Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Wo ist der Feminismus falsch abgebogen?

Hadmut
8.4.2017 16:28

Antwort auf eine Leseranfrage. [Nachtrag]

Es fragt ein Leser bei mir an:

Hallo Hadmut,

Ich folge deinem Blog nun schon seit mehreren Jahren, und etwa einmal im Jahr lese ich mit Gewinn und Belustigung deine Konfrontation mit der IKEA security. Gerne würde ich dein Blog auch weiterempfehlen, das kann ich aber nicht. Deine Art und Weise, gegen den Feminismus anzugehen, kann ich in dieser Intensität und Verve nicht mehr nachvollziehen. Du beschränkst dich ja mittlerweile nicht mehr darauf, einzelne Fehlentwicklungen und Grenzüberschreitungen zu geißeln.

Eine Frage vor allem bewegt mich: Wo ist der Feminismus deiner Meinung nach falsch abgebogen? Denn dass die Frauen irgendwann mal den Untermenschenstatus überwinden mussten, ist doch hoffentlich Konsens. Frauen als eigenständige Rechtssubjekte gibt es ja noch gar nicht so lange. Ich habe noch Briefumschläge gesehen, die adressiert waren an Eheleute Walter Lange. Hat mich schon als kleinen Jungen aufgeregt. Wie also hätte dieser Status überwunden werden müssen? Bis wohin gehst du da mit?

Vielleicht ist die Antwort auf diese Frage ja sogar einen kleinen Blogeintrag wert, denn ich könnte mir schon gut vorstellen, dass ich nicht der einzige bin, der sich diese Frage stellt, wenn er deine Beiträge liest.

Ich dachte eigentlich, dass mein Blog diese Frage beantwortet. Aber gut, wenn ich direkt gefragt werde, gebe ich auch (im Rahmen meiner zeitlichen Möglichkeiten) eine Antwort.

Ich glaube nicht, dass der Feminismus „falsch abgebogen“ ist, sondern dass er überhaupt noch nie auf der richtigen Spur war.

Je mehr ich mich mit Feminismus beschäftigte, und das habe ich ja nun sehr umfangreich und intensiv, mehr als die meisten mit Gender-Studies-Abschluss, desto mehr halte ich den europäischen und US-amerikanischen Feminismus für groben Unfug und Schwachsinn, von vorne bis hinten, und für die Inkarnation der Denkfehler, dass der Zweck die Mittel heiligt und der Feind meines Feindes ein Freund sei.

Feminismus gut zu heißen, weil die Frau unterdrückt sei/war, ist so, wie gegen eine echte Krankheit zum Zauberheiler zu gehen, die Homöopathie und Voodoozauber. Mag das Problem noch so berechtigt und lösungswürdig sein, ist deshalb noch lange nicht jede Idiotie berechtigt, die behauptet, es zu lösen. Und genau diesen fatalen Denkfehler sehe ich in dieser Zuschrift: Es wird überhaupt nicht betrachtet, was Feminismus ist und ob er richtig ist, sondern alleine das Problem der Stellung der Frau. Als ob Aderlass gegen Keuchhusten hilft, weil er behauptet, dagegen zu sein. Nach der Denkweise kommt es auf die Therapie nicht an, sondern nur auf die bloße Behauptung, dagegen zu sein.

Und genau das hatten wir in der Weltgeschichte schon viel zu oft, dass dann, wenn die Leute ein Problem hatten, das sie lösen wollten oder mussten, noch irgendwelche Betrüger daherkommen und das auch noch ausnutzen. Feminismus hilft nicht gegen die Benachteiligung der Frau, sondern ist eine üble Betrugsmasche, diese Situation auch noch auszunutzen. So, wie bei Naturkatastrophen noch Betrüger kommen, die den Leuten noch ihr letztes Erspartes abgaunern, um ihnen irgendeinen esoterischen Hokuspokus anzudrehen.

