Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Frauenfilmförderung

Hadmut
1.8.2018 1:39

Hätte jemals schon irgendeine Frauenförderung funktioniert?

Sie fördern und fördern und fördern … und außer Streit, Schaden und Geldverschwendung kommt nichts dabei heraus.

Ich hatte vorhin schon auf den sehr kritischen Kommentar einer Firmeninhaberin (!) zu Frauen in der IT verlinkt, und was ich im Bekanntenkreis so aus den Rekrutierungserfahrungen diverser Firmen erfahre, passt manchmal ganz genau dazu. Das zentrale Problem dürfte das feministische Dogma sein, dass an allem immer die anderen Schuld sind. Denn wenn man sich selbst immer für perfekt und gerecht hält und die Schuld immer bei anderen sucht, verbaut einem das die Möglichkeit zur Selbstkritik und Verbesserung.

Die ZEIT schreibt darüber, dass es im Filmgeschäft mit den Frauen mau aussieht. Schuld ist wieder alles, nur nie Frauen selbst.

Regisseurinnen traut man schlicht weniger zu. Sie drehen vor allem Nischen- oder Independent-Filme und werden für Komödien und Dramen engagiert. Blockbuster oder andere Projekte mit großem Budget übernehmen hingegen meist Männer. >

Mal abgesehen davon, dass „im Durchschnitt” hier unsinnig ist, weil es kein Durchschnittswert ist, wenn man bei 1.100 Filmen zählt, wieviele von Frauen stammen. Es sind einfach vier Prozent.

Warum das damit zu tun hat, was man ihnen zutraut? Und nicht einfach daran, dass sie einfach keine Blockbuster machen, weil immer irgendwie kompliziert, emotionalisiert, an der Pointe vorbei? Dieses „andere an meinen Problemen teilhaben lassen”?

Ist es nicht eher so, dass Frauen eben keine Blockbuster drehen, weil sie Nischen- und Independent-Zeugs machen? Menstruationsdramen und sowas? Und dass man große Budgets nicht vergibt, weil man patriarchisch ist, sondern weil man die Erfolgsaussichten einschätzt?

Mehr als 40 Prozent der von Smith befragten Regisseurinnen gaben an, sehr gern einmal einen Actionfilm oder einen Blockbuster drehen zu wollen. Es ist also bei Weitem nicht so, dass Frauen nur auf Beziehungskisten stünden.

Oh, ja. Sowas wie die Ghostbusterinnen. Kassenflop.

Mal eine blöde Frage: Warum machen sie es nicht einfach mal und zeigen, was sie können? Viele Superfilme sind mit kleinem Budget gestartet. Terminator zum Beispiel. Sogar Krieg der Sterne war am Anfang nur mit dünnem Budget ausgestattet. Man muss nicht erst das große Geld bekommen, um erfolgreiche Filme zu drehen, es muss nicht gleich Titanic oder Avator sein. Es ist eher umgekehrt: Würden sie gute Filme machen, bekämen sie auch Budget.

Überlegt mal, was für tolle Dinger manche Youtuber da schon abliefern. Oder neulich dieser Filmstudent, der als Masterarbeit (!) nahezu ohne Budget einen Star Wars-Kurzfilm produzierte, der sich hinter dem Original nicht zu verstecken braucht? Die Fan-Projekte zu Harry Potter oder Star Trek, die auch mit kleinem Budget tolle Dinge produzieren?

Smith hat noch weitere Auffälligkeiten festgestellt. Beispielsweise drehen Frauen in ihrer Karriere weniger Filme als Männer; viel häufiger als ihre männlichen Kollegen belassen es Regisseurinnen bei nur einem Film.

Die Krux der Frauenförderung: Wie bekommt man Frauen dazu, dann auch Filme zu drehen?

Fragen wir mal andersherum: Wieviele Männer haben gleich im ersten Versuch einen Blockbuster gedreht? Die üben das, die bleiben dran, und geben nicht gleich wieder auf.

Und je größer die Produktion ist, desto seltener wird ihnen die Regie übertragen – von Produktionsfirmen, in deren Führungsetagen im Übrigen mehrheitlich Männer sitzen. Auch das hat Smith belegt. Mit ihrem Team forscht sie nach den Ursachen für all diese Zustände und sucht nach Lösungen. Denn in den Bildern, die die Zuschauerinnen später in den Filmen zu sehen bekommen, zeigt sich das Missverhältnis zwischen den Geschlechtern.

