Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Doppelvolltreffer: Die “antideutsche Szene” – “Landesarbeitskreis Shalom”

Hadmut
10.4.2016 17:21

Hier laufen gerade die Drähte heiß. Ein hochinteressanter Hinweis zur Linken-Helm-Affäre und zwei dicke Volltreffer:

Es geht doch hier gerade um diese Verleumdungsaktion von Anne Helm gegen mich (siehe hier).

Ein Leser weist mich gerade auf zwei Seiten hin. Eine hatte ich schon gefunden, mir aber noch nicht viel Reim drauf gemacht. Die zweite ist die viel wichtigere. Und weitere Aspekte habe ich selbst gefunden. Und daraus erklärt sich einiges.

Es geht ja schon länger in der Social Media-Umgebung herum, dass sich da so eine „Antideutsche Szene” gebildet hat, die versucht, durch Desinformation, Intrigen, Provokation Deutschland so als Staat und im Ganzen zu zerstören. Deshalb auch diese „Bomber Harris”-Aktion, weil Bomben genau das ist, was die wollen. Manche behaupten ja, die wären die Organisation gewesen, die Flüchtlinge mit Merkel-Postern und Landkarten nach Deutschland ausgestattet und die Gerüchte gestreut hat, hier bekäme jeder ein Haus geschenkt.

Veranstalter dieses Vortrags war die „Linksjugend Dresden bzw. Sachsen”, die haben auch das Video in Youtube publiziert.

Dahinter steckt aber nun eine Organisation „Landesarbeitskreis Shalom” der Linksjugend Sachsen, die sich ja im direkten Krieg mit Neonazis sieht.

Die dazu passende, wichtigere, erhellendere Webseite findet sich aber ausgerechnet auf der als linksradikales Publikationsmedium bekannten Webseite Linksunten, auf der man dann immer die Bekennerschreiben linker Gewalt-/Brand-/Terroranschläge findet.

Offenbar können die „echten Linken” diese „antideutschen Linken” selbst nicht ausstehen. Da scheint es echte Antipathien bis Feindschaften zu geben. Und bedenkt man Helms „Bomber Harris”-Aktion, dürfte sie wohl zu ihren Piratenzeiten schon Kontakt dorthin nach Dresden gehabt haben.

Die schreiben dort (lest den ganzen Text dort!):

Junge deutsche Linksradikale, die während Demonstrationen Aufrufe skandieren, Deutschland zu bombardieren, die in Zeitschriften die Auflösung des deutschen Staats fordern im Namen des Kampfes gegen den Antisemitismus, der als grösste Plage der heutigen Zeit betrachtet wird – die antideutsche Bewegung ist unbestritten eine Kuriosität. Anne Joly skizziert hier ein Porträt dieser Bewegung, die viele Gesichter hat und verortet sie in ihrem intellektuellen und politischen Kontext.
Anne Joly ist die Autorin einer Doktorarbeit über „Die radikale Linke in Ost- und Westdeutschland nach der Wiedervereinigung“.

Das antideutsche Phänomen, eine wahrhafte Kuriosität der deutschen linksradikalen Szene, wurde im öffentlichen Raum Deutschlands in den 2000er Jahren bekannt durch die bedingungslose Unterstützung all derjenigen, welche die israelische Verteidigungspolitik in Schutz nehmen, eine Unterstützung, die manchmal von expliziter Islamophobie begleitet ist. Besonders seit der zweiten Intifada zwingen sie ihre turbulente Präsenz an antifaschistischen Demonstrationen auf, die von anderen Gruppen der radikalen Linken organisiert sind, sie schwenken israelische Flaggen und geisseln den „Islamofaschismus“. „Bomber Harris, do it again!“, posaunen sie aus. Diese Anrufung an das Phantom des Kommandanten Arthur Travers Harris der Royal Air Force, der die Bombenangriffe auf die deutschen Städte, darunter Dresden 1945, befohlen hatte, ist zu einem ihrer morbiden Schlachtrufe geworden. Als ob das Überleben des Staates Israel, des Staates der Überlebenden des Holocausts, in fine von der Vernichtung der deutschen Nation abhinge. In der Verurteilung des Antisemitismus’ – wie auch immer seine Form sein mag, europäisch oder arabisch, primär oder sekundär –, der als unmittelbare Gefahr präsentiert wird, die nicht nur Europa und die arabische Welt, sondern alle Diskurse der Emanzipation und im speziellen diejenigen der radikalen Linken selbst bedroht, treffen sich diese verschiedenen Formeln. Das Besessensein mit dem Antisemitismus misst sich an der Abneigung, welche die deutsche Nation bei den antideutschen Aktivisten auslöst. Diese wurde für sie zum Synonym für Holocaust und durchdringt alle Aspekte ihres Denkens und ihrer politischen Aktionen: Von der „Antifa“-Aktion bis zur Kritik des Kapitalismus’ – genauso wie ihre Kritik des Antikapitalismus’ und des Antiimperialismus’.

