Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Die politische Zersetzung der Bildung

Hadmut
11.4.2016 20:41

Lesenswert – für die, die noch lesen können.

Die WELT (und auch einige andere Medien) beschrieb heute eine Studie, die den Zerfall unseres Bildungssystems beschreibt.

Nun ist da etwas Vorsicht geboten, denn die Studie stammt von der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung. Bei denen war ich zwar noch nicht und kenne die nicht, aber von den Stiftungen der SPD und der Grünen bin ich sehr gebrannt, das sind reine Ideologie-Hochöfen, die alles als „Studien” berichten, was politisch gebraucht wird. Und dass die sich ihre Leute in die Wissenschaft implantieren, die dann das Parteigesülze als Wissenschaft ausgeben, haben wir ja an Baer schon gesehen. Und warum sollte das bei der CDU besser sein? Denn deren Hochschulkorruption habe ich ja selbst übergebraten bekommen. Man sollte sowas also schon mit sehr spitzen Fingern anfassen.

Die Studie findet man hier.

Denn trotz gestiegener guter Schulabschlüsse steigt die Anzahl der jungen Menschen, die gleich zu Beginn einer Berufsqualifikation in Unternehmen oder Hörsälen mit fehlenden Grundlagenkompetenzen hinsichtlich Sprache und
Mathematik zu kämpfen haben. Diese Hardskills gelten immer weniger als Elementartechniken in der schulischen
Bildung. Universitäten und Ausbildungsbetriebe haben mittlerweile darauf reagiert.

Äh, ja. Hatten wir ja schon. In manchen Lehrplänen hat es Priorität, alles Sex-Techniken und Dildo-Varianten zu kennen und ein Bordell führen zu können (kein Witz oder Satire, das gab’s wirklich irgendwo).

Eine steigende Zahl von Betrieben und immer mehr Hochschulen bessern mangelnde schulische Grundlagen nach. So erteilen mehr als ein Drittel der IHK-Betriebe und viele, gerade auch renommierte Hochschulen, nachholenden Schulunterricht wie z. B. Schreibberatung, Texterfassung und -verständnis oder Brückenkurse Mathematik.

„…Schreibberatung…”

Ich fass es nicht. Schreibberatung.

Texterfassung und -verständnis.

Zu meiner Zeit hätte es solche Zustände nicht mal an der Hauptschule gegeben, und das war schon die damals niedrigste. Wer das, wer den „Hauptschulabschluss” nicht schaffte, der hatte nach damaligem Stand gar keinen Schulabschluss oder wurde auf die „Hilfsschule” geschickt. Heute haben solche Leute Abitur. Mit guten Noten.

Ein Abitur ist eigentlich die Bescheinigung einer sogenannten „Allgemeinen Hochschulreife”. Das soll heißen, dass jemand mit Abitur (und selbst wenn es eines mit einer 4 wäre), in der Lage ist, jedes Hochschulstudium aufzunehmen. Und zwar ohne noch irgendwelche Zwischen- oder Brückenschulungen. Wer das nicht kann, darf eigentlich kein Abitur haben.

Ist das Kinderbild vom selbständigen und kompetenten Kind, das den Schulstoff wissbegierig und weitgehend in „Eigenregie“ aufnimmt, auf den Mainstream der normal begabten Kinder anzuwenden? Das fleißige Kind ist eindeutig aus der Mode gekommen, aber enthalten wir unseren Kindern möglicherweise vor, dass gute Leistungen und Kreativität für die meisten Menschen nicht ohne Anstrengung zu erreichen sind – eine „gute“ Anstrengung, an der Menschen wachsen und die
nicht mit Überforderung gleichzusetzen ist?

Äh…also ich war so. Gut, zugegeben, jetzt nicht in allen Fächern, aber: Eigentlich war meine ganze Schulklasse so.

„Das fleißige Kind ist aus der Mode gekommen” – Was ist das für eine Aussage? Wie sollen die mal einen Beruf ausüben?

