Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Die Programmiersprache Go unter feministischem Einfluss

Hadmut
5.11.2015 22:33

Da geht’s gerade rund. Die Programmiersprache Go ist damit aus Sicherheitsgründen nicht mehr akzeptabel. Update

Auf dem Markt der unendlich vielen Programmiersprachen, die wie Moden kommen und gehen, leuchten gerade Go und Rust als neue Sterne am Himmel. Was mich nicht so vom Hocker haut, ich bin von beiden nicht so begeistert, habe sie mir aber auch nicht vertieft angesehen (und sehe bei Rust ein paar interessante Ideen). Bei beiden erscheint mir die (für mich und meines Erachtens wichtige) Objektorientierung unterentwickelt, so eine Art poor man’s object orientation. Bei beiden gefällt mir die Syntax, das Sprachdesign nicht. Nur halte ich C und C++ wegen deren Sicherheitsproblemen auch für nicht mehr einsatztauglich. Und mit irgendwas muss man ja arbeiten.

Und wie das heute so üblich ist, baut sich da um die Programmiersprachen eine Community auf.

Mir gruselt es vor Communities.

Ich finde Communities grausig, weil da immer so eine Stammtisch- und Kegelclub-Atmosphäre herrscht, in der irgendwelche meinen, sie müssten als die Obermacker darüber bestimmen, wie andere zu kommunizieren haben, und da ihre Macht ausüben wollen, um rauszuekeln, wer ihnen nicht passt.

Wir mir nun berichtet wurde, findet genau das gerade in der Go-Community statt, indem man da den üblichen feministischen Schmonzes durchdrücken will. Einige der Maintainer versuchen da gerade, einen „Code of Conduct” durchzudrücken, der sich – wie so oft – auf einen ersten, schlampigen Blick nett liest, aber mit feministischen Kampfmethoden untersetzt ist. Man kann das in dem Vorschlag und dem Text nachlesen.

This proposal provides a Code of Conduct for the Go community. The code is to be enforced in all project-operated spaces (the GitHub project, mailing lists, IRC, etc). Other Go-related spaces (forums, events, etc) are encouraged to adopt the code as well. […]

Online communities include people from many different backgrounds. The first goal of the Code of Conduct (CoC) is to specify a baseline of common courtesy so that people with different social mores and communication styles can communicate with each other effectively, productively, and respectfully.

Another goal of the CoC is to make our community welcoming to people from different backgrounds. Diversity is critical to the project; for Go to become a success, it needs contributors and users from all backgrounds. (See Go, Open Source, Community.)

To be explicit: the Go contributors are committed to providing a friendly, safe and welcoming environment for all, regardless of gender, sexual orientation, disability, ethnicity, religion, or similar personal characteristic. […]

Vieles liest sich durchaus vergleichbar mit der Kommentar-Policy meines Blogs, aber da sind dann auch solche Hämmer drin:

Avoid destructive behavior, for example:

  • Snarking (pithy, unproductive, sniping comments)
  • Derailing (try to stay on topic; if you want to talk about something else, start a new conversation)
  • Unconstructive criticism (don’t merely decry the current state of affairs; offer suggestions as to how things may be improved)
  • Insulting, demeaning, hateful, oppressive, exclusionary, or otherwise hurtful remarks.
  • Romantic or sexual commentary, remarks, or questions.
  • Harassment (either in public or private; if someone asks you to stop speaking to/at them, you must stop immediately)
  • Flirting with offensive or sensitive issues, particularly if they’re off-topic; this all too often leads to unnecessary conflict.
  • “Microaggressions,” the small, subtle, often subconscious actions that marginalize people in oppressed groups.

Und dazu sollte man eben wissen, dass „Microaggressions” und „Harassment” feministische Kampfbegriffe sind, die bei Bedarf gegen alles und jedes eingesetzt werden.

Hochgefährlich ist aber auch das „Unconstructive criticism”, weil dadurch Kritik, Fehlermeldungen usw. nur noch gemeldet werden dürfen, wenn man den Bugfix gleich mitliefert. Da besteht die massive Gefahr, dass Sicherheitslücken usw. nicht mehr gemeldet werden.

Und wenn man dagegen verstößt, wird man einem Tribunal aus 8 selbsternannten Leuten gemeldet, die dann über die Bestrafung entscheiden:

  • Nothing.
  • A request for a private or public apology.
  • A private reprimand from the working group to the individual(s) involved.
  • A public reprimand.
  • An imposed vacation (for instance, asking someone to “take a week off” from a mailing list or IRC).
  • A permanent or temporary ban from some or all Go spaces (mailing lists, IRC, etc.)
  • /ul>

Naja, könnte man nun sagen, ich habe hier ja auch mit der in letzter Zeit gesunkenen Qualität der Kommentarbeiträge gehadert und diese schließlich abgedreht, denen wird’s da nicht anders gehen. Die Wortwahl ist aber verräterisch.