Einige Tausend Akteure der deutschen radikalen Linken nennen sich antideutsch – und kommunistisch. Es handelt sich häufig um junge Aktivisten, zwischen 15 und 35 Jahren alt, die das Gymnasium oder die Universität besuchen und aus der Mittelklasse stammen. Sie sind in verschiedenen lokalen Grüppchen der antifaschistischen oder autonomen Linken aktiv. Diese jungen Aktivisten beziehen sich gerne auf gewisse Produktionsherde des – ausgesprochen weitschweifigen – antideutschen Denkens. Man zählt ungefähr ein halbes Dutzend Publikationen, die von Repräsentanten diverser linksradikalen Bewegungen, v.a. ehemaligen Maoisten und Autonomen, gegründet worden sind. Das ehemalige Aushängeschild der westdeutschen Neuen Linken, das Hamburger Magazin Konkret, wo Ulrike Meinhof vor ihrem Beitritt zur Roten Armee Fraktion Chefredakteurin war, war einer dieser antideutschen Herde bis zum Beginn der 2000er Jahre. Der Verlag Ça ira, 1985 von der Initiative Sozialistisches Forum in Freiburg gegründet, ist der theoretischste davon. In der Tradition der Kritischen Theorie stehend ist dieser Verlag spezialisiert in der Edition von Werken, die den Marxismus neu interpretieren.

Diese verschiedenen antideutschen Publikationsplattformen zeigen schon klar die Vielförmigkeit des Phänomens, welches die prinzipiellen Hinterlassenschaften der Neuen Linken vermischt. Doch es handelt sich um ein noch viel breiteres nebulöses Gebilde, welches über ihre direkten Verteidiger einerseits und andererseits über die unangenehmen Extravaganzen hinaus geht, welche sie bekannt gemacht haben und deren einzig provokative Dimension die Frucht substanzielleren Nachdenkens verdeckt. Die antideutsche Linke stellt seit 1990 folgende Frage: Wie kann das Nachdenken über die Shoa in einen Diskurs und eine politische Praxis der Emanzipation integriert werden?

Angesichts der Wiedervereinigung: Nie wieder Deutschland! […]

Mit dem Golfkrieg 1991 exportierte das antideutsche Phänomen seine vom Nationalsozialismus geprägten Problematiken und Interpretationen. Gleichzeitig zu den massiven pazifistischen Demonstrationen in Deutschland rief das Magazin Konkret zu einem Atombombenabwurf auf Bagdad auf mit dem Argument, dass der Irak die Sicherheit Israels bedrohe. Der Chefredakteur des Magazins zog Parallelen zwischen der Intervention im Irak und der Befreiung Deutschlands durch die Alliierten. Andere verurteilten den „Appeasement“-Pazifismus der deutschen Bevölkerung und die Auswüchse eines antiamerikanischen „Opfernationalismus’“, der nicht frei von antisemitischen Untertönen sei. Trotz diesen heftigen Kritiken der pazifistischen Bewegung bestätigten diese ersten antideutschen Akteure häufig ihre kommunistische Identität und die Debatten, die sie in der linksradikalen Szene auslösten, bestätigten, dass sie zu ihr gehörten. Über die Notwendigkeit, die pazifistischen, antiimperialistischen und antizionistischen Paradigmen von ihrer reaktionären und antisemitischen Komponente zu „säubern“, waren übrigens viele Akteure in der Szene einverstanden.

