Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Über Frauen, die man kennen muss, und den Berliner S-Bahn-Ring

Hadmut
26.8.2018 11:15

Gute Nachrichten für Misogynisten und Nicht-SPIEGEL-Leser.

Der SPIEGEL macht sich gerade völlig zum Witzblatt. Dabei ist die Not des SPIEGELS mit sich selbst gerade groß, denn wieder mal wurde da der Chefredakteur ausgetauscht. Zwar ist man beim SPIEGEL ideologisch verblendet und lebt in einer linken utopischen Phantasiewelt, aber wenn das Geld knapp wird weil die Umsätze sinken, reagieren auch Linke, denn Geld ist ihnen das wichtigste. Die WELT sieht die Ursache in einem Profilverlust, der SPIEGEL hat keinen Charakter mehr.

Der SPIEGEL weiß nicht mehr genug Sinn-, Wert- und Hirnvolles mehr zu schreiben, um ein Magazin zu füllen. Er ist im Mainstream verblödet und hat jede Fähigkeit verloren, sich aus dem linken Wahn zu lösen.

Schön-dummes Beispiel von dieser Woche: Allgemeinwissen – Diese Frauen müssen Sie kennen

Kein Misogynist hätte es so frauenvernichtend formulieren können wie die 11 feministischen Autorinnen, die da mitgeschrieben haben und sich dabei selbst viel ausgiebiger beschrieben haben als die Frauen, die man kennen müssen soll. Wenn die Beschreibung der Autoren länger ist als die der Leute, über die man schreibt, fragt man sich wirklich, wer den Scheiß eigentlich lesen sollen.

Die Liste der wichtigen Frauen gestaltet sich nicht nur übersichtlich, man kann auch bei vielen schlicht nicht erkennen, wofür man sie kennen müsste.

  • In Wissenschaft, Technik und Forschung kommen sie auf gerade mal 14 Frauen, die man kennen muss. Darunter zwar ein paar, die wirklich gut waren, aber dann auch nicht so ernstlich technisch waren. Jane Goodall ist wirklich gut, aber ob uns die Schimpansenforschung wirklich so vorangebracht hat… und ob man Amalie Auguste Melitta Bentz für die Erfindung des Kaffeefilters wirklich als große Erfinderin kennen muss, ist eine andere Frage. Die Erfinderin der Spülmaschine als wichtige Frau ist sozusagen Realsatire.

    Nochmal: Sie kommen auf vierzehn. In Worten: 14. In Wissenschaft, Technik und Forschung der letzten 200 Jahre kommen sie auf 14 Frauen, darunter die Erfinderin der des Kaffeefilters.

  • In Theorie und Politik (seltsames Theorieverständnis) kommen sie auf 52 und können bei vielen nicht man angeben, warum oder wofür man die kennen müsste.

    So soll man eine „Ijeoma Oluo, Autorin” oder „Lynn Hunt, Historikerin” kennen.

    Äh, warum? Wenn sie nicht mal selbst sagen können, warum eigentlich?

    Aufschlussreicher ist da „Michelle Obama, Anwältin, ehemalige First Lady der USA”. Man soll sie dafür kennen müssen, dass sie Gattin eines wichtigen Mannes war. Toll. Hat sie denn irgendwann mal irgendwas wichtiges gemacht oder gesagt, außer im Fernsehen mit Kindern zu turnen?

Das ist nicht nur ein feministischer Offenbarungseid, es ist vor allem ein journalistischer. Denn wenn man groß mit „Diese Frauen müssen Sie kennen” aufmacht und dann mit 11 Autorinnen fast nichts liefern kann, hätte man besser die Klappe gehalten, das geht einfach nach hinten los.

Dass die beim SPIEGEL anscheinend unter Drogen stehen, zeigt auch ein aktueller Artikel über den ZDF-Pegida-Mann-Eklat. Darin heißt es:

Erst letztes Jahr erschütterte eine Reihe von Skandalen wegen rechtsextremer Umtriebe bei der Bundeswehr die Republik. Hakenkreuze, Wehrmachtsdevotionalien, Heil-Hitler-Grüße: Das Gestrige steht hoch im Kurs bei der Truppe. Kaum überraschend, dass auch sie durch Ineffizienz glänzt.