Schon mal aufgefallen, dass es vor allem Frauen sind, die Korrelationen für Kausalitäten halten? Muss offenbar am Geschlecht liegen. 😉

Wie grotesk das sein kann, zeigen die Antworten auf drei überaus simple Testfragen an einen Film: Gibt es mindestens zwei Frauenfiguren? Haben sie Namen? Und sprechen die beiden über etwas anderes als einen Mann?

Es gab kürzlich mal einen Weltraumfilm mit Sandra Bullock als einziger Überlebender eines Zusammenstoßes im Weltraum. George Clooney guckte nochmal kurz rein, aber im wesentlichen ist Sandra Bullock da ganz alleine und die alleinige Hauptstarstellerin des Filmes. Nach diesen Kriterien wäre dieser Film frauenunterdrückend und patriarchalisch.

Fragen wir mal umgekehrt: Wieviel Filme, in denen zwei Frauenfiguren vorkommen und über etwas anderes als Männer sprachen waren dann noch ein Erfolg? Wer will Sprechfilme sehen?

Tatsächlich fallen rund ein Drittel aller Filme dabei durch. Blockbuster wie Transformers oder Blödsinn wie Baywatch erfüllen diese Kriterien erwartbarerweise nicht, aber ebenso wenig preisgekrönte Filme wie das Historiendrama Die dunkelste Stunde über Winston Churchill oder The Square, der schwedische Gewinner der Goldenen Palme. Natürlich sagt dieser sogenannte Bechdel-Test rein gar nichts über die Qualität eines Films aus.

Womit zumindest Indizien für die Vermutung vorliegen, dass feministische Anforderungen an Filme die Filme schlecht machen.

Im Ergebnis lügen sie sich was in die Tasche:

Gerade deswegen achtet Serner strikt darauf, gefühlsmäßige Einschätzungen eines Films zu unterbinden. “Bei uns gibt es keine Sätze wie ‘Das spricht einen sofort an’ oder ‘Das hat mich berührt’.” Vielmehr hat sie ihren Sichtungsgremien auferlegt, jeden Film innerhalb der drei Kategorien Aktualität, Originalität und Handwerk mithilfe handfester Belege zu bewerten. Denn Serner weiß genau: Das gefährlichste Argument in der Diskussion, ob Filme von Frauen besonders gefördert werden sollen, oder auch nur bezüglich der Frage, wie Frauen dazu gebracht werden können, mehr Filme zu machen, ist die Sorge um die Qualität.

Das Paradoxe an der Genderdebatte im Film ist, dass die Frage nach der Qualität alles andere überstrahlt und häufig als unvereinbar mit einer gezielten Förderung von Frauen betrachtet wird. Also hat Anna Serner es zu ihrer wichtigsten Aufgabe erklärt, in den Köpfen der Menschen zu verankern, dass mit mehr Gleichberechtigung auch die Qualität der Filme steigt.

Das ist ein Hammer. Sie wollen Qualität einfach umdefinieren. Wie an den Universitäten, wo sie Qualität als Mythos abstempeln, weil Frauen bei Qualitätskriterien nicht mithalten. Man dürfe nicht nach Qualität fragen, wenn man Frauen fördern wolle (Ach…und die wollen Blockbuster drehen?), sondern müsse die Beteiligung von Frauen als Qualität einstufen (und honorieren).

Das Dumme daran ist, dass es nach Einspielergebnissen an den Kinokassen geht. Und Kinobesucher lassen sich sowas eben nicht einreden. Und Blockbuster heißt eben, dass viele Kinogänger kommen.

Wenn man aber schon damit anfängt, dass man bei Frauenförderung nicht nach Filmqualität fragen darf, sondern das Auftreten von Frauen selbst zur Qualität erklären müsse, dann ist eigentlich schon alles darüber gesagt, warum es mit den Blockbustern nicht klappt.

Oder mit der Förderei überhaupt.

Irgendwie wirkt die ganze Förderei immer mehr wie ergebnislose Geldverbrennung.