Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Serena Supergreen

Hadmut
29.1.2018 0:29

Hört sich an, wie eine CO2-neutrale, wiederverwendbare, kompostierbare Bio-Damenbinde, ist aber was völlig anderes so ähnliches.

Eine Leserin schickte mir eine Kopie eines Artikels über die öffentliche Förderung „pädagogisch wertvoller Videospiele” einer Selina Wolf, dem ich – die Kopie ist unten angeschnitten – nicht so recht entnehmen kann, woher er stammt – wenn ich das und eine Textstelle richtig deute, aus Eigentümlich Frei.

Es geht um „Serious Games” und eine Sendung auf WDR 5. Anscheinend hält man den kompletten kommerziellen Markt für unseriös (na klar, die Kriege zwischen Gendertruppen und Videospielbranche sind ja bekannt), und will dem jetzt seriöse Spiele entgegenhalten. Und die sollen kostenlos sein.

Wer, das wäre die nächste Frage, finanziert diese Spiele dann?

Der Staat.

Angela Merkel habe eine Förderung des Kulturgutes Videospiel zugesagt, und diese Förderung fließt, freilich nur für die Spiele, die der sittlichen Vervollkommnung des Volkes dienen, und sittlich heißt erstens feministisch und zweitens bio.

Also hat man das das Spiel „Serena Supergreen” entwickelt. Die Autorin bittet an dieser Stelle ihres Artikels, nicht gleich loszulachen, es handele sich keineswegs um Satire. Und was hat es mit dem Spiel auf sich? Schauen wir mal auf die Werbebeschreibung:

Servicetechnikerinnen für Windkraftanlagen oder Monteurinnen für Solaranlagen sind nichts Exotisches mehr. Mädchen diese äußerst attraktiven Berufsbilder im Bereich der Erneuerbaren Energien nahe zu bringen, das war das Ziel des Forschungsprojekts Serena.

In dem knapp dreijährigen Projekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde, entwickelte der Wissenschaftsladen Bonn gemeinsam mit Berufspädagogen und Instruktionspsychologinnen der Technischen Universität Dresden und dem Game Studio the Good Evil ein Serious Game für 13- bis 15-jährige Mädchen. Ein Serious Game ist ein Computerspiel, mit dem man auf spielerische Weise Wissen und Kompetenzen erwerben kann. Das Serena-Spiel ist so gestaltet, dass junge Frauen sich auf spielerische Weise mit den spannenden und zukunftsfähigen Tätigkeitsfeldern der Erneuerbare-Energien-Branche auseinandersetzen und dabei typische Anforderungen technischer Ausbildungsberufe meistern. Darüber hinaus soll ihr Interesse und die Neugierde für dieses Berufsfeld geweckt und durch implementierte Feedbackstrategien das Vertrauen in ihre technischen Fähigkeiten gestärkt werden.

Um die relevanten Berufe und Themen für das Serious Game zu identifizieren und entsprechende Spielsituationen zu erstellen, wurden sowohl das Arbeitsmarktgeschehen als auch die curricularen Anforderungen sowie typische und interessante Arbeitssituationen und Problemstellungen ausgewählter Ausbildungsberufe analysiert und erhoben. Von Beginn an wurden Schülerinnen von zwei Promotorenschulen in Neuss und Dresden sowie engagierte junge Gamerinnen in die Spielentwicklung mit einbezogen und ihre Interessen, Vorlieben und Kompetenzen erhoben. Im Projektverlauf wurde das Spiel in verschiedenen Stadien getestet und evaluiert. Seit Juli 2017 steht das fertige Spiel

Ähhh… 13- bis 15-jährigen Mädchen die Freuden des Servicetechnikers für Windkraftanlagen oder des Monteurs für Solaranlagen nahebringen. Na, das ist ja mal eine tolle Idee. Die Projektwebseite gibt es da, mit einem Video und Angaben zum „Pädagogischen Medienpreis 2017”. Windkraft-Barbie is’n Scheiß dagegen. Kommen auf eine Insel, das Licht geht nicht und sie wechseln mal eben den Flügel an der Windkraftanlage.

Und im Ergebnis: Mal wieder Frauenförderung aus Steuergeldern für Belanglosigkeiten. Man könnte auch sagen Beschäftigungs- und Überflüssigkeitsfrusttherapie für Universitätsquotenfrauen. Das BMBF hält jedoch große Stücke darauf:

Das vom Wissenschaftsladen Bonn, der TU Dresden sowie dem Gamestudio “the Good Evil” entwickelte Point&Click-Adventure steht ab sofort im App Store und Google Play Store zum Download bereit. Es erzählt eine lebensnahe Abenteuergeschichte, in der 12- bis 16-Jährige zentrale Aufgabenbereiche technischer Berufe spielerisch erproben können. Dazu gehören: das Abseilen von einer Windkraftanlage, das Entschlüsseln von Schaltplänen sowie das Reparieren defekter Geräte. Ergänzend zum Computerspiel gibt es umfassendes Unterrichtsmaterial und Informationen zur Berufsorientierung. “Serena Supergreen” kann also nicht nur individuell zu Hause gespielt, sondern auch im Schulunterricht oder in der außerschulischen Berufsorientierung eingesetzt werden.

Lebensnahe Abenteuergeschichte. Wir reparieren mal ein Windkraftrad. Und nächste Woche: Kernbrennstäbe wechseln leicht gemacht und 7 neue Verwendungsmöglichkeiten für altes Uran.

Als die drei Mädels endlich in Richtung Traumstrand unterwegs sind, landen sie allerdings auf der falschen Insel. Quasi im Alleingang müssen sie dort eine Windkraftanlage reparieren – nur so kommen sie von der verlassenen Insel wieder runter.

Das ist doch mal eine Robinson-Crusoe-Geschichte der modernen Art: Gestrandet auf einer einsamen Insel, auf der es nichts gibt als eine kaputte Windkraftanlage, die man reparieren muss, um wieder von der Insel weg zu kommen.

Schüler mögen “natürliche Aufgaben” und “realistische Handlung”

Na, wenn das nichts für Mädchen in dem Alter ist…

Leser mit Töchtern in diesem Alter sei dringend angeraten, mal ein ernstes Wort mit ihnen zu sprechen wenn sie nicht schon per seriösem Videospiel für ihre Karriere als Windkraftanlagentechnikerin üben. Auf einsamen Inseln und so.