Feminismus ist nicht falsch abgebogen, er hätte nicht irgendwo richtig fahren müssen, sondern es hätte ihn gar nicht geben dürfen. Er ist Teil des Problems, nicht der Lösung. Man löst ein Problem nicht, indem man es symmetrisch verdoppelt, und man kann Benachteiligung der Frau nicht durch Gegenbenachteiligung kompensieren. Unrecht hat kein Vorzeichen. Doppeltes Unrecht hebt sich nicht zu Null auf, sondern es ist eben noch mehr Unrecht.

Ich habe bisher am (europäisch-amerikanischen) Feminismus überhaupt nichts gefunden, was ich auch nur ansatzweise für richtig halte. Das ist von vorne bis hinten erstunken und erlogen, sektenmäßig organisierter Betrug, ein Raubzug übelster Art. Und verlogen bis zum hintersten Anschlag, was durch die massive Selbstwidersprüchlichkeit eigentlich offenkundig wird. Das sind nicht nur ideologische Betrüger, Feminismus ist auch ordinäre und organisierte Wirtschaftskriminalität. Eine mafiöse Struktur, deren ideologische Methodik (wie schon früher beschrieben) der von Scientology sehr ähnlich ist.

Daher auch meine Abgrenzung des europäisch-amerikanischen Feminismus. Ich habe das beispielsweise in Afrika anders gesehen, wo die Situation eine gänzlich andere ist und wo die Frauen wirklich auf verlorenem Posten stehen, sich aber zusammenschließen und sich sagen, wir können das selbst, wir können das ohne Männer. Also in Richtung von Leistung geht. Das ist OK.

Hier aber geht er ja in die umgekehrte Richtung, in die Verblödung und die völlige Unselbständigkeit. Hier geht es ja nicht darum, Frauen selbständig zu machen, sondern sie zu immer größeren Vollversorgungsfällen zu machen. Nach feministischer Sichtweise sind Frauen ja für gar nichts mehr verantwortlich und in jedem Augenblick der nächstbeste – auch fremde – Mann für deren Wohlergehen und die Richtigkeit ihrer Entscheidungen verantwortlich. Dieser Feminismus ist die völlige Verblödung der Frau. In der Frage des Lesers wurde angesprochen, dass die Frau früher ein Anhängsel des Mannes war.

Das ist sie durch den europäisch-amerikanischen Feminismus mehr denn je, nur eben nicht mehr eines bestimmten Mannes, sondern aller Männer, Steuerzahler, Kollegen, Mitbewerbern. Man hat das, was man rhetorisch vorgab abschaffen zu wollen, in großem Maßstab etabliert und von Ehe- auf Staatsebene gehoben.

Zudem liegt ein enormer Denkfehler darin zu sagen, früher war die Frau benachteiligt, heute haben wir Feminismus. Eine Korrelation ist noch lange keine Kausalität. Hier nämlich liegt die Kausalität – soweit überhaupt – nämlich andersherum.

Dass die Frau aus ihrer Hausfrauen-Rolle gekommen ist, ist (ich habe es schon so oft geschrieben und begründet) allein dem technischen Fortschritt zu verdanken und hat mit Feminismus gar nichts zu tun. Früher hatten wir eine hohe Kindersterblichkeit und ein Haushalt war üble Vollarbeit, die pro Familie mindestens eine Person voll in Beschlag nahm, und die Erwerbsarbeit war harte körperliche Arbeit, die Männer erforderlich machte. Auch heute gibt es kaum Frauen im Bau oder Bergwerk.