Der Faden dieser Kritik einer Position des „Opfers“, das zwangsweise „Sündenböcke“ sucht, findet man bei vielen Vorgängern des antideutschen Denkens. Der Historiker Eike Geisel und der Philosoph und Überlebende von Auschwitz Jean Améry hatten schon seit 1960 auf die Probleme aufmerksam gemacht, welche der Antifaschismus und der Antizionismus der Neuen Linken in der BRD aufwarfen, genauso wie der Antiimperialismus der Stadtguerilla-Gruppen. Einerseits stellen diese Paradigmen die Einzigartigkeit des Nationalsozialismus’ in Abrede oder banalisieren ihn, indem sie unter dem gleichen Wort „Faschismus“den westdeutschen Staat, die imperialistischen Staaten oder Israel zusammenfassen. Andererseits, durch die Begnadigung dank der Identifikation mit den Opfern, erlaubten diese Paradigmen, auf jegliches Nachdenken über die Einzigartigkeit der Zugehörigkeit zur Nation der „Täter“ zu verzichten.

Postone und der moderne Antisemitismus

Im Bereich der Säuberung des antikapitalistischen Paradigmas sind die Analysen vom amerikanischen marxistischen Politologen Moishe Postone, die es mit einer Form des sekundären Antisemitismus’ in Verbindung bringen, die wesentliche Referenz des „härtesten Kerns“ der antideutschen Linken geworden. In seinem Text Anti-Semitism and National Socialism erklärt Postone den modernen oder sekundären Antisemitismus abgeleitet von seiner Marxlektüre. Die antideutschen Aktivisten absorbieren davon den doppelten Charakter der Ware im kollektiven Bewusstsein: Gebrauchswert und Tauschwert. Ersterer sei „konkret“ und „natürlich“, eingeschrieben in der „organischen“ Einheit der „Gemeinschaft“, des „Volks“ oder der „Rasse“ und dadurch gestärkt. Während der abstrakte Teil des Kapitalismus im Finanzkapital verkörpert sei, mit welchem, erklärt Postone, Werte wie „Ausbeutung“, „Monopole“, „Banken“, der „böse Kapitalist, der die Fäden zieht“ verbunden werden. Der moderne Antisemitismus gründe auf der Suche nach „Sündenböcken“ in der, allerdings anonymen, kapitalistischen Maschine durch einen Mechanismus der Personifizierung des abstrakten Kapitals. Diese Abstraktion kann entweder im „Juden“, oder im internationalen Judentum, verkörpert sein, oder in einem Unternehmen, Microsoft zum Beispiel, oder in einem Land, zum Beispiel den USA. Postone analysiert Auschwitz als „Wertvernichtungsfabrik“, d.h. Vernichtung der Personifizierung des Abstrakten: des Juden. Diese Analyse des Antikapitalismus’ als eine Form sekundären Antisemitismus’ – eine Analyse, die jegliche soziale Dimension der Widersprüche einer Gesellschaft vergisst – ist seitdem zu einem der wesentlichen Elemente der antideutschen Linken geworden. Gemäss dieser Analyse ist die Verurteilung der Banken gleichzusetzen mit der Unterscheidung zwischen industriellem und produktivem Kapital einerseits und Finanzkapital andererseits, das wie ein Parasit auf dem Rücken der Arbeiter und von den Zinsen des Kapitals lebt: Dies bedeutet, gemäss ihnen, zu vergessen, dass der Kapitalismus ein Ganzes ist und das eine nicht ohne das andere existiert.