Zunehmend sind auch Sektoren im öffentlichen Dienst betroffen, die lange Zeit als Domänen der linksliberalen Mitte galten. Lehrer wie Karlheinz Weißmann, eine Gründungsfigur der neuen Rechten, Björn Höcke, der nun gefeuerte “Volkslehrer”, aber auch zahlreiche Professoren wie der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen offenbaren eine neue Dimension der Verflechtung des öffentlichen Diensts mit der Rechten. Es ist davon auszugehen, dass der größere Teil der Sympathisanten unauffällig, aber nicht eben im Verborgenen, sondern in Klassenzimmern und Hörsälen durch reaktionären Einfluss Lehre und Forschung behindert. Und dabei mit Steuergeldern finanziert wird.

Die Rechten unterwandern die Institutionen nicht planmäßig

Die Herrschaft des sogenannten “Juste Milieu” oder eben der “Political Correctness” musste nicht umsonst erst unter Verwendung von Fremdwörtern herbeifantasiert werden. Sie hat nie existiert und stellt in Deutschland außerhalb des Berliner S-Bahn-Rings die große Ausnahme dar. Ist dies das Resultat eines geplanten Marschs durch die Institutionen der Rechten? Oder liegt gar ein anderer Vergleich nahe, derjenige mit Weimar, jener Demokratie ohne Demokraten?

Es fällt auf, dass der SPIEGEL das, was Linke über die Jahre gemacht haben, nämlich zu unterwandern und sich mit Steuergeldern finanzieren zu lassen, nun den Rechten anhängen wollen.

Ich möchte dabei an ein Detail erinnern: Man sieht den dicken Mann mit dem bekloppten Hut, der da in die ZDF-Kamera pöbelt, gerade als das große Staatsproblem an. Und die Pöbelei war auch schwer daneben. Bisher ist über den Mann bis zu dem Zeitpunkt, als das ZDF die Kamera auf ihn richtete (und inzwischen ist irgendwo eine Aufnahme aufgetaucht, wie man aus der Entfernung auf ihn ranzoomt, als hätte man gezielt auf ihn gewartet und das alles inszeniert), nicht mehr bekannt, als dass er einen bekloppten Hut aufhatte und die Straße entlang ging.

Die Versammlung war auch nicht verboten. Was auch immer man davon hält, die Presse, die sich immer als die Hüter der Verfassung hinstellt, attackiert gerade die Versammlungsfreiheit. Und liefert mit ihrer Hexenjagd die juristische Begründung dafür, dass sie künftig nicht mehr filmen darf, weil die Personen dann nämlich ein berechtigtes Interesse habe, wenn sie alleine dafür, dass sie die Straße entlanglaufen, so an den Pranger und mit Beschimpfungen und Entlassungsforderungen überschüttet werden. Denn ohne jegliche Rechtsgrundlage fordert man von Leuten, die vom Steuerzahler bezahlt werden, dass sie sich auch in ihrer Freizeit politischer Aktivitäten, selbst passiver, enthalten.

Dieselben Leute finden es aber völlig normal, dass sich Leute auf Steuerkosten sogar während ihrer Dienstzeit politisch betätigen, etwa an den Universitäten. Da findet man es völlig normal, wenn Professoren unter Nutzung dienstlicher Einrichtungen zum Besuch linker Demonstrationen aufrufen. Oder man überhaupt Leute für politischen Aktivismus bezahlt.

Der Brüller ist dann der Verweis auf den Berliner S-Bahn-Ring, mit der Aussage, die Political Correctness herrsche nur innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings, außerhalb nicht.

Außerhalb herrsche nur Matsch:

Die schnöde Wirklichkeit ist in diesem Fall besorgniserregender als Hysterie. Es ist kein Marsch durch, sondern der Matsch in den Institutionen. Die Rechten unterwandern die Institutionen nicht planmäßig. Sondern es ist deren jedem Bürger bekannte Verkrustung, die Reaktionäre anzieht oder sogar erst hervorbringt.

Alles Matsch, was nicht links unterwandert ist.

Wer kauft den Müll noch?