Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

BKA-Bewerber scheitern am Deutschtest

Hadmut
3.12.2016 19:58

Bildungsland Deutschland: Das BKA bekommt seine Stellen nicht besetzt, weil zu viele Bewerber am Deutschtest scheitern.[Nachtrag]

SPIEGEL und Tagesschau melden, dass das BKA offene Stellen nicht besetzen kann, weil zu viele Bewerber trotz Abitur am Deutschtest scheitern.

Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe unter Berufung auf den Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) berichtet, sollten von den 317 neuen Stellen beim BKA für dieses Jahr 120 durch Kommissaranwärter besetzt werden. Bislang traten aber nur 62 ihre Ausbildung beim BKA an.

Grund dafür ist nach Angaben des BDK-Vorsitzenden Andre Schulz vor allem der Rechtschreibtest im Aufnahmeverfahren, an dem viele der Bewerber trotz Abitur scheiterten. “Die Hürden bei der Aufnahmeprüfung wurden schon in den vergangenen Jahren bei der Polizei in den Ländern und beim Bund gesenkt: sei es beim Mindestalter, bei der Mindestgröße oder beim Sporttest”, sagt Schulz. “Wenn nun auch der Deutschtest reduziert oder gar abgeschafft wird, muss man sich schon fragen, was mit unserem Bildungssystem nicht in Ordnung ist.”

Und was macht man da jetzt?

Das Bundesinnenministerium teilte auf Anfrage mit, es werde an den Sprachtests festhalten. Allerdings sollten die Anforderungen im nächsten Jahr “modernisiert” werden.

Heißt: An das sinkende Bildungsniveau angepasst.

Und das ist auch nötig, denn 7,5 Millionen Deutsche sind Analphabeten (Meldung von 2011, das dürfte in inzwischen noch viel schlimmer sein.) Ein Siebtel der erwerbsfähigen Bevölkerung kann laut einer Studie kaum lesen und schreiben. Was man halt so unter „erwerbsfähig” versteht. Anscheinend sind die 7,5 Millionen nahezu totale Analphabeten, und die funktionalen Analphabeten (die also im Prinzip schon lesen können, aber einfach die an sie zu stellenden Anforderungen nicht erfüllen), wie hier die BKA-Bewerber, kommen ja noch dazu. Ich habe ja vor Jahren mal drüber geschrieben, dass selbst viele deutsche Professoren funktionale Analphabeten sind, weil sie den Anforderungen an Lesen und Schreiben, die an Professoren zu stellen wären, nicht gewachsen sind.

Aber nicht nur da. Am Mittwoch habe ich in der Papier-Version der WELT gelesen, dass auch der Matheuntericht eine Katastrophe sei. Gerade in Mathe lägen unsere Viertklässler inzwischen im internationalen Vergleich weit zurück. Die Lehrer seien heute von der „Heterogenität” der Schüler überfordert. Na, sowas. Heißt es nicht immer, „Diversität” sei das Wundermittel, um alles besser zu machen? Und nun stellt sich heraus, dass sie eher ein Problem ist?

Irgendwo habe ich neulich mal gelesen, ich find’s gerade nicht mehr, dass uns irgendwelche afrikanischen Entwicklungsländern längst überholt haben, was Bildung angeht. [Nachtrag: Es war ein Artikel in der Papierversion von Tichy’s Einblick, der beschrieb, dass unsere Grundschulklassen im Niveau unter den Kindergärten in Kenia liegen.]

Ich war ja neulich in Südafrika und habe mich dort mit den Leuten unterhalten. Die hatten ja enorme Vorstellungen vom tollen Deutschland, waren aber geschockt, als ich sagte, dass wir fast 7 Millionen Analphabeten, also fast 10% der Gesamtbevölkerung, haben. Die waren richtig geschockt und fassungslos. Sie meinten, sie als afrikanisches Land seien da längst viel besser, ihre Analphabetenquote drastisch niedriger. Eine solche Regierung würden sie sofort zum Teufel jagen.

Wir bauen unsere Bildung immer stärker auf Rot-Grün. Und wir werden immer schlechter. Nicht mehr lesen, nicht mehr schreiben, nicht mehr rechnen. „Kompetenzen” nennen sie das jetzt.

Im Arztwartezimmer habe ich in irgendeiner Zeitung gelesen, dass der neumodische deutsche Unterricht inzwischen völlig unstrukturiert wäre. Weil man jetzt so fächerübergreifende Themen, Phänomene usw. betrachten will, wird der Unterricht völlig strukturlos zu einer Aneinanderreihung willkürlicher Themen ohne jeden Sinn und Zusammenhang. Heute dies, morgen das. Damit würde der Lernerfolg massiv einbrechen und gegen Null gehen.

Es ist aber unter all den „Pädagogen” und „Lehrämtlern” keiner da, der mal auf die Bremse tritt. Weil die mittlerweile selbst zu doof sind, noch ordentlichen Unterricht zu machen.

Ich glaube, das ist nicht mehr zu retten.

Ich stelle ja oft die Frage, was wir eigentlich machen, wenn keiner mehr Polizist werden will und keiner mehr kommt.

Stellt Euch vor, es kommt die Kriminalpolizei, und die können nicht mehr lesen und schreiben…

Eine Frage, die sich mir da aber auch aufdrängt: Wie kommt eigentlich jemand, der nicht richtig lesen und schreiben kann, an ein Abitur, den Nachweis der allgemeinen Hochschulreife?

Ich habe mir oft überlegt, wie man die Schäden rot-grün-linker Politik wieder beheben kann. Wahrscheinlich gar nicht, wenn denn schon die Lehrer zu doof für besseren Unterricht geworden sind. Es wird aber keiner mehr da sein, der das noch merken könnte, weil die Leute von heute schon gar nicht mehr wissen, wie das mal war, als wir noch gebildet waren. Die kennen das gar nicht mehr anders als doof.