Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Bajau

Hadmut
21.4.2018 22:35

Das würde mich jetzt mal sehr interessieren, wie Soziologen und Genderasten das erklären.

Spektrum der Wissenschaft behauptet, man habe bei den Seenomaden Bajau eine genetische Anpassung an das tauchende Jagen entdeckt. Die hätten – und zwar auch dann, wenn sie gar nicht tauchen, sie ist also nicht durch Lebensumstände ansozialisiert – eine vergrößerte Milz. Weil die Milz auch die Funktion hat, sich beim Eintauchen in kaltes Wasser zusammenzuziehen und dadurch zusätzliche Blutkörperchen ins Blut auszuschütten, die Sauerstoffreserven bereitstellen (wusste ich auch nicht, noch nie gehört, können denn Leute, denen die Milz entfernt wurde, nicht mehr gut tauchen?)

Eigentlich haben sich damit doch schon die Genderei und die moderne Soziologie komplett erledigt, oder?

Apropos Genetik: Vorhin kam im Ersten „W wie Wissen” mit einer ganz üblen Political-Correctness-Gender-Folge, alle Beiträge auf politische Propaganda gezogen, Aussage: Männer und Frauen sind gleich, Männer haben keinen kognitiven Hirnvorteil. Männer und Frauen sind ungleich, denn Frauen sind aus biologischen Gründen widerstandsfähiger und Männer wegen unzureichender Gene häufiger krank. Und man möge doch aufhören, Gehirne nach weiteren Unterschieden zwischen Männern und Frauen zu untersuchen. (Bevor man noch welche findet.)

Dabei geht es um die Aussage, dass sie Schwankungen und Unterschiede innerhalb der Geschlechter größer als zwischen den Geschlechtern sind. Das ist richtig. Es hat auch nie jemand was anderes gesagt. Aber es bedeutet auch nichts. Auch Gewichts- und Größenunterschiede sind innerhalb der Geschlechter größer als zwischen den Geschlechtern. In Berlin rennen eine ganze Menge Frauen herum, die deutlich größer (und manchmal deutlich schwerer) sind als ich, und viele Frauen können schneller rennen als ich, und trotzdem ändert das nichts daran, dass Männer im Mittel größer, schwerer und schneller als Frauen sind.

Frauen werden im Mittel 5 Jahre älter als Männer. Die Altersschwankungen innerhalb der Geschlechter sind deutlich größer als 5 Jahre – und doch ändert es nichts an der Tatsache. Die Breite der Streuung sagt nichts über den Mittelwert.

Was es aber heißt: Dass man Gender Pay Gap und sowas in die Tonne treten kann. Denn wenn die Unterschiede innerhalb der Geschlechter größere sind als zwischen den Geschlechtern, dann ist das Geschlecht eben nicht die führende Größe, und dann kann man keinen Gender Pay Gap ausrechnen, weil man zunächst alle anderen Stellgrößen herausrechnen müsste. Ein Beispiel: Man müsste zunächst mal alle nach ihrem IQ einteilen (falls man sich überhaupt darauf einlässt, dass der zuverlässig zu bestimmen ist) und dann die Gehälter nur innerhalb einer IQ-Klasse vergleichen. Im Prinzip machen die beim Gender Pay Gap permanent den Simpson-Fehler und korrelieren falsch. Deshalb auch der Denkfehler, dass wenn keine Benachteiligung des Geschlechts vorliegt, im Ergebnis das Gehalt gleich sein müsste.

Und da hilft es auch nicht viel, darzulegen, dass Männer und Frauen kognitiv gleich gut sind. Denn es kam neulich mal heraus, dass es Frauen nicht viel nützt, in Mathematik gut zu sein. Denn die Vorlieben richten sich nur nachrangig danach, ob man in Mathematik gut ist. Man mag Mathe nicht automatisch, weil man gut daran ist. Die Vorlieben richten sich nach dem, worin man jeweils am besten ist, was die persönlich führende Fähigkeit ist. Wenn Männer gut in Mathe sind, dann ist das häufig deren beste Fähigkeit (deshalb kommen die auch gerne nerdig rüber). Frauen, die gut in Mathe sind, haben aber fast immer noch eine ganz andere Fähigkeit, in der sie noch besser sind, es gibt kaum Frauen, die in Mathe am besten sind. Und das bestimmt eben die beruflichen Vorlieben. Das heißt, die Schwankungen innerhalb der Geschlechter können noch so groß sein, es hilft nichts. Es gibt viele Männer, aber kaum Frauen, bei denen Mathematik die führende Fähigkeit ist. Selbst wenn man unterstellt, dass Frauen kognitiv und von den Hirnstrukturen in Mathematik deutlich besser als Männer wären, wären sie proportional unterbeteiligt, weil es nicht ihre führende Fähigkeit ist. Glaubt man herausgefunden zu haben.