Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Brennt der Kittel? Der seltsame Richtungswechsel der Grünen und der Linken

Hadmut
5.5.2019 12:35

Migrationskollaps? [Zahlenkorrektur]

Schauen wir nur zwei Monate zurück, etwa auf diese Meldung vom 1.3.2019: Grüne und Linke wollen Tempelhofer Feld freihalten

Mitten in Berlin liegt der Flughafen Tempelhof, der vor ein paar Jahren geschlossen wurde. War ein bisschen schräg, wenn mittelgroße Flugzeuge so mitten in der Innenstadt der Hauptstadt landen und im Anflug so tief über die Dächer fliegen, dass man ihnen beispielsweise Steine in die Triebwerke werfen könnte.

Seitdem ist das Gebäude umgewidmet, die ehemaligen Hangars wurden erst als Messehallen und dann als Flüchtlingssammelunterkunft genutzt, und die Wiese und die Landebahnen als Freizeitgelände zum Skaten, Grillen und all sowas. Mir ist da beim Skaten mal aufgefallen, dass in einer Ecke des – riesigen – Geländes enorm viele arabische Familien ihr Feiertagspicknick mit groß aufgebautem Tisch, Grill usw. begehen, wovon ich kurz später in Abu Dhabi, wo ich das ebenfalls beobachten konnte, gelernt habe, dass das eine typisch arabische Sitte ist, den Feiertag nicht in der Bude zu sitzen, sondern sich in einem Park zu versammeln und dort mit ein, zwei Dutzend Leuten, großem Aufbau und Bergen von Essen das Familienbarbecue abzuhalten, zusammenzusitzen, sich zu unterhalten. In den Parks von Abu Dhabi: Dicht gedrängt, einer am anderen, die Parks praktisch ganz belegt. Die Kinder spielen, die Erwachsenen sitzen in Sonne oder Schatten. Im Gegensatz zu den (auch nicht gerade ganz) kleinen Stadtparks in Abu Dhabi ist das Tempelhofer Feld einfach riesig. Das war ein Flughafen. Da gibt es unzählige Gruppen, die irgendwo ihr Barbecue abhalten, die Deutschen am anderen Ende, und trotzdem ist da noch immer Platz, Platz, Platz.

Nun wollte man da bauen, wenn ich das richtig mitbekommen habe, rings um die Fläche oder alternativ an einer Seite. Subjektiv hätte man das nicht gemerkt, weil das Gelände ohnhin so riesig ist, dass man (ich habe nicht auf die Uhr gesehen) schon eine ziemliche Weile unterwegs ist, um mit den Skates einmal außenrum zu fahren. Die längere Landebahn ist 2094 Meter lang, insofern dürfte das Gelände einen Durchmesser von mindestens 3 Kilometern haben. Geschätzt hätte ich die freie Fläche auf etwa 9 Quadratkilometer, Wikipedia sagt, es wären insgesamt (allerdings mit Anlagen und Gebäuden) 12,2 Quadratkilometer.

[Korrektur: Ich hatte mich verschätzt, weil ich nur den inneren Teil der Landebahn als gemessen angesehen hatte, es aber wohl wirklich die ganze Bahn von einer Grundstücksgrenze zur anderen ist und das Gelände nicht so quadratisch ist, wie ich es annahm, sondern eher rund, weil Waldteile doch nicht dazugehören, also eher Durchmesser 2,1 km und rund, also ungefähr 3 bis 4 Quadratkilometer. Die Zahlenangabe von Wikipedia mit 12,2 bezog sich auch nicht auf den Flughafen Tempelhof, sondern auf den Stadtteil Tempelhof. Danke für den Leserhinweis. Ändert aber am Rest des Artikels gar nichts.].

