Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Die Prinzessin auf der Erbse ist über mein Blog nicht erfreut

Hadmut
22.10.2015 19:01

Gute Nachrichten: Mein Google-Score scheint noch gut zu sein.

Ich habe ja nun schon den einen oder anderen kritischen – naja, und im Stil meines Blogs formulierten – Artikel darüber geschrieben, dass man Professuren mit Gewalt mit Frauen besetzen will und soll, und das auch dann, wenn man nicht einmal gleichwertige Bewerberinnen hat, viel zu wenige oder auch gar keine. Man weicht plötzlich das Prinzip auf, dass man sich um eine Stelle bewerben soll, und fängt an, nach Kandidatinnen zu suchen. Und da man schlecht mit allen Mitteln nach Frauen suchen, sie dann aber im Auswahlverfahren wieder rauswerfen kann, werden einfach die Anforderungen und Maßstäbe bis auf Null heruntergefahren. Und es ist ja ein zentraler Dreh- und Angelpunkt meiner Arbeit, dass man dazu auch Prüfungs- und Verfassungsrecht sabotiert und bricht, um an Frauen einfach viel niedrigere bis gar keine Anforderungen mehr zu stellen und ihnen Professuren geradezu hinterherzuwerfen. An Männer stellt man mitunter die Anforderungen, schon bei der Promotion mehrere Leistungen auf internationalem Weltniveau vorzulegen, Frauen müssen heutzutage dagegen gar nichts können, da nimmt man oft einfach jede. Weil der politische Druck so hoch ist und weil die finanzielle Abhängigkeit der Universitäten so hart ist, dass von der Erfüllung der Frauenquote finanziell mehr abhängt, als die jeweilige Professur kostet. Und da die Universitäten auf politischen Druck eben mehr Stellen besetzen müssen, als überhaupt Bewerberinnen da sind, suchen die krampfhaft und stellen alles ein, was nach Frau aussieht, notfalls die Putzfrau. Da gibt es inzwischen den kompletten Karrieredurchmarsch von der Oberstufe bis zur Professur, einfach durchmarschieren.

Das hatte ich in mehreren Artikeln gerügt.

In einem Artikel, nach Blog-Maßstäben schon uralt und längst vergessen, tauchen Name und E-Mail-Adresse einer Professorin auf. Aber nicht etwa, weil sich der Artikel auf diese Frau bezöge, es geht gar nicht um sie. Sondern weil ich zum Beleg meines Artikels aus einer Korrespondenz zur Suche nach Kandidatinnen zitiert hatte, und diese Professorin in dieser Korrespondenz mit auftaucht. Und diesen Blogartikel hatte ich damals auch, wie es so mein Stil ist, mit einem aussagekräftigen Titel versehen.

Heute erhielt ich eine E-Mail dieser Professorin. Eine junge Professorin aus einem interdisziplinären Ablegerbereich der Informatik, so ein typisches Fach, das unbedingt „Informatik” im Namen haben will, aber von Informatikern nicht so wirklich ernst genommen wird, weil vom Niveau her… Hat aber bekanntlich einen deutlich höheren Frauenanteil als richtige Informatik. Sie will, dass ich sie aus diesem alten Blog-Artikel entferne:

Sehr geehrter Herr Danisch,

Könnten Sie bitte sowohl meinen Namen als auch Email-Adresse aus Ihrem folgenden Blog-Eintrag entfernen:

https://www.danisch.de/blog/20…

Als Informatiker sollten Sie eigentlich wissen, das unverschlüsselte Email-Adressen auf Web-Seiten eine Einladung für Spam sind. Zudem bin ich nicht erfreut darüber, dass einer der ersten Treffer zu meinem Namen den Titel hat “[…]”.

Mit freundlichen Grüßen,
[…]


Prof. Dr. […]

Ouuuh. The Queen is not amused.

Also mich haben ja schon öfters Leute gebeten, ihren Namen zu entfernen. Aus diversen Gründen. In der Mehrzahl der Fälle komme ich dem nach. Aber nicht in allen. Neulich meldete sich mal ein Mann bei mir, der mir plausibel eine Gefährdungslage für seine Tochter darlegen konnte, deren Name im Blog auftauchte und Google-eindeutig war. Das habe ich selbstverständlich sofort entfernt.

Wenn da aber so ne junge Nudel daherkommt und eine Mail, in der sie etwas von mir will, mit „Als Informatiker sollten Sie eigentlich wissen…” eröffnet (und ich war ja ein paar Jahre ganz vorne an der Forschung zu E-Mail-Spam-Bekämpfung mit dabei, und glaube nicht, dass ich mir da noch Belehrungen anhören müsste), relativiert sich mein Wohlwollen schon deutlich. Vor allem, weil mir dieser Tonfall bekannt vorkommt, das hört sich stark nach der Rhetorik an, die in Feministischen Frauenseminaren als Kampfrhetorik gelehrt wird. Männer immer erst mal fachlich in Frage stellen und verunsichern. Funktioniert nur nicht, wenn man deren Maschen kennt. Auch weil ich mich mit der Universität, an der sie lehrt, schon befasst habe und weiß, dass es dort genau solche Rhetorikseminare nur für Frauen gibt.

