Ansichten eines Informatikers

Die Ideologie des Kopftuches und was das mit Hautfarben zu tun hat

Hadmut
25.10.2016 0:13

Mal ein ganz anderer Blickwinkel gefällig?

Ein Leser schrieb mir gerade, was ihm eine Pathologin von einer Weiterbildungsveranstaltung erzählt habe. Eine Koryphäe unter den Ärzten für Knochenprobleme habe nämlich berichtet, dass die dichte Verschleierung von Türkinnen und Araberinnen in unseren Breitengraden zu Vitamin-D-Mangel mit massiven Folgen führt. Die Haut bekommt zu wenig Licht.

Das erinnert mich an ein Gespräch, was ich bei meinem ersten Besuch in Kapstadt in einem Township geführt habe. Beim Rundgang haben die mich da in ihre Kneipe, in Lebensmittelläden, zu Schmuckbastlern usw. geführt, natürlich immer in der Hoffnung, dass ich was kaufe. Und dann wollten sie mich zu ihrem Slum-Friseur schleppen, um mir die dort gerade übliche Frisur zu verpassen, was fast eine Glatze bedeutet hätte. Die trugen dort gerade so raspelkurze Stoppeln (ca. 1mm), was bei deren dicken schwarzen Haren noch immer nach Frisur aussieht. Bei mir sieht man dann aber nur noch Glatze.

Ich wollte ihnen erklären, dass das bei mir nicht geht, weil ich mir einen höllischen Sonnenbrand hole. Das haben sie aber nicht nur nicht verstanden, weil sie gar nicht wussten, was Sonnenbrand ist und sich das auch nicht vorstellen konnten, sondern sie nahmen den Verweis auf Hautfarbenunterschiede auch noch als rassistisches Reizwort und wurden ziemlich sauer. Sie wussten zwar, dass sich Weiße mit Sonnencreme zum Schutz einschmieren, dachten aber, dass wir das nur tun, damit wir nicht dunkel werden, weil wir es hässlich fänden. (Und hier gehen sie in die Solarien…) Und dann wiesen sie mich – natürlich – darauf hin, dass wir alle gleich wären und uns nur in der Dichte von Melanin unterscheiden.

Ja, freilich, habe ich zu erklären versucht, natürlich sei das so. Aber ob sie auch wüssten, wofür das Melanin gut sei. Warum sie viel davon hätten und ich nicht. Da war das Wissen dann zu Ende. Sie wussten, dass es ein Pigment ist und wie es heißt, aber nicht, warum manche viel und manche wenig davon hätten. Sie hielten es für völlig funktions- und bedeutungslos (political correctness), und ich versuchte ihnen zu erläutern, dass das die Haut gegen aggressive Sonnenstrahlung schützt und sich das eben genetisch (oaaah, politisch ganz heikel) unterschiedlich entwickelt habe, weil eben unterschiedliche Breitengrade. Liegen ja mal so 20 bis 60 Breitengrade Unterschied dazwischen. So direkt widersprechen wollten sie nicht, aber glauben wollten sie es auch nicht. Denn wenn das so wäre, hätten ja alle Menschen viel davon. Nee, sagte ich, weil man, wenn man im schwachen europäischen Licht mit viel Pigmenten rumläuft, die Haut nicht genug Vitamine ausbilde. Wollten sie mir auch nicht glauben. (Ein Teil der fehlenden Vitamine wird durch die heute viel bessere Nahrung ersetzt, las ich zumindest mal irgendwo. Deshalb merkt man das heute nicht mehr so direkt.) Man wechselte höflich das Thema und wurde wieder freundlich, aber so richtig verstehen wollte man es nicht. Dass das so einen biologischen Grund hat, warum manche viel und andere wenig Pigment haben, und warum wir uns dort Sonnencreme Faktor 30 oder 50 überkippen, während die nicht so recht wissen, wofür das Zeug eigentlich gut sein soll (ist dort auch schwer zu kaufen, braucht ja kaum einer dort, haben viele Läden erst gar nicht).

Was mich aber zu zum Thema Verschleierung zurückbringt: Wie schon öfters mal geschrieben, ist vieles im Islam tatsächlich weltlichen Ursprungs (wie auch im Christenturm, etwa der Kirchturm), so auch die Verschleierung. Stammt nämlich ursprünglich von den Beduinen bzw. der Notwendigkeit in Wüstengegenden, bei großer Hitze, starker Sonne und Sandstürmen. Und wenn man sich traditionelle Kleidung anschaut, sind Männer und Frauen sogar ungefähr gleich verschleiert (nämlich aus sachlicher Notwendigkeit), nur die Männer eben meist in weiß, die Frauen meist in schwarz. Die Verschleierung stammt ursprünglich nicht aus religiösen, sondern klimatischen Anforderungen.

Schon deshalb ist es unsinnig, hierzulande verschleiert rumzulaufen. Wir haben hier nicht so viele Wüsten in Deutschland (von NRW vielleicht mal abgesehen) und auch weniger Sonne, weil eben mindestens 20 Breitengrade weiter vom Äquator weg. Es ist genauso unsinnig, wie wenn ein Eskimo – oh, pardon, darf man ja auch nicht mehr sagen – ein Inuit im Eisbärenfell mit Robbenspeck hier rumlaufen würde. Sachlich angepasste Kleidung, aber eben für einen anderen Ort.

Aber versucht mal, all den Political-Correctness-Spinnern und Social-Justice-Warriors klarzumachen, dass etwas nicht rassistisch oder religiös, sondern geographisch bedingt ist und wir hier – so geographisch gesehen – einfach woanders sind. Kapieren die nicht. Alles rassistisch.

Und so laufen sie nun eben in einen Vitamin-D-Mangel.

*Achselzucken*

Nicht mein Problem (von den Krankenkassenbeiträgen mal abgesehen)