Dann kam der technische Fortschritt, Arbeit wurde einfacher, verschob sich zum Intellektuellen. Gleichzeitig reduziert sich die Arbeit im Haushalt, es gab Küchengeräte und Waschmaschinen, pflegeleichte Stoffe, Massenproduktion. Wer unter den Lesern würde heute noch seine Socken stopfen oder sie gar stricken? Früher selbstverständlich. Heute wirft man sie weg und bestellt per Mausklick. Essen genauso. In einem Museum in Australien hatten sie eine schöne Ausstellung zum Wandel des Haushaltes. Wie einfach heute alles ist. Sie haben in einem Video gezeigt, wie aufwändig Kochen früher war. Eine Köchin führte vor, wie man früher etwas so Banales wie eine Jelly gekocht hat. Da war die zwei Tage voll beschäftigt. Heute nimmt man das im Supermarkt mit. Eine Folge der Arbeitsteilung und Industrialisierung. Heute kocht nicht mehr jeder selbst seine Jelly, sondern einer zentral, maschinell und damit rationell für alle.

Dann der medizinische Fortschritt. Meine Großmutter fand das noch völlig normal, mindestens 5 Kinder zu kriegen. Sterblichkeit, Krankheiten, Kriege. Wenn die Familie das überleben soll, muss schon was her. Und tatsächlich hat auch ein ziemlich großer Teil meiner Familie (der männliche) ab meiner Großelterngeneration aufwärts die beiden Kriege nicht überlebt. Ich würde deshalb heute gar nicht existieren, wenn die Frauen in meiner Familie ab zwei Generationen über mir nicht Voll-Hausfrauen gewesen wären und wie die Bekloppten Kinder aufgezogen hätten. Meine Großmutter hatte keine Bildung und nicht mal einen Führerschein. Sie sagte dazu, für solchen überflüssigen Schnickschnack habe sie gar keine Zeit gehabt, das hätte ihr gar nichts genutzt, für sie war anderes wichtig. Die Familie in Abwesenheit des Mannes durch den Krieg zu bringen und gut schießen zu können. Das war gefragt und das war das Selbstverständnis meiner Großmutter. Die hat sich da nicht benachteiligt gefühlt, sondern das mit aller Selbstverständlichkeit als ihre Pflicht und Aufgabe angesehen. Und zwar deshalb, weil es auch gar keine Alternativen gab und es immer noch besser war, als was den Männern blühte. Die Männer haben sich kaputt gearbeitet und mussten in den Krieg, fast alle Männer der Familie sind dabei umgekommen. Erschossen, im Panzer in die Luft gesprengt, im Flugzeug abgestürzt, im U-Boot abgesoffen, alles dabei. Mein Großvater, ein völlig friedlicher Mensch (so ein Typ wie der brave Soldat Schwejk, der auch nur versuchte, da durchzukommen), wurde im Krieg schwer verletzt, kam in Kriegsgefangenschaft, und dann irgendwann auf einem alten Fahrrad wieder zurück. Und kein einziger war freiwillig da, keiner wollte in den Krieg. (Den Frauen ist übrigens nichts wesentliches passiert, die haben’s überlebt.)

Schon deshalb ist diese ganze Nummer mit der unterdrückten benachteiligten Frau von vorne bis hinten erlogen. Da kommen sie ständig an mit so einem Kleinscheiß, wie dass die Frau den Namen des Mannes annehmen musste und ohne Erlaubnis des Mannes kein Konto eröffnen und keinen Beruf annehmen oder nicht Medizin studieren konnte. Als ob das irgendwie grundsätzlich lebensgefährlich wäre. Es ist nicht schön, aber noch lange nicht existenzgefährdend. Die Rolle der Hausfrau und Mutter war die letzten Jahrhunderte durchaus nicht die schlechtere, sondern – vor allem in Kriegszeiten – die eindeutig bessere. Was ist eigentlich schlimmer? Von den Russen vergewaltigt oder erschossen zu werden? Alle Welt regt sich auf, wenn in Afrika 200 Mädchen entführt und zwangsverheiratet werden. Natürlich ist das schlimm. Aber zu den Männer, die da massenweise abgeschlachtet werden und den Jungen, die eine Kalaschnikow in die Hand gedrückt und in den Krieg geschickt werden, hört man nichts.

