Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Einblick in die linke Seele: Prinzip Vernichtung

Hadmut
18.5.2018 21:36

Über zwei Leserreaktionen auf das Lanz-Zitat-Video von gestern abend.

Zutreffend beobachtet. Lanz begibt sich in eine „wir-die-guten-Linken”-Position, alle anderen sind die bösen Rechten, bringt sich selbst in eine Feindbekämpfungsposition.

Um ein Dauerthema des Blogs wieder aufzugreifen: Lanz denkt nicht rational, er denkt tribalistisch, lässt sich von seiner Amygdala vor sich hertreiben. Als ob es darum ginge, ein Wettrennen gegen einen verfeindeten Stamm zu gewinnen. Als würde er einsehen und einräumen, dass „Rechte” etwas Wichtiges tun, nämlich Traditionen und Erreichtes zu erhalten, das im Grunde auch richtig finden, es aber deshalb ablehnen, weil es von den falschen Leuten, nämlich vom feindlichen Stamm gemacht wird. Man merkt ihm sehr deutlich an, dass er in einem Konflikt steckt: Er meint, dass zwar das Richtige getan würde, aber von den falschen Leuten, weil das Weltbild nur dann konsistent sein kann, wenn das Gute, Richtige, Wichtige von den „Guten” getan wird, weil die Monopol, Patent und Urheberrecht darauf haben. Mit dem Paradoxon, dass er die Handlung für richtig hält, die Personen aber für die Bösen, währen die Guten gerade versagen, kommt er nicht klar.

Deshalb taugt Lanz für alles, was über reine Unterhaltung hinausgeht, nicht zum Moderator. Er hat seinen Verstand nicht im Griff, sondern lässt sich von den archaischen Steinzeitfunktionen des Gehirns vor sich hertreiben.

Ein anderer Leser schreibt mir zu meiner (schon häufiger geschriebenen) Aussage, dass Linke der Überzeugung sind, dass jeder Wechsel, jede Änderung, jede Zerstörung an sich schon gut wäre, weil alles, was besteht, alles Konservative immer Sexisten, Patriarchate und böse Nazis hervorbringt (weil die Nazis eben damals aus der Angst vor den Kommunisten entstanden sind), und sie deshalb alles zerstören, zersetzen, sabotieren, was irgendwie Bestand haben könnte:

“Der zentrale – von den Linken massiv geschürte – Irrtum war zu glauben, dass jeder Wandel gut ist, gerne euphoristisch „progressiv” genannt, auch wenn man keine Ahnung hat, wo man hinwill, und konservativ das schlechtestmögliche sei. Jegliche Veränderung sei gut, weil das Verändern an sich gut sei. Alles statische sei schlecht.”

[Anmerkung noch von mir dazu: Das Zitat war von mir, aber statt euphoristisch hätte ich euphemistisch schreiben sollen.]

Das geht auf Hegel zurück.

Der hat die ‘dialektische Triade’ erfunden (oder auch abgeschrieben, ist egal).

Danach ist der Widerspruch die Quelle des Wissens und des Fortschritts zum Besseren.

1. es gibt einen Widerspruch
2. Betroffene arbeiten an einer Lösung
3. ist die Lösung erreicht, hat man eine neue Stufe in der Spirale der ‘Höherentwicklung’ erreicht

Nach Hegel ist daher die effizienteste Möglichkeit, ‘Fortschritt’ zu erzeugen, ‘Widersprüche’ zu organisieren. Der Fortschritt kommt dann per ‘Gesetz’ ‘automatisch.

Nach Auffassung der Hegelianer hemmen damit ‘Konservative’ den ‘Fortschritt’. Eine ‘linke’ Partei, die auf Marx/Hegel basiert, muss daher in ihrer ‘führenden Rolle’ anstreben, ‘Widersprüche’ zu erzeugen, als Initiator. Den Rest, d.h. die Arbeit, sollen dann die so ‘Angeleiteten’ machen.

Das ist kein Scherz. In einer Parteischulung der DDR für das Volk, d.h. auch für Nichtgenossen, wurde auf die Frage, warum in der DDR so viel nicht funktioniert, tatsächlich so geantwortet. Der desolate Zustand der DDR sei eine Folge der ‘Weisheit der Partei’. Die Partei hat ‘Widersprüche’ erzeugt und die rosige Zukunft kommt, nach Hegel, nun ganz alleine, man muss nur Geduld haben.

Die Leute in der DDR hatten einfach zu wenig Geduld. Ursache der Wende war nicht die ‘Partei’, sondern die Ungeduld des Volkes.

Maw., Linke ‘verändern’ egal, was und wie, das Ergebnis ist nach deren Logik immer eine ‘Höherentwicklung’, man muss nur warten.

Und ‘Konservative’ sind aus dieser Sicht immer die Bremser, die den Leuten die rosa Zukunft stehlen. (‘das schlechtestmögliche’)

K.Popper hat Hegel in “Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, Band 2: Falsche Propheten: Hegel, Marx und die Folgen” komplett zerlegt. Da ist weniger als ‘heisse Luft’ übrig geblieben. Einfach nichts.

Popper nannte das den ‘Aufstand gegen die Vernunft’.

Das trifft sehr genau meine bisherigen Beobachtungen. Linke können nichts, haben kein Ziel, sind völlig destruktiv. Es geht nur um’s Stören, Sabotieren, Vernichten, Beschmieren, Brandstiften. Alles kaputt zu machen, was man vorfindet. Keinerlei Leistung. Darin fügt sich auch der Genderismus ein („Gender trouble” und das ganze Ziel der „Dekonstruktion”). Das vermischt sich dann mit Marxismus. Man denkt, man müsse einfach nur alles kaputt machen und jegliche Eigenschaft, jeglichen Besitz von Menschen vernichten und zersetzen, und dann noch den großen Klassenkampf anzetteln, und danach würde das Paradies irgendwie aber zwangsläufig vom Himmel fallen.

Tatsächlich sind sie eben nur durchgeknallte Verrückte, die glauben, dass man alles kaputt machen müsse. Und das führt zu der Situation, in der sich Lanz sah: Die „Guten” machen alles kaputt und haben keinen Plan, schaffen nichts, was an dessen Stelle rücken könnte. Die „Bösen” erhalten immerhin das, was da ist, erlauben sich den Frevel, konservativ zu sein.

Würde mich interessieren, wieviel Gelder der dafür bekommt.