Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Deutschland, Israel, Namibia, Dänemark, Nicaragua

Hadmut
19.11.2015 22:56

Eben kam im ZDF heute journal ein Beitrag über Israel,

in dem sie darüber berichteten, wie intensiv dort die Computer-Ausbildung ist. Die Kindern lernen schon programmieren, bevor sie lesen und schreiben können. Und deshalb steht Israel im internationalen Vergleich der Computerkenntnisse auch vor Deutschland. Sie wollen dort Informatik zum Zwangsfach machen.

Das ist ein zentraler Unterschied:

In Israel muss jeder Informatik lernen, damit jeder Informatik betreiben kann.

In Deutschland werden die Anforderungen auf Null gesetzt und Quoten eingeführt, damit sich auch die in der Informatik herumtreiben können, die Informatik nicht können und nie ernstlich gelernt haben. Und dann wundert man sich darüber, dass wir abgehängt werden.

In Israel wird man schlau, indem man lernt. In Deutschland wird man schlau, indem man anderen verbietet, einen dumm zu nennen.

Das bildet einen seltsamen Zusammenhang zum Thema Bildung mit der Sichtweise Österreichs auf Dänemark und Namibia.

Ein Leser weist mich nämlich auf diesen Artikel hin, wonach man sich in Österreich – natürlich mit dem Ziel, noch stärkerer, immer unverschämterer Frauenförderung – darüber beklagt, dass im Gender Gap Report selbst Nicaragua und die Philipinnen vor Österreich lägen. Man fordert aber nicht etwa von Frauen, sich in der Bildung mehr Mühe zu geben (neulich fanden sie ja die Ursache dafür), sondern ebenfalls Quoten, also nicht etwa Leistung, sondern völlige Anspruchs- und Anforderungslosigkeit.

Beachtlicherweise geben sie keine Quelle für den Report an, die wurde in einem der Kommentare nachgetragen. Dort nämlich finden sich schräge Dinge. Man sehe in Tabelle 4 die rechte Hälfte. Da geht’s nämlich um Bildungsleistung. Aus irgendwelchen Gründen, die sich einem nicht so aufdrängen, geben sie den Bildungsindex mit einer Genauigkeit von 3 Stellen (0.000 bis 1.000) an, es gibt aber ganz viele Länder, die alle exakt 1.000 haben. Die ersten 25 Länder, die 1.000 haben, setzt man auf Platz 1.

Note: Countries highlighted in blue have reached parity on that subindex.

Alle anderen Länder, die auch exakt 1.000 haben, setzt man darunter. So landet Kuba auf Platz 26, die Russen auf 27, Kasachstan auf 28 und so weiter. Großbritannien auf 37. Obwohl die alle 1.000 haben. Irgendwie hat man die willkürlich geordnet und die ersten 25 auf Platz 1 gesetzt, die andern 1.000er auf Platz 26 folgende.

Und damit landen im Bildungsindex Australien, Österreich, Botswana, Lesotho, Dänemark, Namibia, Swaziland, alle auf dem gleichen ersten Platz. Als ich in Namibia war, habe ich dort festgestellt, dass es dort ziemlich viele Leute gibt, die gar nicht lesen, schreiben, rechnen können, nie in einer Schule waren, keine Vorstellung davon haben, wo Europa liegt und sich nicht vorstellen können, dass wir da mit den Autos nicht direkt aus Europa angefahren kamen, weil weit weg und Wasser dazwischen. Viele Leute wissen nicht mal, wie alt sie sind. Mädchen werden in vielen Gegenden nach Eintritt der Menstruation für ein paar Kühe und Schafe verkauft. Aber sie sind mit 1.000 auf einer Stufe mit Dänemark, nämlich dem ersten Platz, noch vor USA oder Großbritannien. Israel auf Platz 51. Deutschland mit 0.987 auf Platz 88.

Und mit solchen Statistiken belegen die den Gender Gap.

Je anspruchsloser das Land, je weniger gefordert wird, desto »gleicher« die Frauen und damit besser die feministische Bewertung. Feminismus will Dummheit als Einheitsmaßstab.