Deshalb halte ich schon diese Legende von der Unterdrückung und Benachteiligung der Frau für komplett falsch und lügenbasiert. Der Historiker Martin van Crefeld hat ein ganzes Buch darüber geschrieben (Das bevorzugte Geschlecht), über das ich mal eine Rezension schreiben wollte, die ich zeitlich nicht geschafft habe. Eigentlich hat das Buch auch keine Handlung im eigentlichen Sinne, sondern ist im Prinzip ein dicker Schmöker aus nichts anderem als einer endlosen Auflistung, wo es Frauen immer besser und schöner ging, und wo sie immer bevorzugt und gehätschelt wurden.

Schon der Anfang, die moralische vorgeschobene Legitimation des Feminismus ist falsch. Die Frau ist nicht benachteiligt.

Die traditionelle Rolle der Frau war eine grundsätzlich andere als die des Mannes. Die Unterschiede waren enorm, und manchmal war das und manchmal das andere besser. Aber dass Frauen grundsätzlich benachteiligt wären, ist einfach falsch. Und dann mit einer untauglichen Phantasietherapie zu kommen um eine Krankheit zu behandeln, die so nicht vorliegt und falsch diagnostiziert wurde, ist doppelt falsch. Da ist man dann auch nicht „falsch abgebogen“, sondern das hat noch nie gestimmt. Das ganze Narrativ ist falsch. Das kann man nicht korrigieren, das kann nur komplett in den Müll.

Deshalb wehre ich mich auch immer dagegen, wenn mich irgendwer als „Männerrechtler“ bezeichnet. Da würde ich mir ja auch selbst wiedersprechen. Es gibt Menschen- und Grundrechte. Aber keine Männer- oder Frauenrechte.

Der Friedens-, Medizin- und Technikschub der 50er bis 80er Jahre hat dazu geführt, dass Haushalt mit weniger Arbeit verbunden und Arbeit insgesamt körperlich leichter wurde. Die 70er Jahre waren eine Zeit völliger Frauenlangeweile. Die Männer waren Arbeiten, und die Frauen haben sich die Nachmittage mit Kaffeetrinken, Yoga-Kursen und wenn gar nichts anderes mehr half, mit Fensterputzen vertrieben. Nachmittagsfernsehen gab’s damals nämlich noch nicht.

Das Aufkommen des Feminismus in den 70ern war ein Zusammentreffen aus der bekloppten Ideologie der 68er, der unendlichen Frauenlangeweile in den 70ern und dem Kinderüberschuss (der Generation, zu der ich gehöre, wir waren ein übermäßig starker Jahrgang). Weil die Kinder nicht mehr wegstarben und im Krieg nicht mehr in die Luft gejagt wurden, kam die Familie mit zwei bis drei statt fünf oder sieben Kindern aus, und trotz sexueller Befreiiung und dem politisch verordneten Rudel-Bums wollte man weniger Kinder kriegen um sich „selbst zu verwirklichen“, weshalb es nun die Pille davor und die Abtreibung danach gab.

