Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Frauen im naturwissenschaftlichen Bereich

Hadmut
10.4.2016 9:06

Ich hatte doch über die Physikolympiade gebloggt.

Ein Leser hatte das zum Anlass genommen, bei den Herausgebern der Pressemeldung mal nach dem Frauenanteil zu fragen und wie es dazu kommt, dass da keine Frauen in der Mannschaft sind. Er hat mir deren Antwort weitergeleitet:

Sehr geehrter Herr […],
Ihre E-Mail berührt ein Feld, das sowohl von der Wettbewerbsleitung als auch von unseren Mittelgebern als Problem erkannt wird.

Die PhysikOlympiade in Deutschland steht Schülerinnen und Schülern unabhängig von Ihrem Geschlecht offen. Eine geschlechtsspezifische Zugangsregelung gibt es genau so wenig wie spezielle Geschlechterquoten. In den vergangenen Jahren hat sich der Anteil an Schülerinnen unter den Teilnehmenden stetig erhöht und liegt momentan bei etwa 25% in der Eingangsrunde der PhysikOlympiade in Deutschland. Das ist ein Niveau, das sogar etwas über dem Anteil Schülerinnen in Physikkursen mit vertieftem Unterricht in der Oberstufe liegt. Leider gelingt es aber bisher nicht, dieses Niveau über den Wettbewerbsverlauf zu halten. Der Anteil Schülerinnen nimmt über die einzelnen Wettbewerbsrunden kontinuierlich ab, bis er in der Finalrunde bei 7% (getitelt über die letzten fünf Jahre) liegt. Bei dem internationalen Wettbewerb liegt er getitelt über alle Teilnehmenden aus allen Nationen ebenfalls auf gleichem Niveau. Diese Entwicklung über die einzelnen Wettbewerbsstufen betrifft nicht nur die PhysikOlympiade sondern eine Vielzahl der Leistungswettbewerbe im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich, wie z.B. die Auswahlwettbewerbe zur Biologie- und ChemieOlympiade, den Bundeswettbewerb Mathematik aber auch Jugend Forscht.

Um diesem Umstand zu begegnen läuft bei uns in der Abteilung aktuell ein Forschungsprojekt, das sich genau mit der Frage beschäftigt, wie man junge Frauen dazu bringen kann, sich längerfristig mit Wettbewerben wie der PhysikOlympiade zu beschäftigen und so dann auch erfolgreich in dem Wettbewerb zu sein. Leider kann ich Ihnen aber auf Ihre Frage, wo die Schülerinnen sind, (noch) keine einfache Antwort geben.

Übrigens sprechen sich insbesondere die weiblichen Teilnehmenden des Wettbewerbs sehr deutlich gegen eine Quotenregelung aus, so dass wir Überlegungen in diese Richtung nicht weiter verfolgt haben.

Wie kommt das dann eigentlich, dass es immer heißt, dass Frauen die besseren Schulnoten haben?