„Fanta statt Fatwa“

„Fanta statt Fatwa“ war der Titel der Berliner Wochenzeitung Jungle World im Oktober 2001, in der gleichen Nummer wurden die Attentate des 11. Septembers 2001 als „schlimmste antisemitische Anschläge seit der Shoa“ bezeichnet. Seitdem ist die Kritik des sekundären Antisemitismus’ von einer offenkundigen Islamophobie begleitet und einem Anstieg der Amerikanophilie im „harten Kern“ der antideutschen Aktivisten. Die Kohärenz ihrer Analyse muss wahrscheinlich in einer Art Teleologie der Aufklärung gesucht werden, die abgeschlossen würde durch … den Kommunismus. In dieser Logik seien die liberalen Demokratien – zuvorderst die USA, doch Deutschland ausgenommen, denn dessen konsubstantieller Sonderweg versperre den Fortschritt der Zivilisation – weiter fortgeschritten auf dem Weg zum Kommunismus als die „islamischen Theokratien“ und jeder antikapitalistische oder antiimperialistische Diskurs, der diese Tatsache missachtet, sei „regressiv“. Dies zeigen nicht zuletzt ihre Positionsbezüge für die USA in den jüngsten Kriegen gegen den Irak und Afghanistan. Es ist, als ob eine Rhetorik des Fortschritts nunmehr als Ersatz dient für eine Rhetorik der Emanzipation, als ob der selbstgefällige Diskurs des Westens über sich selbst in ihrem Diskurs an die Stelle der regressiven Schemen des Antikapitalismus’, des Antiimperialismus’ und des Antizionismus der radikalen Linken getreten ist. Denn diese radikale Linke wendet sich dermassen gegen sich selbst, dass man versucht ist, das antideutsche Phänomen als Autoimmunkrankheit der deutschen radikalen Linken zu interpretieren. […]

Seit 2008 importiert ein antideutscher Arbeitskreis in der Jugendfraktion der Linkspartei, der BAK Shalom, mit grossem Erfolg Debatten, die ihrer Vorgängerin, der PDS, komplett fremd waren. Ein wahrer Kampf um Einfluss findet seither in der Parteijugend statt, v.a. mit der trotzkistischen Plattform Marx 21, deren Positionen eher klassisch antiimperialistisch und altermondialistisch sind. BAK Shalom scheint sich also als Beschützer gegenüber den Auswüchsen von Antiimperialismus, Altermondialismus und Antizionismus der Partei instituieren zu wollen und hat es vor kurzem geschafft, mehrere der Parteiführer, die traditionell der palästinensischen Sache verpflichtet sind, zu zwingen, ihre beständige Unterstützung des Staates Israel lauthals zu beteuern. Trotz grossem Widerstand innerhalb der Partei hat scheinbar der Zwang obsiegt, antideutscher Kritik einen Platz zu geben: Dies lässt einem glauben, dass die Achtbarkeit einer Linkspartei auf der anderen Seite des Rheins zwingend eine klare Verurteilung des linken Antisemitismus’ und eine beständige Unterstützung Israels voraussetzt.

Viele linksradikale Aktivisten, die in den 1990er und 2000er Jahren politisiert worden sind, erlebten das antideutsche Phänomen als obligatorische Etappe. Sie waren vermutlich anfällig für die eigentlich antideutsche Dimension – gerichtet v.a. gegen die deutsche Aussenpolitik, aber auch gegen die staatliche Toleranz gegenüber rassistischer Gewalt in den 1990er Jahren – sowie auch für die Schutzfunktion des antideutschen Phänomens gegenüber möglichen Auswüchsen der linksradikalen Paradigmen: Antizionismus, Antiimperialismus oder Antikapitalismus.

Ein wirrer, aber trotzdem wichtiger Text. Denn er stellt einen engen Zusammenhang her zwischen

  • der Linken,
  • einem Kampf gegen Antisemitismus und Kritik an Israel,
  • einem Kampf gegen Antiimperialismus und Kritik an den USA.

Anders gesagt: Sie rühren Kapitalismus, Nationalsozialismus, Antisemitismus, Antiamerikanismus zu einem Brei zusammen und basteln sich daraus ein Feindbild.