Warum räumen Curricula dem Grundprinzip des Lernens (für Normalbegabte), wie Vertiefung und Anwendungsübung, kaum noch Raum ein? Zugegeben: Der „Coolnessfaktor“ des Repetitierens und anderer traditioneller „Relikte“ des Lernerfolges strebt gegen Null, aber im Alter von zwanzig oder mehr Jahren in der Hotelfachausbildung am Englischen zu scheitern oder zu Beginn eines geisteswissenschaftlichen Studiums mit der deutschen Grammatik oder im naturwissen
schaftlichen Studium mit Grundlagen der Analysis auf Kriegsfuß zu stehen, ist auch nicht zielführend.

Das ist eine verdammt gute Frage.

Meine Antwort wäre: Weil die Faulen inzwischen Politiker sind und die Lehrpläne machen.

Guckt Euch mal an, wie die Gender-Studies-Hohepriester den Wegfall von Qualitätsanforderungen für Frauen und die Gleichstellung begründen: Lange Nächte in Labors zu verbringen, jahrelang zu lernen, das sei typisch männlich. Frauen hingegen seien viel stärker auf „Work-Life-Balance” ausgerichtet (neudeutsch für faul). Deshalb sei jede Anforderung, vorher etwas lernen zu müssen, frauendiskriminierend, und was frauendiskriminierend ist, ist bäh. Der ganze Geschlechterkram als Vehikel und Vorwand, sich mühelose und ausbildungslose Karrieren zu verschaffen.

Wie können Universitäten nun darauf reagieren, dass das Abitur kein Garant mehr für Studierfähigkeit ist? Am naheliegendsten wäre es, die fachspezifische Eignung der Studierenden durch Eingangsprüfungen festzustellen, und wo dies geschieht, ist der Erfolg eklatant. Indessen sind solche Prüfungen nur in wenigen Ausnahmefällen rechtlich zugelassen. Eine zweite Möglichkeit bestünde darin, in den Anfangssemestern die Prüfungsdichte so zu erhöhen, dass man leistungsschwächere Studenten zwingt, sich das fehlende (oder verschüttete) Wissen selbst
anzueignen.

Was ist denn ein Abitur, ein „Zeugnis allgemeiner Hochschulreife”, das die Studierfähigkeit nicht mehr her- und feststellt?

Eben. Wertloses Papier. Zeitverschwendung. Und weil diese Zeit nicht nachzuholen ist, Menschenverschwendung.

Man könne – so heißt es – von überbehüteten Studienanfängern, über die noch vor kurzem der elterliche Helikopter kreiste, keine allzu große Eigenständigkeit und kein solides Selbstbewusstsein erwarten, um das sich nun die Hochschulen kümmern sollten. Viel fehlt da nicht mehr, dass nach einem Umbau der Universitäten in große Coaching-Zonen gerufen wird. Hält man dem entgegen, eine fundamentale Voraussetzung für die Entwicklung von Selbstbewusstsein sei das Erleben des Scheiterns, das nicht als Katastrophe, sondern als Korrekturchance begriffen werden muss, dann wird man
rasch feststellen, dass die Politik dies gerade nicht will. Vielmehr sollen die Universitäten nach der Maxime verfahren ‚Wir lassen keinen Studenten zurück‘ und konsequenterweise plant man in NRW, die Universitäten
für Studienabbrecher finanziell zu bestrafen. Welchen Wert dann derartige Abschlüsse haben, wird nicht überlegt. Dies ist denn auch der eigentliche Kern des Problems: Gesellschaft und Bildungspolitik verlangen von den Universitäten ‚Effizienz‘ in dem Sinne, möglichst viele Studenten in möglichst kurzer Zeit erfolgreich durch das System zu schleusen. Der Erfolg wird dann an den bloßen Output-Zahlen, aber nicht an der tatsächlichen Qualität der Ausbildung bemessen.

Ja. Das sind Leute, die dann mit einem Studienabschluss aus der Uni kommen, und immer noch nichts können, nie etwas gelernt haben, nie irgendeiner Anforderung gegenüber standen. Die Wiederholung des Abitur-Problems.

