Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Warum Stürme mit weiblichen Namen tödlicher sind

Hadmut
7.10.2015 20:40

Siehe ScienceBlogs: Die Leute nehmen Stürme mit Frauennamen weniger ernst als solche mit Männernamen und treffen daher weniger Vorsichtsmaßnahmen. (Danke für den Hinweis.)


10 Kommentare (RSS-Feed)

Lercherl
7.10.2015 21:25
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Dass die Studie größtenteils Unsinn ist, wurde schon ausgiebigst diskutiert. Siehe dazu meine Kommentare in besagtem Scienceblogs-Artikel. Wieder ein klarer Fall, wo mit ziemlich abenteuerlichen statistischen Methoden Zusammenhänge herbeiphantasiert werden, wo höchstwahrscheinlich keine sind. Diesmal ist es komplexer als simples Verwechseln von Korrelation und Kausalität, Simpson-Paradoxon und den sonstigen Lieblingsfehlern der Genderforscher. (An der Studie haben nicht nur Genderforscher mitgewirkt, sondern auch professionelle Statistiker, darum sind die Fehler besser verschleiert.)


Oliver K
7.10.2015 21:27
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Aus den Kommentaren dort schliesse ich folgendes:
1. Die Untersuchung ist wohl zweifelhaft.
2. Der Standard-Sexismus, Frauenlob und Maennerhaeme, ist voll am bluehen.


Svenska
7.10.2015 21:41
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Naja, und wenn man dort in die Kommentare schaut, wurde diese “Studie” mehrfach zerlegt und ist sehr duenn.


Oliver K
7.10.2015 22:01
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Nachtrag: Das ich aus den dortigen Kommentaren schliesse, dass die Untersuchung wohl Maengel hat, kommt nicht von eigener Beschaeftigung mit dem Thema (absolut keine Zeit), sondern daher, dass einige sinnvoll scheinende Argumente genannt wurden.

ABER es scheint mir auch auch paradoxes Verhalten vorzuliegen (wie gesagt, in der Diskussion auf der verlinkten Seite), dem ich immer wieder begegne:

Auf der einen Seite ist sich wirklich fast alle Welt einig, wie Frauen diskriminiert, benachteiligt werden und wurden, ueberall und immer. Auf der anderen Seite, sobald man anfaengt, in funktionaler Weise Unterschiede zwischen Maennern und Frauen zu machen, wird sofort und automatisch dagegen argumentiert — jeder kennt (oder behauptet zu kennen!) irgendeine Ausnahme, andere Unterschiede seien doch viel wichtiger, bla bla.

Z.B. in einem ansonsten ganz vernuenftigen Forum zum Erwachsenen-Schwimmen wurde auf meine ganz offensichtliche Bemerkung, dass man bei Technik und Training zwischen Frauen und Maennern unterscheiden solle, sofort mit den ueblichen Argumenten (“ich kenne eine starke Frau” und “anderes ist doch viel signifanter”), hm, wie soll ich sagen, nicht “erwidert”, sondern “geblockt” — dabei sind die Unterschiede absolut offensichtlich, und werden von jedem Trainer staendig angewendet.
(Und in der Tat, wie ueblich, mit Haeme gegenueber Maennern (den nicht Super-Alphas).)

So auch in jener Diskussion dort, die einen gewissen Tenor “alles Unfug, gibt keine Unterschiede zwischen Frauen und Maennern”, hat.

Es wird dann immer sofort eine sehr starke Korrelation gefordert, sonst sei das ja alles Unsinn (“Sexismus”).


Hadmut
7.10.2015 22:10
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@Oliver K: Ein bekannter psychologischer Effekt. Man führt ein Gegenbeispiel an, und wenn es auch fiktiv, ausgedacht oder Legende ist, und sieht damit die statistische Aussage als widerlegt an.

Beim Thema Rauchen kennt jeder immer irgendeinen, der geraucht hat wie ein Schlot und trotzdem 93 geworden ist.

Beim Alkohol findet man irgendeinen saufenden Hundertjährigen.

Und als man damals die Anschnallpflicht im Auto eingeführt hat, wusste jeder von irgendeinem zu berichten, der im Auto verbrannt ist, weil er nicht aus dem Gurt rauskam.