Und aus dem GoBridge Online Code of Conduct:

Unacceptable behavior

The following behaviors are considered unacceptable within our community:

  • Violence, threats of violence or violent language directed against another person.
  • Sexist, racist, homophobic, transphobic, ableist or otherwise discriminatory jokes and language.
  • Demeaning language, personal and ad hominem attacks on other persons, whether they are a member of the Go community or external to it.
  • Posting or displaying sexually explicit or violent material.
  • Posting or threatening to post other people’s personally identifying information (“doxing”).
  • Personal insults, particularly those related to gender, sexual orientation, race, religion, age, or disability.
  • Publicly shaming or “calling out” individuals
  • Unwelcome sexual attention. This includes, but is not limited to, sexualized comments or jokes.
  • Deliberate intimidation, stalking or following (online or in person).
  • Advocating for, or encouraging, any of the above behavior.

Liest sich auch auf den ersten Blick alles als erstrebenswert, aber wenn man weiß, wie die das auslegen, dann ist da nahezu alles verboten. Und man darf (letzter Punkt in der Liste) nicht mal jemanden verteidigen, der beschuldigt wird.

Dabei dürfte ich das hier gar nicht berichten, denn dieser Code of Conduct darf eigentlich gar nicht in der Öffentlichkeit auftauchen, sondern nur in den Privatmails eines kleinen Zirkels. Das heißt, dass man vorher gar nicht weiß, wogegen man nicht verstoßen darf. Dass das an die Öffentlichkeit kommt, gilt dort als Vergehen, ich könnte dafür jetzt hier aber von der Mitwirkung an der Sprache Go ausgeschlossen werden (hatte ich eh nicht vor und jetzt ganz sicher nicht mehr).

Wie sich das dann in der Realität auswirkt, hat sich angeblich schon an der Go-Konferenz, der Gophercon, gezeigt. Angeblich (ich habe die Quelle nicht gesehen, weil nicht mehr online) soll der Call-for-Papers mit Gender-Phrasen gespickt gewesen sein, und habe den Hinweis enthalten, dass bei „gleicher” Qualität der Einreichungen nach Geschlecht und Hautfarbe entschieden wird.

Das soll dazu geführt haben, dass solche Quotenfrauen Vorträge wie „Wie ich als Laie Go in fünf Wochen lernte” (Lebensgeschichte einer Juristin) halten durften, während anspruchsvolle technische Beiträge abgelehnt wurden, weil sie von weißen Männern kamen.

Das heißt, dass die Entwicklung von Go nicht nur qualitativ gekappt und gedeckelt wurde, sondern auch, dass Sicherheitsprobleme und Lücken im Zweifel übergangen und ignoriert bzw. gar nicht erst berichtet werden. Und wie mir berichtet wurde, springen dort gerade die ersten Developer und Profis ab.

Das ist ein ernstes Qualitäts- und Sicherheitsproblem.

Update: Ich habe noch weitere Informationen dazu reinbekommen. Sie kündigen auf den Go-Konferenzen die ausgewählten Sprecher in drei Runden an, womit jeder, der ein bisschen Licht in der Birne hat, sofort erkennen kann, wer Guru, wer Experte und wer Quotenjockey ist (wer also quasi nur per Geburtsrecht dort auftritt). Auf der Ankündigung zu Sprechern der dritten Art findet sich dazu folgendes Statement des Organisators Dave Cheney:

Diversity

I asked to take charge of organising the speaking program because I want GopherCon to be the best conference possible. The bar was set pretty high last year from the quality of the presentations, the organisation, and the atmosphere of the conference overall. It is very important for the organisers, and the audience, that this year continues our track record of success.

More importantly to me is the knowledge that every speaker on the programme will have the opportunity to speak in front of the largest group of Go developers in the world. It is crucial to me that every speaker give a presentation that they are proud of so that they will continue to speak at future events.

To help speakers prepare for their presentations we will be offering the skills of experienced speakers who can assist in talk planning, feedback, and coaching.

GopherCon does not have a quota for minority speakers. Each speaker chosen for this year’s programme was done so on the merit of his or her proposal. But to be clear, when considering proposals of equal merit it was my policy that women, people of colour, and other underrepresented minorities, were given priority over white men.

Er sagt also in aller Deutlichkeit, dass sie letztes Jahr eine Konferenz von sehr hoher Qualität hatten, ihm für dieses Jahr aber wichtiger war, dass jeder das Recht hatte, da zu sprechen. Dass sie also bewusst Diversity der Qualität vorziehen (womit er nebenbei sagt, dass Frauen, Farbige, Behinderte,… qualitativ nicht mithalten könnten – solche Statements sollte man mal festhalten, wenn man fragt, wer da eigentlich diskriminierend ist). Er sagt auch, dass sie keine Quote für „Minderheiten” haben (ich habe nie verstanden, warum man Frauen eigentlich als „Minderheiten” ansieht, auch wer Asiaten, Farbige usw. mal planetenmäßig durchzählt, wird schnell feststellen, dass sie eine Mehrheit sind).

Das heißt also, dass das von einer qualitativ orientierten Konferenz in eine Art politischem Jahrmarkt verwandelt wird, in ein Forum, in dem jede Gruppe irgendwie vertreten ist.

Vom selben Dave Cheney gibt es auf seiner eigenen Home-Page dazu ein ziemlich deftiges Statement.

Der Mann ist Australier. Was – ich habe das schön öfters beobachtet und erwähnt – wiederum darauf hindeutet, dass Australien gerade völlig in feministischer Ideologie absäuft und das hier ein zentraler Ausgangspunkt ist.

Fragt sich, wie solche Leute so viel Einfluss auf so etwas bekommen können.