Man nannte es Feminismus und Emanzipation, tatsächlich war es aber nur Rumvögeln aus Langweile einer total verhätschelten und vom Nachkriegsschub profitierenden dekadenten Frauengeneration. Guckt mal Barbarella, da kriegt ihr so einen Geschmack vom Trend der Zeit. Und das ist nicht fiktiv. Im Freundeskreis der Familie gab es damals die „Frau L.“ (den Namen behalte ich mal für mich, obwohl es ein Allerweltsname ist), eine gute Freundin der Familie. Die hatte einen stinkreichen Mann, den ich nie gesehen habe, der war Zarnarzt oder Architekt oder sowas und nie zuhause. Der hat nur das Geld für sein Luxusweibchen herangeholt. Sie hat gar nichts gearbeitet, sah aber rattenscharf aus (ich war noch nicht in dem Alter…) war immer im für diese Zeit typischen Stil gekleidet, beispielsweise so einen knallengen dunkelbraunen Wildlederoveral mit Fransen dran, langem Mittelreißverschluss und wilder Gürtelschnalle, Farah-Fawcett-Frisur und stets in ihrem Opel-GT unterwegs. Ich durfte da ein paarmal mitfahren. Die Braut war wirklich scharf, auch wenn mich damals altersbedingt das Auto mehr interessiert hat. Die Wohnung hättet Ihr mal sehen sollen. Voll der schwülstige siebziger Jahre-Stil, mit heutigem Wissen hätte ich’s für ne Bums-Grotte gehalten. Wie bei Barbarella. Und solche Luxusweiber, die überhaupt gar nichts arbeiten und nur das Geld des Mannes verbraten, gab’s viele. Und damit’s auch so bleibt, wenn sie irgendwann mal nicht mehr scharf aussahen oder nicht mehr erträglich waren, und der Mann was Frisches wollte, hat man das Scheidungsrecht etabliert. Damit der Mann sich zwar sexuell, aber nicht finanziell scheiden lassen kann. In der Zeit galten Frauen, die arbeiteten, unter Frauen als dumm, weil sie es nicht geschafft hätten, sich einen Typen zu angeln, der sie versorgt. Es gab ganz viele solcher Frauen wie Frau L. Es gab auch ganz viele andere, solche bigotten und heuchlicherischen Tanten, die über andere herzogen, aber eben auch nichts arbeiteten. Und es wurde ganz viel Kaffee getrunken und Kuchen gegessen. Und sie waren alle auf der Suche nach der „Selbstverwirklichung“, nicht nach Arbeit im erwerbsmäßigen Sinne. Irgendwas, was die Langeweile vertreibt.

Und vor lauter Langeweile haben die Weiber, weil sie wirklich nichts mehr zu tun gehabt haben, für Pille, für Abtreibung, gegen BHs und weiß der Kuckuck nicht alles demonstriert. Ich habe ja auch so ein paar § 218-Demos miterlebt. So berechtigt das Ansinnen an sich gewesen sein mag, das auf den Demos waren die letzten Dummnüsse, die nichts besseres zu tun und mangels völliger Leere im Kopf auch zu nichts besserem befähigt waren. Hauptsache Krawall. Und dann solche Granaten wie Inge Meysel und Alice Schwarzer.

Dieser ganze Feminismus-Schub ist ein Schwachsinn, der aus Dummheit, Langeweile und der Erkenntnis, dass sich Lügen enorm auszahlt, entstanden. Der Feminismus war nicht da, um die Unterdrückung der Frau zu beenden, sondern aus der Situation rhetorisch zu profitieren. Und als sich die Situation der Frau – praktisch ohne jedes Zutun der Feministen, sondern durch die Erfindungen und die Arbeit der Männer – verbesserte, taten die dann so, als wären sie es gewesen.

Als ich Abitur gemacht habe, hatte ich ein altes Fahrrad. Ein Jahr später, als ich zum Bund musste, bekam ich aus der Familie einen alten, völlig verrosteten Toyota Starlet, den keiner mehr fahren wollte und den ich erst mal mühsam und langwierig reparieren, schleifen, spachteln, lackieren musste, bis uns Rost und TÜV dann doch schieden. Ich habe für 170 DM in einem 10qm-Zimmer gewohnt.

Die Damen meines Abi-Jahrgangs bekamen überwiegend einen neuen Golf zum Abi, nicht wenige von den Eltern eine Eigentumswohnung, gingen direkt zum Studium. Nicht zur Bundeswehr. Das ist mein Background der 70er und 80er Jahre.