Da sollte man meinen, dass man auf 12,2 Quadratkilometer vielleicht was für Wohnungen abzwacken könnte. Als der Flughafen noch in Betrieb war, ist man ja auch damit ausgekommen, das Gelände nicht anderweitig nutzen zu können. (Man könnte allerdings vermuten, dass man Tempelhof auch wieder eröffnet, nachdem der ja 2008 mit der Begründung geschlossen wurde, dass man ihn nicht mehr brauche, weil ja gleich der BER eröffnet werde. Tegel hatte man ja auch schon auf die Schließung vorbereitet.

Und da hätte man ja etwas bauen können.

Aber nein, Grüne und Linke sind strikt dagegen:

Die Wohnungsnot wächst, die Mieten steigen so schnell wie in keiner anderen Stadt, weil im vergangenen Jahr wie die Jahre zuvor erneut die zusätzlich gebauten Wohnungen nicht mal ausreichen, um die zusätzlich in Berlin gezählten Menschen unterzubringen.

Trotzdem bleibt Katrin Lompscher (Linke) zur Frage, ob die Wohnungsnot nicht inzwischen so groß sei, dass eine Bebauung des Tempelhofer Feldes nun erforderlich sei, unerschütterlich auf Kurs: Nein, es sei eine “Denkfaulheit” eine Bebauung des Tempelhofer Feldes zu fordern. Dort seien “maximal 5000 Wohnungen möglich” und diese Größenordnung “würde uns nicht wahnsinnig viel helfen” bei einem Mangel von 90.000 Wohnungen in der Stadt. “Das ist nicht die Lösung”, so Lompscher. […]

[…] und auch die Grünen wollen das Tempelhofer Feld nicht anfassen. Fraktionschefin Antje Kapek sagte auf Tagesspiegel-Anfrage kurz und bündig: “Wir haben einen geltenden Koalitionsvertrag. Der gilt nach wie vor!” Darin heißt es auf Seite 35 unmissverständlich: “Die Bebauung des Tempelhofer Feldes wird ausgeschlossen.”

Keine 6 Wochen später kamen dieselben Parteien, Linke und Grüne, und fordern erst die Enteignung von Wohnungsgesellschaften und nun auch von Grundstückseigentümern, die nicht sofort bauen.

Was erstaunlich ist, weil die Stadt ja Eigentümer des Tempelhofer Feldes ist und da eben nicht bauen wollte.

Erst will man große Wohnungsgesellschaften enteignen, schon Tage später setzt man selbst privaten kleinen Grundstückseigentümern die Pistole auf die Brust, aber selbst hat man sich als Eigentümer eines 12-Quadratkilometer-Grundstückes eben noch geweigert, da zu bauen.

Ich kam drauf, weil jemand dazu gewittert hat:

Ständig haben sie das Bauen verhindert, meist mit Öko-Argumenten.

Jetzt plötzlich fragt überhaupt niemand mehr, ob auf Grundstücken noch irgendein Lurch lebe, ein Vogel brütet oder irgendein Farn wächst. Von eben noch auf gleich wurde die Richtung komplett gewechselt, sind die auf einmal in der Wohnungspanik.

Wie kommt das?

Hat man die Bebauung in Tempelhof blockiert, um die Wohnungsnot politisch künstlich hoch zu halten?

Oder brennt denen gerade ihre Migrationspolitik ganz fürchterlich an?

Würde mich mal interessieren, wie die reagieren würden, wenn Grundstückseigentümer jetzt mit Gutachten daherkämen, dass auf ihrem Grundstück irgendwelche seltenen Viecher brüten.

Mir liegt außerdem ein Fall vor, der danach stinkt, dass man alten, finanziell und gesundheitlich wehrlosen Leuten gerade mit faulen Tricks und Bankenhilfe die Häuser abnimmt, quasi Enteignung durch fingierte Zwangsversteigerung, um sie dann durch Strohmänner als Käufer in Migrantenheime umzuwandeln. Das ist allerdings noch nicht berichtreif, da muss ich noch zuschauen und recherchieren.

Aber auch das deutet darauf hin, dass rot-rot-grün der Kittel brennt.