Ist halt immer sehr einfach, sich einzureden, dass man gegen eine Korrelation (und meist sogar Kausalität) durch ein einzelnes Gegenbeispiel anrennen könnte.


Knirsch der Hirsch
7.10.2015 23:50
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Unsinnige Studien scheinen eine Menge Menschen zu beschäftigen.
Dabei ist das doch eigentlich ganz einfach:

Eine konkrete Fragestellung einem dafür geignetem Methodenarsenal
zukommen lassen.

Oft scheitert es jedoch schon allein an der Frage.
Von Interpretationen der Ergebnisse mal völlig zu schweigen.

Mich persönlich z.B. interessiert jetzt langsam mal tatsächlich, warum eigentlich genau Frauen jahrtausendelang diskriminiert wurden.
Und zwar Aufgrund einer ständig bei Feministinnen zu hörenden, völlig
nachvollziehbaren Standartphrase:

” Dann muss das ja einen Grund haben ”

Aber die machen die eigenen Kreise ja NIE rund. Keine Hoffnung.
Irgendwo springt immer der Mann ein, als missing link
für den tagesaktuellen Runterputzfimmel.
Ungefragt, vor allem.

Schön blöd, and so long,
Katrina


Flomp
8.10.2015 13:55
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Abgesehen davon, dass die Datenlage dünn und zweifelhaft ist: die Interpretation der Daten ist doch wohl ein Witz?

“Die sexistische Einschätzung, dass Männer stärker und Frauen einfach nicht so ernst zu nehmen seien, kostet Leben – weil “weibliche Stürme” dann unterschätzt werden.”

So ein Müll. Wenn schon ist das, weil uns seit Jahrzehnten pausenlos eingeredet wird, Frauen seien allesamt hochintelligente, Regenbogen-pupsende Reinkarnationen Gandhis während Männer gefährliche, vergewaltigende, massenmordende Quasi-Neanderthaler mit einem Gottkomplex sind.

Natürlich hinterlässt das Spuren.

Aber die Femimimimi-Fraktion und Konsorten kennt eben nur einen Modus: die Frau ist ein unterdrücktes, benachteiligtes Opfer. Bald kommt noch eine Politikerin, die sagt, Frauen seien die primären Leidtragenden eines Krieges, weil ihre Männer sterben. Oh, wait…


Wolf-Dieter
8.10.2015 14:02
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Ganz ehrlich, ich bin perplex. Grundsätzlich empfinde ich weiblich benannte Phänomene als gefährlicher (spontaner Reflex, bevor ich rational drüber nachdenke, dauert mehrere Zehntelsekunden bis einige Minuten).


Dirk S
8.10.2015 16:33
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@ Hadmut

Beim Thema Rauchen kennt jeder immer irgendeinen, der geraucht hat wie ein Schlot und trotzdem 93 geworden ist.

Ich hab’ da was noch besseres 😉 :

Nach der neusten WHO-Studie über die Gesundheit in Europa kann man feststellen, dass im Vergleich zu DE Griechenland eine höhere Raucherquote hat (DE 33%, GR 45%), die Lebenserwartung bei Frauen gleich (jeweis 83 Jahre, leider ohne Monate), bei Männern aber in GR höher ist (De 78, GR 79 Jahre). Wie erklärt sich das?

– Statistische Ausreißer? (So wenige sind die Griechen aber auch nicht.)
– Griechische Ernährung? (Wobei die Masse der Griechen wohl auch Aldi und Lidl futtert.)
– Vertragen Griechen Zigaretten einfach besser? (Welche Marken rauchen die dann?)
– Entspanntere Lebensweise? (Dann wäre also nur das Stressrauchen schädlich.)
– Die Behörden bekommen das Ableben von Opa Alexis erst einige Jahre später mitgeteilt, weil die Erben noch Opas Rente kassieren wollten? (Mein Favorit. 😉 )

Rauchfreie Grüße,

Euer Dirk


David
10.10.2015 9:53
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Die Studie ist schon mehr als ein Jahr alt. Schon damals habe ich nachgerechnet mit Wikipediadaten, dass es keinen klaren Zusammenhang gibt zwischen den Namen einerseits und den Schäden und der Anzahl Toten andererseits.

Sturm im Wasserglas, heiße Luft und kalter Kaffee.