Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Als Gniffke das Thema verfehlte und Mord zum Normalfall wurde

Hadmut
24.8.2018 0:42

Warum ARD und ZDF auf dem letzten Loch pfeifen.

Bis vor einigen Tagen gab es ja die Diskussion, warum die Tagesschau nicht darüber berichtete, als irgendein Asylbewerber einen Arzt abgestochen hat. Man war der Meinung, das sei ja nicht von überregionaler Bedeutung.

Ein Leser wies mich dazu auf eine Bedeutung hin, an die ich so noch gar nicht gedacht hatte. Unser Ex-Justizminister Heiko Maas nämlich hatte einen Gesetzentwurf unterbreitet, der Migranten im Prinzip mit geringer Strafe ermöglichen würde, Deutsche abzustechen. Denn der hat ja nicht nur das Sexualstrafrecht ins Groteske verschoben, sondern auch dem Mord rumdrehen wollen, wie viele, etwa die WELT berichtete:

Mörder sollen in Deutschland nicht mehr zwingend mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe bestraft werden. Das geht aus einem Gesetzentwurf von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hervor, aus dem das Magazin „Der Spiegel“ zitiert.

Danach soll die Haftstrafe für Morde auf bis zu fünf Jahre gesenkt werden können, wenn der Täter „aus Verzweiflung“ handelte, um „sich oder einen ihm nahestehenden Menschen aus einer ausweglos erscheinenden Konfliktlage“ zu befreien, durch eine „schwere Beleidigung“ oder „Misshandlung … zum Zorn gereizt“ wurde oder von einer „vergleichbar heftigen Gemütsbewegung“ betroffen war.

Zugleich will Maas die umstrittene Mordkategorie der „Heimtücke“ ersetzen: Künftig gelten alle Tötungen als Mord, bei denen der Täter die „Wehrlosigkeit“ des Opfers „ausnutzt“. Auch präzisiert der Minister das Mordmerkmal der „niedrigen Beweggründe“ (künftig: „besonders verwerfliche Beweggründe“), das in der neuen Fassung auch explizit rassistische und fremdenfeindliche Angriffe einbezieht.

Verzweiflung, schwere Beleidigung, zum Zorn gereizt, vergleichbare heftige Gemütsbewegung. Dann bekommt man maximal fünf Jahre, mit feministischen Richtern drei, bei guter Führung nach zwei raus. Falls nicht sowieso auf Bewährung ausgesetzt.

Und dazu gehört dann sicherlich auch der Mord aus religiösen Gründen.

Umgekehrt wird ein Totschlag aus rassistischen oder fremdenfeindlichen Aspekten heraus zum Mord hochgestuft. Also

  • Migrant tötet Deutschen: Höchstens 5 Jahre
  • Deutscher tötet Migranten: Lebenslänglich

Das ist der Geist, auf dem unsere Politik und Medien beruhen.

Deshalb wird über einen Mord gar nicht, aber über einen Pegida-Besuch in aller Ausführlichkeit berichtet. Ein anderer Leser nämlich schrieb mir die überaus interessante Frage:

Die Rechtslage hinsichtlich der angeblich verletzten Persönlichkeitsrechte des bewußten Knallkopfes kann ich nicht beurteilen. Ich frage mich aber, warum jede, wirklich jede Visage eines jeden rechtskräftig Verurteilten Vergewaltigers, Messerstechers und so fort geschwärzt wird, weil ansonsten seine Persönlichkeitsrecht verletzt würden, ein Mensch aber, der sich nichts hat zuschulden kommen lassen, und explizit verlangt, nicht im ZDF zu kommen, keinen Anspruch darauf hat.

Das ist ein gewichtiger Punkt. Selbst Mörder, Gewalttäter, Vandalen, die von der Polizei in einer Öffentlichkeitsfahndung gesucht werden, werden sobald sie identifiziert wurden, in der Presse sofort verpixelt.