Zur Bestätigung noch den dritten Komplex aus Webseiten:

Schaut mal auf http://bak-shalom.de/: Titel „Plattform gegen Antisemitismus, Antizionismus, Antiamerikanismus und regressiven Antikapitalismus innerhalb der linksjugend [‘solid]”

Lasst Euch das mal auf der Zunge zergehen: Eine Linke, die gegen Antikapitalismus ist. Und gegen Antiamerikanismus.

Text auf der Seite:

Gegen die regressive Revolte – Für eine universelle Kritik am Antisemitismus in Zeiten von PEGIDA, IS-Dschihadismus und AfD

Gegen die regressive Revolte – Für eine universelle Kritik am Antisemitismus in Zeiten von PEGIDA, IS-Dschihadismus und AfD

Das Hervortreten von der AfD und PEGIDA in Zeiten der ökonomischen und politischen Krise der Europäischen Union beim gleichzeitigen staatlichen Zerfall des Nahen Ostens und den damit verbundenen Flüchtingsbewegungen hat zu einem völkisch-nationalistisches Bündnis aus Funktionselite und Mob geführt, das seit 1945 wie keine andere deutschnationale Bewegung die völkisch-nationalen Ressentiments innerhalb der Gesellschaft zu mobilisieren vermag. Durch die Selbstcharakterisierung der AfD als Sammelbecken enttäuschter Bürger und der Wahl einer harmlosen Protestform als Abendspaziergang von PEGIDA gelingt beiden Gruppierungen zunehmend der Übergang in den politischen Mainstream. Die besondere Gefahr besteht nicht nur in den hohen Wahlerfolgen für die AfD. Als weitaus gefährlicher stellt sich der womöglich langfristige Gewinn der Deutungshoheit über die mit der Einwanderung von Menschen aus dem Nahen Osten nach Europa verbundenen Themen, zu denen leider auch die reale Gefahr des dschihadistischen Antisemitismus gehört. Gesellschaftlicher Widerspruch zu AfD und PEGIDA setzt jedoch zunächst ein grundlegendes Verständnis über deren ideologische Verortung voraus. Für die Mitglieder des Bundesarbeitskreis (BAK) Shalom ist es daher ein wichtiges Anliegen, die Ideologie von PEGIDA und AfD skizzenhaft anhand einer antisemitismuskritischen Perspektive zu rekonstruieren.

AfD, PEGIDA, Putin und Orbán: Internationale Allianzen des reaktionären Konservatismus

Das Ziel von AfD und PEGIDA ist eine konservative Revolution, welche die prekären und ohnehin nur halb verwirklichten Errungenschaften einer aufgeklärten Gesellschaft, wie universelle Menschenrechte und individuelle Selbstverwirklichung eines jeden Menschen unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe oder Religion, unter der Ägide eines völkischen Kollektivismus zunichtemacht. AfD und PEGIDA verstehen sich als die Speerspitze einer gegen die Neue Linke, den Liberalismus und die Individualisierung von Gesellschaft gerichteten reaktionären konservativen Bewegung. Obwohl sich sowohl PEGIDA als auch die AfD als Sammlungsbewegungen von Neonazis, Rechtspopulisten, Deutschnationalen und Erzkonservativen zusammensetzen, besteht ihr ideologischer Kern in einem Demokratieverständnis, das in Regierenden und Regierten eine auf der Ethnie beruhenden Einheit finden soll, wodurch alle als undeutsch Verstandenen ausgeschlossen und als Feind markiert werden. […]

