stehe. Die bekanntlich von den Ministerien Finanzmittel erhalten. So schließt sich wieder mal ein Kreis.

Der nun behaupte laut ScienceFiles, solche unrichtigen Zuordnungen von Texten seien durch die Grundrechte der Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit in Artikel 5 des Grundgesetzes gedeckt.

Was ich für falsch halte.

Die Rechtsprechung ist gerüttelt voll von Entscheidungen, wonach die Meinungsfreiheit nicht abdeckt, falsche Tatsachenbehauptungen über Dritte anzustellen, und auch die Wissenschaftsfreiheit bezieht sich – wie der Name schon sagt – nur auf wissenschaftliche Kritik, nicht auf falsche Tatsachenbehauptungen.

Was das überhaupt mit Wissenschaft und Wissenschaftsfreiheit zu tun haben soll, einzelne Leute in dieser Weise zu verfolgen und zu beschuldigen, das ist mir nicht ersichtlich.