Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Die #PrayForParis-Heuchelei

Hadmut
15.11.2015 11:47

Mal zwei Sichtweisen, die von der Einheits-Mainstream-Meinung abweichen.

Man merkt ja gerade wieder, wie die Meinungen und Emotionen sofort politisch gesteuert und kanalisiert werden, und sich viele Leute bei den Medien emotionell und meinungsstrategisch bei den Hauptmedien einklinken und mitziehen lassen wie am Skischlepplift.

Zwei andere Sichtweisen könnte man dabei auch mal in seine Erwägungen einbeziehen.

Der hier fragt, von wem da eigentlich die Gewalt ausging und wer da die meisten Leute umbringt.

Und da wird über einen berichtet, der die Frage stellt, warum unser Mitleid, unser Mitgefühl, unsere Anteilnahme nur so selektiv und exklusiv vergeben wird, warum man um manche so bitterliche Tränen vergießt und einem andere so völlig egal sind. (Was man ja letztlich auch als eine Form von Rassismus und der Beimessung unterschiedlicher Wertigkeiten ansehen könnte.) Bestätigt wieder einmal, dass der ganze Trauer-, Beileids- und Mitleidsquatsch vor allem eins ist: Emotionale Selbstbefriedigung, Wichsen mal nicht unten, sondern oben am Belohnungszentrum im Hirn. Ach, was bin ich heute wieder sozial und mitfühlend. Aber ob man schon am Zustandekommen der Situation und damit an Toten Mitschuld hat, das fragt man natürlich nicht. Aber ne Trauerkerze gibt’s hinterher. Ich finde das auch immer so erstaunlich, wieviele Trauerkerzen, Teddies und so’n Kram die Leute spontan griffbereit haben. Manchmal habe ich den Eindruck, dass manche da stets eine Trauer- und Mitgefühlsausstattung auf Vorrat haben, damit sie sofort losschlagen können, wenn was passiert. So eine Gelegenheit kann man sich ja nicht entgehen lassen. Zwei Tage später räumt die Berliner Stadtreinigung das Mitgefühl wieder weg.

Ich würde dem aus meiner Sicht noch hinzufügen, dass diejenigen, die sich über „Allahu Akbar!” aufregen, dann aber selbst mit #PrayForParis daherkommen, einen zentralen Punkt des Problems nicht verstanden haben.

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir mit unserer strategischen Navigation charakterlich und intellektuell überfordert sind und uns deshalb in eine Sackgasse gefahren haben, aus der wir nicht mehr herausfinden.