Im Studium wurden Frauen stets bevorzugt, bekamen für lächerlichste Leistungen die besseren Noten. An der technischen Universität Karlsruhe gab’s nur ziemlich wenige Frauen, war denen zu anstrengend. Für irgendwelche Feten oder Veranstaltungen haben wir uns Hebammenschülerinnen oder Sprachstudentinnen aus Germersheim heranfahren lassen (echt, ich war mal auf ner Wohnheimsparty, und habe mich erst gewundert, wo die vielen Frauen herkommen, und dann, warum das alles Hebammenschülerinnen waren, irgendwer hatte die halt en gros herangekarrt, inhaltlich unterhalten konnte man sich mit denen aber nicht – dafür waren sie eigentlich auch nicht herangefahren worden; die Sprachstudentinnen aus Germersheim klagten darüber, dass es in ihrem Schweden-Studium keinen einzigen Mann gäbe). Und dann beschweren sie sich über die Unterrepräsentanz von Frauen in technischen Berufen.

Als ich nach der Uni in der Firma war, fuhr das zweitdickste Auto nach dem Geschäftsführer die Praktikantin, weil die von ihren Eltern einen neuen Mercedes hingestellt bekommen hatte. Auch in einer anderen Firma hatte ich eine Halbtagskollegin, die so ein Monster-Teil von Luxus-Riesen-Mercedes fuhr. Ihr Mann ist Teilhaber an einer großen Kanzlei, holt viel Kohle rein und meint, seine Frau sollte nichts kleineres fahren.

Und dann kommen Leute daher und behaupten, die Frau wäre zu Tode benachteiligt, weil sie in den 50er Jahren laut BGB ohne Einverständnis ihres Mannes kein Konto eröffnen oder keine Arbeit annehmen konnte (die stellen es als Nachteil hin, wenn der Mann arbeiten ging, das Geld holte und die Frau nicht arbeiten musste…)

Deshalb ist schon die Prämisse, dass die Frau als solche benachteiligt sei, schlichtweg falsch.

Und die Folgerung, dass aus dem Zustand der Benachteiligung zwingend der Feminismus folge, als ob man eine Krankheit mit jedem beliebigen Gehampel heilen könnte, weil sich die Diagnose auf den Erfolg jeglicher Therapietheater durchschlage, ist absurd. Als würde es gegen Fußpilz helfen, nach Mitternacht eine Ziege zu opfern und sich einen Lurch über die Schulter zu werfen, weil doch jeder zustimmen müsse, dass Fußpilz übel ist.

Deshalb ist die Frage, wo der Feminismus „falsch abgebogen“, völlig verfehlt, weil er auf der Annahme beruht, dass das irgendwann mal richtig gewesen sein.

Und dass ein Konsens bestehen müsse, dass die Frau den „Untermenschenstatus überwinden“ müsse, halte ich für übelste Rabulistik – oder das Symptom dafür, ganz enorm darauf hereingefallen zu sein.

Wer so fragt, ist den Ideologen und Täuschern längst auf den Leim gegangen.

Denn weder war der Feminismus schon mal richtig, noch war die Frau in einem „Untermenschenstatus“. Wenn man aber auf sowas schon hereinfällt, dann kann man auch Kritik nicht mehr richtig einordnen.

Der Feminismus ist nicht falsch abgebogen, er war – hier – nie berechtigt.

Richtig wäre gewesen, sich schlicht und einfach darüber zu freuen, dass der technische Fortschritt generell die harte Arbeit der letzten Jahrhunderte beendet hat. Und es wäre besser gewesen, wenn Frauen da auch was dazu beigetragen hätten, anstatt die Männer die Arbeit machen zu lassen und ihnen auch noch als Nervensägen und Versorgungsfälle zur Last zu fallen. Denn was das Feminismusgetöse und die Political Correctness gerne verbergen wollen: Beigetragen haben Frauen nach dem Krieg und dem Wirtschaftswunder der 50er und 60er Jahre nicht mehr viel. Die Männer haben es erarbeitet, die Frauen haben davon profitiert, und beschweren sich nun darüber, dass sie unterrepräsentiert sind.

Nur mal zum Nachdenken:

Es wird uns ständig eingeredet, die Frauen wären damals in den 50er, 60er, 70er Jahren so benachteiligt gewesen, nur vom Feminismus gerettet worden.

Schon mal drauf gekommen, dass das gar nicht stimmen kann?

