Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Der Haushaltsstundenschwindel

Hadmut
24.6.2017 21:02

Wie uns die Politik verarscht.

Zwei Anmerkungen zu der Sache mit den Haushaltsstunden von Männern und Frauen habe ich von Lesern noch bekommen.

Einer weist darauf hin, dass der ganze Gleichstellungsbereicht faul sei:

Der Bericht kümmert sich primär um zwei Gruppen von Frauen. Frauen die kleine Kinder betreuen und Frauen die Angehörige betreuen. Vor rund zehn Jahren gab es eine Bundesfreizeitstudie, bei der die Freizeit von Männern und Frauen verglichen wurde. Dabei hatten Frauen im Schnitt ihr ganzes Leben lang mehr Freizeit als Männer. Mit zwei Ausnahmen: Kleine Kinder und Pflege von Angehörigen.

Und damit hast Du nun die Antwort zum Gleichstellungsbericht. Der Bericht hat sich zielgerichtet die zwei Zeitpunkte von Frauen herausgepickt, an denen sie tatsächlich mal mehr arbeiten als Männer.

Man hat also keine repräsentative Gruppe genommen, sondern die Stichprobe selektiv so gezogen, damit das gewünschte Ergebnis dabei herauskommt. Das ist dann schon massiver Betrug.

Ein anderer Leser merkt an, dass überhaupt die Frage nach der Haushaltsarbeit faul ist, weil schon die Fragestellung das Ergebnis vorgibt, weil sie sich nämlich nur auf frauentypische Arbeiten bezieht. Man müsste es aber auch als Haushaltsarbeit zählen, wenn der Mann beispielsweise das Heim-LAN einrichtet, Tablets und Fernseher konfiguriert, den Windows-Rechner aktualisiert und Backups erstellt, Drucker aufstellt, oder das Auto wäscht oder Regale aufstellt. Das würden die aber alles nicht zählen. Sie zählen nur typische Frauentätigkeiten und schreien dann, wenn bei Frauen mehr herauskommt.

Mehrere Leser teilen mit, dass ihre Frauen typischerweise aus Spaß oder völlig ungeklärten Gründen nutzlose oder überflüssige Arbeiten erledigen, etwa übermäßiges Staubwischen (gar im Dunkeln), Bügeln, was nicht zu bügeln ist, und so weiter und so fort.

Das erinnert mich an die ersten Wochen meines Studiums. Ich habe in Karlsruhe studiert und meine Großeltern wohnten damals noch in Karlsruhe. Weil ich im Studentenwohnheim nicht gleich einen Platz auf einem Flur mit eigener Waschmaschine bekam, hatte ich meinen Großmutter mal gefragt, ob ich bei ihnen mal meine Klamotten waschen könnte. Eigentlich wollte ich sie nur in die Waschmaschine stecken, bekam sie aber von meiner Großmutter komplett gebügelt – sogar Unterhosen und Socken gebügelt, was ja nun völlig überflüssig ist – mit dem gleichzeitigen Hinweis in leicht vorwurfsvollem Ton, dass das nicht regelmäßig gehe, das sei ihr zuviel Arbeit.

  • Würde man bei Frauen alles streichen, was überflüssig oder ineffizient ist,
  • würde man bei Männern alles zählen, was zum Haushalt gehört,
  • würde man die betrachteten Gruppen repräsentativ und nicht selektiv nach gewünschtem Ergebnis auswählen,

kämen gänzlich andere Ergebnisse heraus. Und früher kam schon heraus, dass Frauen viel mehr Freizeit als Männer haben.

Das kann ich aus meinem Freundeskreis heraus bestätigen. Die Frauen treiben Sport und gehen allerlei Hobbys nach und pflegen ihre Haustiere, Männer haben für sowas keine Zeit.