Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Der Zersetzungsprozess innerhalb der linken Szene

Hadmut
16.4.2016 10:26

Interessantes von innen.

Erleuchtend, wie das in linken Parteien und parteinahen Kreisen so läuft, denn ein Insider hat mir das gerade mal so als Hintergrund zu meinen Blog-Artikeln erzählt. Es gäbe da durchaus offene, intellektuelle, kritikfähige Menschen, die aber nichts zu entscheiden haben und keinerlei Posten oder sowas innehätten.

Auf den Posten dagegen säßen komplementäre Leute, die die ideologischsten Kotzbrocken wären, die man sich nur vorstellen kann, bei denen das Ideologische nicht mal das zentrale Motiv wäre, sondern denen es einzig und allein darum geht, sich Posten zu sichern und sich versorgen zu lassen.

Das führe zu massiver Unzufriedenheit und Streit, weil da selbst altgediente langjährige fleißige Schlachtrösser ausgebootet werden und diese „Vordrängler” sich die Posten schappen. Nichts getan, nichts geleistet, frisch reinkommen und sich ganz nach vorne drängeln und die Posten besetzen (Sowas hatte ich ja auch schon mehrfach berichtet.)

Inzwischen sei die Szene komplett durchgegenderdert und feminisiert, und der Vorwurf würde als internes Kampfmittel eingesetzt, dass jemand weder „antideutsch” noch „genderistisch” wäre, mindestens eins von beidem müsse schon sein. Alle diese herkömmlichen Linken würden massiv angegrifffen, diffamiert, rausgedrängt. Eine aggressive Minderheit würde die Posten übernehmen und gegen alle anderen stänkern und agitieren.

Es passt in doppelter Hinsicht. Es passt exakt zu dem, was ich in den letzten Tagen über den angeblichen Krieg innerhalb der Linken und die Zerstörung der Linken durch diese Gruppe mit der bekloppten Bezeichnung „Antideutsche” (mir ist bisher kein anderer oder gar besserer Begriff untergekommen) geschrieben habe. Nun von einem Insider bestätigt.

Und es passt exakt zu dem, was ich bei den Piraten beobachtet habe: Eingetreten bin ich da auch nur, weil ich dort bei den ersten Reingucker-Treffen in Münchner Restaurants nur hochkompetente Leute, gestandene Profis, mit massivem Fachwissen und tiefen Einsichten getroffen habe, was wirklich interessant war. Die innerhalb der Piraten dann aber nicht zu Wort kamen und in kürzester Zeit rausgedrängt, beschuldigt, diffamiert, davongeekelt wurden. Und einen ideologisierten Kern von Kotzbrocken, die die Posten an sich rissen und gegen jeden agitierten, der den Mund aufmachte, heimlich die internen Nachrichtenmedien filterten und zensierten, ohne dass normale Mitglieder davon je erfuhren.

Was ich da jetzt von den Linken von außen sehe (und nun auch von innen erfahren habe), ist eine exakte Wiederholung der Vorgänge in der Piratenpartei, teils sogar mit identischem Personal, dieselben Leute.

Da zerstört jemand nach festem Schema eine Partei nach der anderen. Erst die Piraten, dann die Linke. Und es hat den Anschein, dass die SPD in ähnlicher, etwas anderer Weise, auch angegriffen wird.

Das Problem an sich habe ich ja schon früher bemerkt und beschrieben. Aber es wird ein ernstes Problem. Neulich haben mich mal Leute angesprochen, ob man nicht mal eine neue Partei genau in der Mitte gründen solle. Ein zentrales Problem dabei ist, wie man eine Partei heute noch vor einer solchen „feindlichen Übernahme” schützen kann, was gar nicht so einfach ist. Denn sind die Leute erst mal Mitglied, kriegt man sie kaum noch raus, und wenn sie konzertiert vorgehen, sich zunächst in kleinen Gremien die Entscheidungsgewalt aneignen, indem sie in lokalen Mehrheiten anrücken und andere niederbrüllen, ist da eben kaum noch gegen anzugehen, weil das halt immer nach diesen lokalen Mehrheiten geht. Das Prinzip der Straßengang.

Denn die zentrale Frage ist ja: Wie schafft es eine kleine Minderheit, einfach irgendwo einzutreten und sich gleich vorne auf die Posten zu setzen? Das sind drei Effekte. Der erste ist, dass man Neuankömmlinge oft besser bewertet als altes Personal. Merkt man ja im Job, da kommt man irgendwann auch nicht mehr weiter und muss die Firma wechseln, um mal nach oben befördert zu werden. Dann natürlich das organisierte Auftreten als Gruppe mit entsprechendem Wahlverhalten, das natürlich locker irgendeine verschlafene Versammlung, zu der sonst kaum einer kaum, dominieren können, indem sie einfach alle dorthingehen und abstimmen. Und natürlich Geschrei und Diffamierung, indem man jeden, der sie dabei stört, rausekeln und einschüchtern, und jeden Konkurrenten diffamieren. Und natürlich die Frauenquote. Großes Werkzeug. Man töbert, dass da eine Frauenquote für die Kandidatenliste her muss, und so ganz zufällig hat man eben Frauen mitgebracht.

Was aber auch heißt, dass Demokratie auf Basis von Parteien nicht mehr funktioniert. Die alten Parteien sind irreparabel kaputt und neue bekommt man nicht mehr hin.

Und es zeigt mal wieder, dass Gender und Feminismus keineswegs Überzeugungen sind, unterdrückten Frauen zu helfen, sondern demagogische Propagandawaffen, Diffamierungs- und Beschuldigungsmittel.

Die Popcorn-Komponente liegt allerdings darin, dass die Linke gerade mit ungefähr den Methoden abgetötet wird, die sie selbst entwickelt und über Jahre genutzt und als unanzweifelbar hingestellt hat. Das macht es jetzt natürlich verdammt schwer, sich dagegen zu wehren. Jahrelang haben sie mit äußerster Verbissenheit diese Frauenquote propagiert, und jetzt wo sie merken, dass das das Mittel zu ihrer Zersetzung ist, ist es zu spät.

Da kann man jetzt also mal entspannt zuschauen und draus lernen.

Mal gespannt, was bei den Grünen so läuft.