Für eine universale Kritik des Antisemitismus unabhängig von Ethnie und Religion

Zwar haben die antisemitisch motivierten Terroranschläge des IS in Paris und Brüssel zur weiteren Mobilisierung von PEGIDA und der AfD beigetragen und vorgeblich das Bild einer islamistischen Gefahr für Europa gestärkt, letztendlich sind aber beide Seiten – Islamismus und völkischer Nationalismus – Brüder im Geiste, ist ihnen doch ihr autoritäres und gegenaufklärerisches Weltbild gemeinsam, das auf die Ausscheidung alles Heterogenen zielt. Aus emanzipatorischer Perspektive gilt es daher den Antisemitismus sowohl in seiner völkisch-nationalistischen Ausprägung von PEGIDA als auch in seiner dschihadistischen Ausprägung des IS als global-gesellschaftliche Phänomene zu begreifen, deren unterschiedliche Varianten lediglich aufgrund der spezifischen gesellschaftlichen Konstellationen vortreten. Dies verlangt geradezu danach, die verschiedenen politisch-kulturellen Hintergründe des völkisch-nationalistischen sowie des dschihadistischen Antisemitismus zu bedenken, stellt aber keinen Abbruch eines Anspruchs auf die universelle Notwendigkeit einer Kritik des Antisemitismus dar. Für eine emanzipatorische Linke heißt dies, eine kompromisslose Kritik sowohl am dschihadistischen als auch am völkisch-nationalistischen Antisemitismus zu üben und dabei die von ihm ausgehende reale gesellschaftliche Bedrohung für Juden mitzubedenken ohne dabei eines der beiden Phänomene zu relativieren.

Na, wisst Ihr jetzt, wo das „völkische” Geschwafel von Anne Helm herkommt und warum die das sieht, wo es gar nicht steht?

Legen wir noch nach. Hier schreiben sie:

Anmerkungen zum Antiamerikanismus

Die Feindschaft gegen Amerika hat in Europa eine lange Tradition. Die Klage über die Kulturlosigkeit und den allgegenwärtigen Materialismus zieht sich durch die europäische Geschichte und in unterschiedlichen Formen durch das gesamte politische Spektrum.

In der Linken findet sich der Vorwurf, Amerika sei eine durch und durch kriegerische Nation, die der ganzen Welt ihren Lebensstil aufzwingen wolle. Das Problem dieser Sichtweise ist, dass sie ihre Wurzeln in der Ideologie des Antiimperialismus hat, die veraltet ist und die komplexen geopolitischen Verhältnisse nicht nur nicht begreift, sondern die Welt in Gut und Böse einteilt, um sich dann auf die Seite der vermeintlich Unterdrückten zu stellen. Somit kann der Glaube der eigenen moralischen Überlegenheit gepflegt werden. […]

Die Kritik an Amerika ist antiamerikanisch, 1.) wenn sie dämonisiert, d.h. wenn Amerika mit Nazideutschland in Verbindung gebracht oder George W. Bush mit Hitler gleichgesetzt wird.
2.) wenn sie delegitimiert, d.h. wenn die bloße Existenz Amerikas als Übel betrachtet und Amerika als das Weltübel an sich gesehen wird.
3.) wenn sie Amerika mit doppelten Standards misst. So richtig eine Kritik an den Folterungen durch amerikanische Soldaten in Abu Ghraib ist, so heuchlerisch wird sie doch, wenn nicht die Zustände in demselben Gefängnis unter Saddam Hussein benannt werden. Die Mehrheit der Friedensbewegung schwieg über die Folterkeller im Irak unter der Baath-Diktatur.

Eine ernsthafte Beschäftigung mit Antiamerikanismus ist Teil der Erneuerung einer linken Gesellschaftskritik. Die Linke muss sich von obsoleten Dogmen verabschieden und die fundamentalen Veränderungen zur Kenntnis nehmen, die sich vollzogen haben. In großen Teilen der außerparlamentarischen Linken ist diese Diskussion seit längerem im Gange. Innerhalb der Partei DIE LINKE hat sie erst vor kurzem begonnen. Trotz vieler Widerstände, die von Beschimpfungen bis hin zur Abschottung gegen jegliche Debatte reichen, ist sie alternativlos. Unter anderem daran wird sich entscheiden, ob DIE LINKE. in der Lage sein wird, eine Gesellschaftsanalyse auf der Höhe der Zeit zu liefern.

Boah. Da werden Antisemitismus und Antiamerikanismus sehr fest verkittet und das ganze auf diesen Konflikt heruntergebrochen.

Wisst Ihr, was das heißt?