Und was macht man damit? Frauenquote. Damit’s dann auch im Beruf genauso weitergeht. Jedenfalls für Frauen.

Vor diesem Hintergrund erklärt sich auch die mittlerweile schon von vielen Seiten kritisierte Inflation guter Noten an der Universität. Wenn der gute Notendurchschnitt ein Argument von Hochschulen gegenüber der Hochschulpolitik ist, dann will eine konfliktaverse Professorenschaft sich dem nicht in den Weg stellen, vor allem dann nicht, wenn die Zahl von Studenten über die Existenz eines Faches oder einer Professur entscheiden können. Wenn freilich alle gute Noten haben, werden wieder andere Selektionskriterien, wie soziale Herkunft, persönliche Beziehungen, vielleicht auch Geschlecht, sicher performative Fähigkeiten oder Anpassungsfähigkeiten entscheidend für Berufseinstellungen; der an sich sehr demokratische Gedanke, der dem Leistungsprinzip innewohnt, nimmt Schaden. Sobald sich diese Erkenntnis erst einmal im Bewusstsein der Studierenden festgesetzt hat, wird dies nicht unerhebliche Auswirkungen auf deren Leistungsbereitschaft haben.

Was haben unsere Universitäten mit den Schuhfabriken der DDR zu tun? Die Planwirtschaft. Und das Ergebnis.

Zum Hochschullehrer bzw. zur Hochschullehrerin wird man bis heute nicht regulär ausgebildet. Anders als in allen anderen Lehrberufen werden die Kompetenzen des wissenschaftlichen Nachwuchses für die akademische Lehre weitgehend autodidaktisch hervorgebracht. Assistierende lernen sich als akademische Lehrpersonen zu verhalten, indem sie Lehraufträge für Seminare übernehmen. Sie sind mit ihren Studienabschlüssen fachlich qualifiziert, aber nicht didaktisch. Auch die Gestaltung von akademischen Vorlesungen ist bislang kein Gegenstand einer Ausbildung.

Das schreibe ich ja schon seit 15 Jahren: Ausgerechnet die Professur ist der einzige höhere Beruf, für den man einfach gar nichts können, lernen, nachweisen muss. Man wird einfach per Konsens dazu erklärt und ist dann unkündbar bis ins Grab. Und wenn man sich das anschaut, dann gibt es immer mehr Professoren, bei denen es autodidaktisch nicht funktioniert, die nichts machen.

Warum funktioniert es nicht, warum machen sie nichts?

Siehe oben. Das sind die, bei denen schon als Schüler „fleißig” nicht mehr in Mode war, die es nie gelernt haben, sich selbst etwas beizubringen, die ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben.

Es wirkt wie ein Schlag ins didaktische Gesicht, wenn der Psychologe Thomas Städtler nach Sichtung der Lehrpläne, Bildungsstandards und Kerncurricula den Vorschlag macht, Literaturunterricht an allgemeinbildenden Schulen nur noch als Wahlfach anzubieten oder „sicheres elementares Hauptschulniveau plus Freude/Interesse an der Mathematik“ als Ziel der Hochschulreife anzuvisieren. Zweifelsfrei sind diese Forderungen in ihrer polemischen Zuspitzung unhaltbar. Aber sie machen auf ein wesentliches Problem aufmerksam: In Sachen Bildungserwartungen stapeln wir gerne hoch. Während unsere Curricula hehre Kompetenzziele formulieren, die sich an akademischen Bildungsidealen orientieren, scheitern nach Städtler unsere Bildungseinrichtungen daran, den Lernenden zuverlässig Rechnen, Lesen, Schreiben und Textverstehen
beizubringen.

Jugendliche scheinen weniger mitzubringen, als wir erwarten, und sie scheinen weniger mitzubringen – darin besteht das Bildungsparadox –, als wir ihnen attestieren. Die Folge ist Desillusionierung, und zwar auf verschiedenen Ebenen. Der Handwerksverband schlägt regelmäßig Alarm, dass den Auszubildenden die Ausbildungsreife fehlt, der Hochschulverband, dass die Studierenden einer angemessenen Studierfähigkeit entbehren. Und auch Auszubildende und Studierende sind ernüchtert, wenn sie auf ein Anforderungsniveau stoßen, die sie aus der Schule nicht gewohnt sind.