Ein großer Teil der Männer war nämlich tot. Krieg. Schon während des Krieges waren viele Männer im Krieg und viele Posten in der Industrie von Frauen besetzt. In London gibt es – Nähe Parlament – ein sehenswertes Denkmal zu Ehren der Frauen im Krieg, das nur aus einem großen Quader mit Kleiderhaken drumherum besteht, an denen die vielen Berufskleidungen der Berufe hängen, die Frauen im Krieg ausgeübt haben, Feuerwehr und was weiß ich nicht alles. In den USA sind die Baseball-Spiele aus Männermangel ausgefallen, da haben die Frauen übernommen.

Wir hatten das schon mal über Jahre, dass ein großer Teil der zivilen Gesellschaft von Frauen betrieben wurde.

Dieses feministische Narrativ, dass für Frauen nur die Stellung am Herd übrig blieb, stimmt so nicht. Wenn Frauen so tolle, fleißige, begabte Arbeitskräfte wären, als die sie heute hingestellt werden, warum ist dann daraus nichts geworden? Welche bessere Ausgangslage für einen hohen Frauenanteil hätte es denn noch geben können als wenn alle Männer tot oder im Krieg und die klassischen Rollenverteilungen erst mal komplett erledigt sind?

Weil sie das nicht wollten. Kaum waren wieder genug Männer und die Nachkriegsjahre da, haben die Frauen sich wieder auf ihre Gattinnen-Position zurückgezogen.

Und heute kommen sie damit, das BGB wäre so frauenfeindlich gewesen. So’n Quatsch. Mein Großvater war im Krieg und dann in Kriegsgefangenschaft, und meine Großmutter hat die Familie durchgebracht und mit der Knarre bewacht. Die wäre damals nicht auf die Idee gekommen, dafür einen Mann zu fragen. Aber als der Mann wieder da, die Kinder aus dem Haus, die Russen weg und die wirtschaftliche Lage wieder gut war, da war’s dann vorbei mit ihrer Frauenpower.

Und wenn ich dann heute sehe, was die sich in Feminismus und Gender Studies für einen frei erfundenen Scheiß zusammenlügen und einreden, und jeden beschimpfen, der etwas anderes sagt, und da jede Menge junger anspruchserhebender fauler Dummnüsse unterwegs sind, dann ist mein Verständnis dafür exakt Null.

Frage beantwortet?

Nachtrag: Das meinte ich, das Monument to the Women of World War II und die All-American Girls Professional Baseball League. (Gebt mal in der Google-Suche world war women baseball ein und klickt auf „Bilder“.) Heute erzählen sie uns, dass Frauen immer unterdrückt waren und keine Berufe ergreifen durften, tatsächlich hatten sie aber schon mal fast die gesamte Gesellschaft inne.

Die Frage ist also nicht die nach der Unterdrückung, sondern eher die, warum sie die Position nicht gehalten haben, die sie schon hatten, und sich beim ersten Anzeichen von Luxus sofort zurückgezogen haben.

Ein Leser weist mich dazu darauf hin, dass auch das Bild der Frau am Herd nicht das ist, was man vorgibt. Die Küche war nämlich historisch gesehen der mit Abstand sicherste und einzige warme Platz. Es gab früher nicht die Zentralheizung, wie sie Feministinnen heute für selbstverständlich halten, es war in den Zimmern lausig kalt. Man schlief in riesigen Federbetten und mit Nachtmütze, weil die Stuben ungeheizt waren, und der sicherste und einzig beheizte Raum war eben die Küche. Und wenn man mal in alten Häusern aus früherer Zeit war (war ich gerade in Kapstadt, und früher in Australien und Neuseeland), dann weiß man, dass die Küche wegen der Feuerstelle und des Kamins auch der einzige gemauerte Raum war. Alles andere war Holz. Der Mann war draußen in Kälte und Gefahr, und die Frau im Warmen, Sicheren. Und das wird heute als Unterdrückung ausgegeben.