Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Kommunismus 7.0 und 8.0

Hadmut
6.5.2019 16:38

Eine neue Kategorie in der Taxonomie.

Ich hatte doch schon diverse Mal erläutert, dass die in der Frankfurter Schule verzweifelt überlegt haben, warum das mit dem Marxismus-Kommunismus nicht so funktioniert hat, wie erwartet und vorhergesagt. Das ist halt der Unterschied zwischen Marx und Einstein, zwischen Geistes- und Naturwissenschaftler. Bei Einstein sind die Vorhersagen eingetreten und es brachte großen Nutzen. Bei Marx ist nichts eingetreten, aber es brachte großen Schaden.

Jedenfalls grämten sie sich, warum der vorhergesagte und inniglich erwartete Klassenkampf nicht eingetreten war.

So ein bisschen haben sie selbst gemerkt, dass das mit dem Kapitalismus als Schuldigem und Klassenfeind nicht richtig läuft, weil es den Arbeitern im Kapitalismus weit besser ging als denen im Kommunismus, und weil es die Kapitalisten und nicht die Kommunisten waren, die sie vor der Judenverfolgung Hitlers gerettet und aufgenommen hatten.

Also suchten sie ein anderes Streitmoment und kamen auf Jünger von Sigmund Freud, die das etwas exzessiv betrachteten, also quasi Freudistische oder Freudextreme. Die brachten sie auf Freuds Ansichten bezüglich der Geschlechterdramen, und daraus wollten sie dann einen neuen Klassenkampf Frauen gegen Männer machen, Feminismus als Aufwiegelung. Hat auch nicht so geklappt wie erwartet, also versuchte man sich an weiteren Streitvomzaunbrechungen, ich hatte die schon mehrfach kategorisiert, etwa hier:

Deshalb gab es Kommunismus 2.0 mit Feminismus, Kommunismus 3.0 mit Schwulen und Lesben, Kommunismus 4.0 mit Gender und Transen, Kommunismus 5.0 mit Migration und Rassen. Man versucht und versucht und versucht und es klappt nicht.

In dem Artikel hatte ich ja dann auch die Kategorie 6.0 angesprochen, nämlich Menschen gegen Maschinen streiten zu lassen, die ihnen die Arbeit wegnehmen (was aber dann doch wieder gewisse Ähnlichkeit mit Kommunismus 1.0 hat).

Schaut man sich an, was so gerade abläuft, dann bekommt man den Eindruck, dass wir gerade Kommunismus 7.0 und 8.0 beobachten können:

  • Junge gegen Alte, Ausstieg aus Generationenvertrag
  • CO2, Klima, Gretisten gegen Dieselfahrer

Anscheinend versucht man in einer Art Torschlusspanik irgendetwas zu finden, womit sich der große Gesellschaftskrieg vom Zaun brechen ließe, der große Klassenkampf. Mal ehrlich, stinkt dieses ganze Autos raus aus Städten und Elektrofahrrad und Einsparen-Krieg nicht nach künstlich angezetteltem Klassenkampf?

Für Torschlusspanik gibt es zwei Anhaltspunkte.

Erstens die Europa- und die anderen Wahlen, bei denen Linke inzwischen immer schlechter abschneiden.

Ein anderer Anhaltspunkt könnte George Soros sein. Ein Leser schrieb mir, ich habe es aber noch nicht nachgelesen oder überprüft, dass irgendwer herausgefunden haben soll, dass Klima-Greta eben nicht, wie von so vielen behauptet, so ganz uneigennützig und tapfer da herumsteht, sondern wieder einmal George Soros dahinterstecke. Wer sonst. Der steckt mit seiner Stiftung eigentlich überall drin, wo die Demokratie von links sabotiert wird. Unglaublich, wo der überall die Finger drin hat.

Nun ist er aber auch nicht mehr der Jüngste.

Kann das sein, dass der als 18-Milliarden-Oberkommunist gerade in Lebenstorschlusspanik aus allen Magazinen feuert, damit er den erhofften Klassenkampf noch miterleben kann? Dass die deshalb alle gerade klimadurchdrehen, weil man unbedingt will (und wegen der Geldgeberei auch muss), dass Soros das noch miterleben kann?