Geht aber einer von einer Pegida-Veranstaltung zur anderen, sieht zwar beknackt aus, hat aber nach meinem bisherigen Kenntnisstand – bis er auf das Fernsehteam losgegangen ist – nichts verbotenes getan, und wird in Großaufnahme an den Pranger gestellt. Was sie ja nach derzeitigem Kenntnisstand vorher schon wollten, bevor er auf sie losgegangen ist.

Es ist zwar ARD/Tagesschau einerseits und ZDF andererseits, aber wenn man mir gestattet, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in eine Tonne zu werfen, dann ergibt sich

  • Asylant ersticht Asyalarzt ist nur regional und nicht berichtenswert.
  • Dicker Mann mit dämlichem Hut geht von einer Veranstaltung zur anderen ist eine Top-Nachricht.

Es ist genau das, warum ich ARD und ZDF schon lange für Lügenpresse halte. Nicht, dass sie häufig direkt und nachweisbar Lügen würden, sondern dass sie durch ihre Selektion manipulieren, dass sie das hochpumpen, was ihnen in ihre Agenda passt, und alles andere totschweigen.

Denn das muss man sich auch mal klarmachen: Ein erstochener Arzt in Badenwürttemberg ist eine Lokalnachricht ohne Bedeutung. Behauptet aber irgendwo irgendeine Nuss, Harvey Weinstein oder Dieter Wedel habe ihr vor 30 Jahren mal an den Hintern gegriffen, dann kommt’s in allen Nachrichten plus Brennpunkt.

Inzwischen spricht sich das herum, die WELT hat einen bösen Artikel darüber, dass die Tagesschau sich gerade ihren Ruf demoliert und die Leute stinksauer werden.

Diese Woche hat der Gniffke versucht, über die Social Media zu erklären, warum man das nicht gemeldet hat:

Der Mann verfehlt meilenweit das Thema.

Ich persönlich bin nämlich der Meinung, dass die Tagesschau darüber nicht hätte berichten müssen, denn

  • Jeden Tag sterben Menschen und werden umgebracht. Man kann nicht über alle berichten.
  • Ich merke es ja selbst: Ich habe tausende unbearbeitete Artikel in der Mailbox und noch ein paar tausend, bei denen ich schon entschieden habe, sie nicht zu verarbeiten, weil meine Resourcen begrenzt sind. Wenn man aber nur 15 Minuten für eine Nachrichtensendung hat, kann man nur nach Priorität auswählen.
  • Es war ja noch völlig unklar, und man muss die Polizei auch mal in Ruhe ihre Arbeit machen lassen.
  • Es muss auch nicht alles tagesaktuell und in der Tagesschau berichtet werden. Es gibt genug politische Magazine, wo das richtig aufgehoben gewesen wäre.

Das Problem ist nämlich nicht, dass sie darüber nicht berichtet haben.

Das Problem sind ihre massiv unterschiedlichen Maßstäbe, die man nur als politische Korruption einstufen kann. Beispielsweise schreibt mir ein Leser, dass das hier doch ein schönes Gegenbeispiel dafür sei, dass ein erstochener Asylbewerber für die Tagesschau ein berichtenswertes Thema ist.

Und damit ist die Tagesschau voll auf der Linie Maas’: Asylant mordet Deutschen ist OK, Deutscher mordet Asylant ist Katastrophe.

Bemerkenswert ist das vor allem deshalb, weil man in Fall dieses Asylbewerbers sofort über Rassismus ventiliert hat, obwohl sich dann herausstellte, dass der Täter ein anderer Asylbewerber war. Man hat es nicht nur berichtet, sondern gleich zum Anlass für Fake News genommen.

Erst neulich aber kam der Gniffke damit daher:

Er war Teil der EU-Expertengruppe „Fake-News”.

Da kann man sich jetzt was dabei denken, dass ausgerechnet der als Fake-News-Experte gilt.

Mit Desinformation dürfe kein Geld verdient werden, sagt er.

Er lebt von unseren Zwangsbeiträgen, sagt er.

Wer glaubt denen noch was?

Wer glaubt der Tagesschau noch?

Man könnte auch sagen: Der VW Diesel unter den Nachrichtensendungen.