Zumal ich es fachlich für Käse halte. Denn erstens halte ich diese Javascript-vernudelten E-Mail-Adressen für eine Unhöflichkeit. Ich mag den Scheiß nicht. Zweitens hilft’s nicht gegen Spammer, weil die sowas längst knacken können. Drittens haben die inzwischen längst andere Methoden als das Abscannen von Webseiten. Viertens betreibt die Humbug und Hokus Pokus, denn auf ihrer Professorinnenprofilseite schreibt sie ihre Mail-Adresse mit ” at ” statt “@”, was inzwischen so viele machen. Als ob Spammer so dämlich wären, auf sowas reinzufallen. Regulärer Ausdruck matcht und fertig. Und fünftens, weil dieses Webseitengebimsel genau so eine urban legend blöder Abschreiber mit Kettenbrief-Mentalität ist, wie der auf so vielen Webseiten zu findende Quatsch, dass man sich per zentraler Erklärung von den Inhalten aller verlinkten Seiten distanzieren könnte. Alles solche kompetenzlosen Herdentrieb-Effekte.

Also schon mal unflätiger Tonfall, gemischt mit fachlich dubioser Aussage. Zumal sich die Frage stellt, was es jetzt noch ändern würde, wenn ich einen uralten Artikel noch ändere. Was sich heute halt alles so Professorin für Informatik nennen darf.

Richtig vorbei mit meinem Wohlwollen war es aber beim zweiten Punkt.

„Zudem bin ich nicht erfreut darüber…”

Ich glaub’, ich steh im Wald.

Führt sich auf, als wäre sie die Queen und ich ihr Untergebener. The Queen is not amused und so.

Ich habe mir deshalb mal angeschaut, worüber die sich eigentlich beschwert. Das ist alles ganz, ganz dünn. Die hält ein paar flache Einführungsvorlesungen für Anfänger, hat ein paar Beteiligungen an DFG-Projektchen (was keine Kunst ist, weil die ja immer Frauen beteiligen müssen), und ein paar Papers, die auf mich so wirken, dass sie keine Wurst vom Teller ziehen.

Oder anders gesagt:

Gibt man ihren Namen ein, kommt auf Platz 1 ihre Professorenprofilseite, auf Platz 2 eine Institutswebseite und auf Platz 3 meine Blogwebseite mit einem geringschätzigen Titel über Informatik-Quotenprofessorinnen. Auf Platz 4 ihr Facebook-Account.

Deren Leistungsbilanz und Bekannheitsgrad ist so dünn, dass Google zu der so wenig wichtiges einfällt, dass ein gammeliger uralter Blog-Artikel, in dem sie nur einmal am Rande auftaucht, im Ranking auf Platz 3, noch vor ihrem eigenen Facebook-Account auftaucht. Dick mit meinem Titel über Informatikprofessorinnen ohne Anforderungen.

Und das bläht sie, ganz gewaltig.

Als ob ich jetzt alles ändern müsste, worüber irgendwer nicht erfreut wäre.

Ja. Ich schreibe hin und wieder Blog-Artikel, über die irgendwo, irgendwer vielleicht nicht so ganz erfreut ist. Kommt vor. That’s the idea. Man nennt es Kritik. Man nennt es Meinungsfreiheit. Man nennt es Wissenschaft.

Das muss man sich mal klarmachen, was da abläuft.

Da werden per Quote die Professuren mit Frauen bestückt, die da nichts wesentliches liefern, sich aber darum kümmern, dass auf Wikipedia, Twitter, Google und so weiter alles schön sauber und karriereglatt aussieht. So die Sorte Leute, die aus ihrem Institut heraus auch ihre Wikipediaseiten jäten und putzen lässt, soll alles ganz toll und windschnittig aussehen, aber alles hohl. Und solche Leute werden unkündbar verbeamtet, die müssen wir alle mit unseren Steuergeldern durchfüttern bis ins Grab. Als Gegenstück zum oft bejammerten Gender Pay Gap scheint sich inzwischen gerade Begriff Gender Performance Gap zu etablieren: Minderleistung bei gleicher Bezahlung.

Noch drolliger finde ich, dass die Dame Sprecherin einer Arbeitsgruppe der Gesellschaft für Informatik ist. Tritt nach außen als Sprecherin in Erscheinung, will aber namentlich und mit ihrer Mailadresse nicht genannt werden, wenn es sie nicht erfreut. Schönwetterstrategen, die eine Tätigkeit auch nur ausüben, um sie im Lebenslauf anzuführen. Was bin ich froh, dass ich aus der GI wieder ausgetreten bin. Dieser Luftpumpenladen.

Früher war das mal so, dass man erst Leistungen gebracht und publiziert hat, und sich Bekanntheit und Ansehen aufgebaut hat, um Professor zu werden. Heute werden da durch die Frauenquote solche Nullpersonen berufen, zu denen es nicht mehr gibt als ihre Personenprofilseiten. Und wenn sie dann mal verbeamtet sind, kommt auch nichts mehr. Und dann soll man sie nur positiv erwähnen dürfen, damit nicht so auffällt, dass da nichts ist.

Ich habe der Dame geantwortet, dass es ihr Problem wäre und nicht meines (abgesehen davon, dass ich sowas über meine Steuerzahlungen finanzieren muss), wenn Google nichts besseres als einen alten Blogartikel zu ihr fände.

Sie solle halt mal was arbeiten für ihr Geld. Dann würde auch ihre Google-Suche gesünder aussehen.

Herrje, wie tief sind deutsche Universitäten unter der Frauenquote gesunken.

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