Erinnert mich an das da.

Warum läuft das so?

Mit Blick auf die gegenwärtige und künftige Entwicklung von Hochschulen sind es vor allem zwei Tendenzen, die ein erhebliches Konfliktpotenzial in sich bergen: Zum einen wollen Hochschulen ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit (Visibilität) erhöhen und sich als möglichst exzellente Forschungsuniversitäten profilieren und zum anderen wird Hochschulbildung zum Normalfall, d.h. immer mehr Jugendliche studieren (obwohl die Gesamtzahl der Jugendlichen aufgrund des demografischen Wandels abnimmt), was Hochschulen vor neue Herausforderungen stellt. Ursprünglich waren Hochschulen für eine kleine Elite ausgelegt. Jetzt müssen sie mit einer großen Zahl von Studierenden mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und Erwartungen umgehen (CHE 2014). Das Spannungsverhältnis von Studium und Beruf, von Hochschule und Arbeitsmarkt, wird somit zum Kriterium moderner Hochschulbildung.

Es gibt auch noch einen Kommentar in der WELT dazu: Abitur für alle? Ein ideologischer Irrtum!

In der hiesigen Bildungspolitik herrscht eine merkwürdige Tonnenideologie vor. Stetig steigende Abiturientenzahlen, immer bessere Notendurchschnitte und übervolle Universitäten gelten Politikern als Indizien dafür, dass Deutschland seinem Ruf als Bildungsnation alle Ehre macht. Die Wirklichkeit sieht indes ganz anders aus, wie eine Studie der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung aufzeigt.

Hochschulen und Betriebe schlagen Alarm. Denn ein wachsender Anteil der Schulabgänger kann offenbar weitaus weniger, als dies die Zeugnisse suggerieren. Eklatante Mängel in der Rechtschreibung, Probleme in grundlegenden Bereichen der Mathematik und Defizite beim Textverständnis sind mittlerweile so verbreitet, dass Universitäten und Betriebe immer häufiger “nachholenden Schulunterricht” betreiben müssen.

Doch selbst intensive Nachhilfe kann nicht verhindern, dass immer mehr junge Leute in ihrer Ausbildung oder im Studium scheitern. Das ist nicht nur für die Betroffenen eine Katastrophe, sondern auch für die Wirtschaft, die angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels auf niemanden verzichten kann.

Ideologischer Erfolgsdruck

Weil die Politik aus ideologischen Gründen die Schulen unter Erfolgsdruck setzt, betreiben die Lehrer Noten-Lifting und lassen selbst die Schwächsten nicht durchfallen. Hinzu kommt, dass Hausaufgaben und umfängliche Lektüre heutzutage den Schülern kaum mehr zugemutet werden, weil statt der herkömmlichen Fachkenntnisse eher allgemeine Kompetenzen erworben werden sollen.

Wir werden immer schlechter und erklären uns für immer besser.

Die Inflation des Abiturs ist ein Irrweg. Vor allem die Schwächeren gehen in großen Klassen mit einer zunehmend heterogenen Schülerschaft unter. Zwar erhalten die meisten von ihnen dennoch die Studienberechtigung – doch studierfähig sind sie deshalb noch lange nicht. Aber auch den Begabten schadet diese Bildungspolitik. Denn wer sich überhaupt nicht anstrengen muss, um ans Ziel zu kommen, wird demotiviert.

Auch mit den sozialen Kompetenzen hapert es vielfach, wie die Arbeitgeber klagen. Denn viele Jugendliche hätten nie gelernt, mit Misserfolgen konstruktiv umzugehen. Kein Wunder, dass zu viele bei den ersten Schwierigkeiten gleich aufgeben.

