Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Die Nudging-Queen

Hadmut
4.4.2019 23:52

Die Frage nach dem Stoff, aus dem man Greta gebastelt hat.

Man sollte sich an das Jahr 2015 erinnern. Damals kam heraus, dass Merkel uns per Nudging zu gehorsamen Bürgern machen will, wie etwa die WELT damals schrieb:

Die Stellenausschreibung war ungewöhnlich: „Das Bundeskanzleramt sucht am Dienstort Berlin für das Referat Stab Politische Planung, Grundsatzfragen und Sonderaufgaben befristet bis zum Ende der 18. Legislaturperiode drei Referenten“, hieß es vergangenen August. Die drei Bewerber sollten „hervorragende psychologische, soziologische, anthropologische, verhaltensökonomische bzw. verhaltenswissenschaftliche Kenntnisse“ haben. „Merkel will Psycho-Trainer anheuern“, wunderte sich die „Bild“-Zeitung.

Nur wollte die Bundeskanzlerin sich nicht selbst auf die Couch legen. Die drei gesuchten Experten sollen der Kanzlerin beim „wirksamen Regieren“ helfen. Merkel übernimmt damit einen Ansatz, den die amerikanische oder britische Regierungen schon seit Jahren anwenden. Das sogenannte Nudging.

Der Staat nutzt dabei Erkenntnisse aus der Verhaltensökonomie, baut in Gesetze kleine Kniffe ein und bringt Bürger über kleine „Stupser“ dazu, sich besser zu verhalten: Energie zu sparen, fürs Alter vorzusorgen oder sich gesünder zu ernähren.

„Es geht um einen völlig neuen politischen Ansatz. Man kann ohne Gesetze und Verordnungen seine Ziele erreichen“, schwärmt Wirtschaftsprofessor Cass Sunstein, der als geistiger Vater des Stups-Ansatzes gilt, seit er 2008 seinen Bestseller „Nudge: Improving Decisions About Health, Wealth, and Happiness“ veröffentlichte. So groß die Möglichkeiten sind, so groß ist aber auch die Angst vieler vor dem Gestupstwerden.

Ja, da liegt es doch nahe, der Jugend eine Pippi Langstrumpf zu geben um sie politisch zu lenken. Dumm genug, damit sie es nicht merkt – oder sich sogar gut dabei fühlt, ist die Jugend ja. Man kann sogar sagen, dass die Jugend endlich wieder politisiert sei (wie schon bei Hitlerjugend und FDJ), und die Jungdeppen freuen sich auch noch darüber.

Nun weisen mich Leser auf eine Bundestagsveranstaltung hin, Öffentliches Fachgespräch zu dem Thema: “CO2-Bepreisung” am Mittwoch, 3. April 2019, 11 bis 13 Uhr.

Dazu gebe es ein Video auf Youtube, in dem ab 4:48 ein gewisser Holger Lösch vom Bundesverband der Deutschen Industrie spreche.

Und der erzählt, dass unklar ist, „wie umfassend der Endverbraucher zu den nötigen Transformationen bereit” sei.

Auf der Metaebene gebe es eine hohe Kongruenz mit dem Klimaschutz, aber sobald es zu Belastungen komme, Veränderungen, Reduktionen, sehe man ein „deutliches Absinken dieser Kurve”.

Deshalb frage man sich, wie man Investoren und Endverbraucher zu dem Verhalten steuern könne, das notwendig ist, um die gewünschten Mengen von CO2 in Deutschland zu reduzieren.

Es gehe dabei um eine massive Veränderung unseres Systems aus Steuern, Abgabe und Umlagen.

Dann spricht er die Strompreise an, die hier in Deutschland für die Industrie zu hoch seien.

Dann will er Beihilfen haben, weil die Umbauten, die man vor sich habe, enorme Investitionen nach sich zögen.

Mal gedanklich extrapoliert

Das war jetzt zwar ein Standpunkt des BDI und nicht der Politik, aber er hörte sich schon an wie die Antwort auf politische Vorgaben, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Also so indirekt ein Rückschluss auf eine politische Position.

Und da kann man eben heraushören, dass wir gewaltigen Steuererhöhungen für den „Endverbraucher” entgegensehen, weil die Kosten für die Industrie eben nicht (alle) der Industrie aufgebürdet werden können.

Und da drängt sich nun der Gedanke auf, dass das Greta-Freitags-GoldeneKamera-Affentheater bewusst inszeniert ist, um hinterher bei der Steuer- und Abgabenerhöhung zu sagen, „Das wolltet Ihr doch so haben, die Politik hört auf das Volk!”

Ein ausgemachter Betrug.

Und es stinkt gewaltig nach der Methode Merkel.