Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Endlich kommen Politik und Verwaltung zur Besinnung

Hadmut
4.8.2018 16:41

und fangen an, wieder effektiv und vernünftig zu handeln. Heute: Maßnahmen gegen die Häufung von Unfällen auf der Autobahn A2. Das war überfällig. Und zwar feministisch! (Na, bitte, geht doch…)

Wie die HAZ berichtet, ist man nun endlich mit geeigneten und wirksamen Mitteln gegen die unerklärliche Häufung von Unfällen eines Autobahnabschnittes vorgegangen:

Eine „Elfenbeauftragte“ will die Unfallserie auf der A2 mit spirituellen Kräften beenden. Sie habe dort Strecken „energetisch versiegelt“. sagt sie. Unterstützt wurde sie von der Straßenbaubehörde.

Hat das lange gedauert, bis sie die Ursache gefunden hatten. Männer hätten das nie herausgefunden:

Wenn Melanie Rüter ihr Tätigkeitsfeld beschreibt, braucht sie nicht viele Worte: „Elfenbeauftragte nehmen Kontakt zu Naturgeistern, Elementar- und Erdwesen auf“, sagt sie. Es sei nämlich so, dass wir Menschen mit den Elfen, Zwergen und Trollen durchaus im Einklang leben könnten, wenn wir ihnen nur genug Platz ließen.

Gut, das war ja klar, dass wir jetzt weltoffen und tolerant sind, und wirklich jeder jetzt zu uns kommen kann. Wir wollen ja die Immigration. Ich will auch gar nichts dagegen sagen, das würde mir nur den existenzvernichtenden Vorwurf der Elfophobie einbringen, zumal mein Umgang mit Trollen mir schon in den Social Media den Vorwurf der Intoleranz einbrachte. Ich wusste aber auch nicht, dass sie neben der Datenautobahn auch die echte Autobahn heimsuchen.

Die selbsternannte Elfenexpertin, die nach eigenem Bekunden noch feinste Schwingungen wahrnehmen kann, hat sich mit ihren spirituellen Kräften jetzt einem ernsten Problem zugewandt: den zahlreichen Unfällen auf der A2. Erst am Donnerstag kam es erneut zu einem schweren Zusammenstoß zwischen zwei Lastwagen auf der Autobahn. Bei ihrer Aktion bekam Rüter amtliche Unterstützung durch die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.

Selbstverständlich. Auch im Straßenbau herrscht jetzt Frauenquote, und die müssen sie ja erfüllen. Irgendwie.

Abgesichert durch einen Lastwagen der Autobahnmeisterei Braunschweig und begleitet von zwei Mitarbeitern der Behörde, steuerte Rüter an einem Tag im Juni fünf neuralgische Punkte an der A2 zwischen Lehrte und Braunschweig an. Unterstützt wurde sie dabei von Marion Lindhof. Diese ist Tierkommunikatorin und versichert, dass sie sogar mit Mäusen oder Holzwürmern reden könne. „Tiere sind ehrlich“, sagt die Sehnderin, „sie lügen nie.“ Wer wollte ihr da widersprechen.

Nun, auf die Segnungen und Erfolge dieses Berufes bin ich auch schon gestoßen. Und nachdem ich mich jetzt viele Jahre intensiv mit unseren Geistes- und Sozialwissenschaften und dem Umbau unserer Gesellschaft und der Neuausrichtung unserer Bildung und Sozialordnung befasst habe, halte ich es auch nur für folgerichtig und konsequent, den Diskurs mit Holzwürmern aufzunehmen und das Zusammenleben neu zu verhandeln.

An der Autobahn hätten sie sofort „sehr traurige Energien“ gespürt, sagen die Frauen.

Kann ich bestätigen. Das Gefühl kenne ich. Geht mir in Berlin ständig so, und neulich auf dieser Journalistenkonferenz erst…

Doch die Frauen wollen noch tiefere Ursachen für die vielen Unfälle erspürt haben: „In einigen Fällen waren es aufgebrachte Naturwesen, die rebellierten und sich ihr Stück Natur zurückholen wollten.“

Aufgebrachte Naturwesen, die rebellierten und sich ihr Stück Natur zurückholen wollen. Konservativ. Fremdenfeinlich. Reaktionär. Gewalttätig. Rechtsradikal. Es wurde Zeit, dass die Landesregierung auch hier etwas gegen rechts unternimmt.

Der Dialog mit allen beteiligten Naturwesen muss dann wohl konstruktiv ausgefallen sein. „Einige Strecken der Autobahn sind nun energetisch versiegelt“, sagen die Frauen.

Ich bin mir nicht sicher, ob das so eine gute Idee ist, die Natur zu versiegeln. Schon das Wasser läuft nicht mehr ab. Und jetzt auch noch die Energie. Ob die die aktuelle Hitzewelle damit verursacht haben?

In Island gebe es längst offizielle staatliche Elfenbeauftragte, sagt Rüter – so etwas wünscht sie sich auch für Deutschland.

Das wär’ genau mein Job. Ich würde mich bewerben.

Friedhelm Fischer, Chef der Landesstraßenbaubehörde Hannover, bestätigt den Einsatz der spirituellen Streetworkerinnen: „Wir sind eine offene Behörde, die allen Bürgern gerecht werden möchte und viele Aktivitäten unterstützt“, erklärt er diplomatisch. Er selbst sei ja eher ein wissenschaftlich-skeptischer Typ, sagt der Behördenchef: „Ich könnte so etwas nicht, aber wenn die Frauen glauben, mit ihren Kräften etwas bewirken zu können, unterstützen wir das.“

Da spricht er wieder, der toxische alte weiße Mann, Misogynist, voreingenommen, überheblich, ausgrenzend. Deshalb brauchen wir die Frauenquote, deshalb brauchen wir Diversität, deshalb brauchen wir kulturelle Vielfalt.