Hat da jemand „Safe Space” gesagt? Dieser Psychokrampf, auf gar keinen Fall mit irgendeiner Schwierigkeit oder anderen Meinung konfrontiert zu werden? Kennt man von den US-Universitäten, habe ich aber neulich auch von den Berliner Universitäten beschrieben.

Die Degeneration der Universitäten, der Verfall der Geisteswissenschaften, die schiere Existenz der Gender Studies sind nichts anderes als die Folge dessen, dass man da Leute reindrückt, die an Universitäten nichts verloren haben, die damit überfordert sind, die auf dem falschen Dampfer sind. Und das meine ich nicht nur in personeller Hinsicht, sondern auch in inhaltlicher. Wer sich mal mit den Tiefen der Gender Studies befasst hat, sieht, dass ein zentraler Kern ist, nichts lernen und sich keinerlei Anforderungen stellen zu müssen, aber die Rhetorik zu erlernen, sich über jeden zu beschweren und sich in wirklich jeder Situation als misshandeltes Opfer darzustellen.

Gender Studies sind zentral auch eine Strategie, mit der totalen Überforderung durch Universitäten, Wissenschaft, überhaupt etwas zu lernen, umzugehen. Die sind quasi so der äußerste Auswuchs dieser Entwicklung.

Was kommen wir im Ergebnis heraus?

Bei dem, was wir hier in den letzten Tagen im Blog hatten: 80:20

Wir haben eine Gesellschaft, in der die effektive Arbeit nur noch von 20% der Arbeitsfähigen erledigt wird, etwa 10% geistig und 10% körperlich.

Der Rest ist überflüssig und macht Nutzloses, muss aber durchgefüttert werden.

Nun könnte man sie einfach alle für arbeitslos erklären und ihnen Arbeitslosengeld geben. Das würde aber nicht funktionieren, weil das dann beide, die 80 und die 20, merken und nicht mitspielen würden.

Wo also bekommt man Leute unter, die nichts Nützliches tun? Nur in akademischen Berufen, im öffentlichen Dienst und so. Statt die Leute einfach für arbeitslos zu erklären und herumsitzen zu lassen, gaukelt man ihnen fiktive Ausbildung und fiktive Tätigkeiten vor, simuliert eine arbeitende Gesellschaft.

Deshalb ist es so wichtig, dass da keine unten übrigbleiben, denn müssten sie mit Haupt- oder Realschulabschluss (gibt’s das überhaupt noch?) ja einen Ausbildungsberuf ergreifen. Geht nicht, denn da fällt auf, wenn die Leute nichts tun, zumal das meistens Mittelstand oder große Firma ist, da bringt man so Leute nicht unter.

Ausweg ist, die alle nach oben wegzupumpen. Abitur, Studium, Quoten, Öffentlicher Dienst, jede Menge Schwafelfächer. Hat jemand erst mal Master oder Doktor, kommt der schon irgendwo unter, egal ob er was kann. Und wenn nicht, hat man ihn zumindest 30 Jahre lang ohne Anspruch auf Arbeitslosengeld mit irgendwas beschäftigt.

So gesehen sind die Universitäten letztlich zu Verwahranstalten für einen großen Teil der unnützen 80% geworden. Und für manche derer eben auch zum Endlager.

Die Sache hat noch einen anderen Aspekt. Ich habe das ja neulich beschrieben, dass die Wirtschaft so alle 20 Jahre einen künstlichen Schub an Konsumenten braucht. Wirtschaftswunder, Gastarbeiter, Frauenquote, Immigration. Lässt man jemanden frühzeitig aus dem Ausbildungs- und Berufsweg fallen, weil man ihn nicht braucht und aus ihm nichts wird, dann konsumiert der höchstens noch Drogen. Gaukelt man ihm aber vor, er würde arbeiten und Geld verdienen, dann konsumiert er auch.

Hätte man dagegen richtige Schulen, richtige Ausbildung, richtige Anforderungen, richtigen Wettbewerb, was würde passieren? Nur die besten 20% bekämen Jobs, denn mehr braucht man ja anscheinend nicht. Der Rest würde aus der Gesellschaft rutschen.