Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Von Kabel Deutschland / Vodafone verarscht

Hadmut
16.10.2016 15:54

Ich krieg echt nen Hals…

Seit Kabel Deutschland von Vodafone übernommen wurde, werden die immer schlechter.

Früher war ich mit denen mal zufrieden. Deshalb und (für all die Schlaumeier, die mir immer mailen, wie man so blöd sein könnte, die zu nehmen) weil ich hier an meinem Wohnort auch kaum Auswahl hatte, habe ich Kabel Deutschland genommen. Abgesehen davon, dass sie die Fritzbox (früher haben sie unveränderte Originalboxen ausgegeben) inzwischen katastrophal verhunzen (eine eigene Box zu verwenden ist zwar inzwischen möglich, aber mit Zusatzkosten verbunden, weil man die von Kabel Deutschland immer noch bezahlen muss und mit einer eigenen Box einige Funktionen nicht hat, angeblich kein IPv6), ging das zunächst ordentlich.

Aber vor über einem Jahr (!) setzten massive Störungen ein, die Bandbreite war miserabel, gerade abends tröpfelten die Webseiten nur elend langsam rein, und oft gab’s ausfälle. Downloads dauerten ewig.

Das war insofern ärgerlich, als ich ja eine Bandbreite von weiß nicht genau, ich glaube 33 MBit bestellt hatte (was mir eigentlich reichen würde), und oft nicht mal ein Tausendstel davon bekam, selbst zu Modem-Zeiten war das manchmal schneller. Und dann aber häufig Werbung zugeschickt bekomme, ob ich nicht auf 100 MBit upgraden wolle.

Ich hatte mich im Herbst letzten Jahres ein paarmal beschwert, und sie haben sich entschuldigt, ja, da wären Umbauarbeiten und Reparaturarbeiten, die wären kompliziert und schwierig, und das würde ja leider, leider bis Februar dauern. Was? Wie bitte!? Sie brauchen 5 Monate um den vertragsgemäßen Zustand herzustellen?

Ja, sie könnten mir anbieten, meinten sie, mir die Hälfte des Preises zu erlassen. Aber immer nur für höchstens 2 Monate. Ich müsste jedesmal anrufen, mich beschweren, und bekäme dann rückwirkend eine Erstattung.

Naja, gut, ich habe ja Verständnis für die Sorgen und Nöte von Internet-Anbietern, war ja selbst zweimal bei Internet-Anbietern tätig und weiß, wie das von innen aussieht.

Im Februar hieß es, es dauere bis April.

Tatsächlich war es dann auch ein bisschen besser. Nicht wirklich Vollgas, eigentlich weit vom vertragsgemäßen Zustand entfernt, aber Linderung war da. Mal mehr, mal weniger. Nicht zufriedenstellend, aber jetzt auch nicht so, dass ich mich ständig beschweren würde.

Vor meinem Urlaub dachte ich, lohnt sich jetzt nicht mehr, mal sehen, ob’s nach dem Urlaub besser ist.

Ist aber nicht besser, oft gibt’s Internet-Durchsatzraten wie im alten Rom. Heute hatte ich massive Probleme und immer wieder Aussetzer, nämlich gar keine Verbindung mehr. Selbst das Telefon ging nicht mehr durchgehend.

Störungsstelle von Kabel Deutschland angerufen. Ja, wann sie denn mal das Ding in Ordnung bringen.

Sie guckt nach und bestätigt, dass da ja eine „Störung” eingetragen sei. Seit letztem Jahr.

Also immer noch die alte Störung. Sie hatten mir doch versprochen, dass die bis Februar, und dann allerspätestens April behoben sei.

Sie will sich auf nichts einlassen. Sie sagt nur „Die Kollegen sind dran”, „Man sucht nach dem Problem” und „Ich muss Sie um Geduld bitten!”.

Ja, wieviel Geduld denn? Bis wann denn?

„Bis die Störung behoben ist.”

Das ist doch Unsinn. Wenn kein Ende absehbar ist und das ewig dauert, dann ist es doch keine Geduld, sondern Verzicht. Dann kriegt man es ja gar nicht mehr. Sie versucht, sich drumherum zu schwafeln, das übliche Gewäsch. Ja, das wäre ja meine Sichtweise und blablabla.

Ja, das ist meine Sichtweise. Ich kenne mich ja in der Branche aus.

Dass mal was nicht funktioniert, das ist normal. Das ist nicht zu ändern, schon gar nicht in dem Preisniveau. Und das kann auch mal dauern.

Aber nicht ein Jahr.

Wenn man den Fehler in 5 Monaten nicht findet und beheben oder die Technik ersetzen kann, ohne wenigstens eine triftige Begründung zu haben, dann ist das schon Unfähigkeit.

Es aber in über einem Jahr nicht zu schaffen und dann noch dreist „um Geduld zu bitten”, das ist nicht mehr Unfähigkeit, das ist schlicht Unwillen, die vertraglich vereinbarte und bezahlte Leistung zu liefern.

Und das ist dann Betrug.