Es heißt, dass ich in den letzten Jahren mit meinen Analysen und Blog-Artikeln gleich an zwei Stellen voll ins Schwarze getroffen habe:

  1. Eine meiner zentralen und in den letzten Jahren entwickelten Thesen ist, dass der Feminismus ein Auswuchs einer besessenen Nazi-Jagd ist, dieser ganze Genderismus eine brachiale Spätentnazifizierung ist. Und dass die amerikanische Politik das alles steuert.

    Voila. Hier habt Ihr’s.

    Lest Euch die Texte durch und da steht drin, dass es nichts anderes ist, als eine radikale gewaltsame Vertretung israelischer und amerikanischer Interessen.

    Israelisch der Kampf gegen Antisemitismus und die rasende Entnazifizierung. Amerikanisch die Wirtschaftsinteressen (TTIP…). Politisch beider Interessen.

    Genau das habe ich in vielen Blog-Artikeln ge- und beschrieben, und genau das sind die Punkte, in denen mich Anne Helm hier gerade versucht, lächerlich zu machen und als Nazi hinzustellen – also selbst mittels Verleumdung und Lüge in ihr antrainiertes Feindbild einzuordnen. Sie hat ja nur das eine.

    In den Texten steht es wörtlich drin, dass es hier um das auch gewaltsame Durchsetzen israelischer und amerikanischer Positionen geht.

  2. Mein andere – ältere – These ist, dass die Piraten, die ursprünglich mal als intelligente berufserfahrene Protestbürger angefangen haben, systematisch von Radikalfeministen unterwandert und von innen heraus in kürzester Zeit sabotiert und zerstört wurden. Und dass diese Sabotage von den USA aus gesteuert wird.

    Lest die Texte und da steht es.

    Sie stellen sich massiv gegen eine „Antikapitalistische” und „Antiamerikanistische” Linke und betrachten die als Gegner und Angriffsziel. Kurioserweise identifizieren sie sie sogar mit den Nazis, indem sie Judenvernichtung in Kapitalvernichtung übersetzen.

    Antiamerikanismus zu bekämpfen ist das Ziel, Antisemitismus zu bekämpfen das ideologische Vehikel.

    Und diese Texte verstehe ich so, dass die da wirklich eine linke Partei nach der anderen unterwandern und erledigen. Erst die Piraten, und jetzt dann die LINKE. Lässt die Frage aufkommen, ob der feministische Niedergang der SPD und der Gender-Schwachsinn der Grünen nicht auch darauf zurückzuführen ist.

    Interessant ist dabei vor allem der geistige Purzelbaum, den sie dafür schlagen: Islam ist böse, Islam ist Nazi. Deshalb sind Normal-Linke auch Nazi.

    Wirft natürlich die Frage auf, warum sie dann auch rechte Parteien wie die AfD angreifen. Die linken greifen sie im amerikanischen Interesse an, die rechten im israelischen.

Ich würde sagen: Doppelvolltreffer.

Und deshalb fangen die jetzt mit Diffamierungskampagnen an.

Wisst Ihr, was mir noch fehlt? Der dritte Volltreffer zum Hattrick.

Und der ist vielleicht gar nicht fern. Denn als eine zentrale Figur darin betrachte ich ja die Verfassungsrichterin Susanne Baer. Die Feministin mit der amerikanischen Ausbildung und Gastprofessur, dem jüdischen Nachnamen und dem Bruder, der über Holocaust schreibt. Und die eine zentrale Figur dieses staatssabotierenden Feminismus ist.

Jahrelang konnte ich schreiben was ich will und wurde von allen, insbesondere Linken und Feministen, praktisch völlig ignoriert, totgeschwiegen. Viele fragten mich, ob ich nicht ständig angegriffen, attackiert würde, wie ich das aushielte. Nöh, gar nicht. Ich wurde nicht angegriffen. Überhaupt nicht.

Aber just, als ich um den Schwindel der Wahl Baers zur Verfassungsrichterin nochmal verstärkt nachbohre, da wandere ich plötzlich auf die Feindesliste.

Was meint Ihr?